Businessplan: Häufige Fehler

Businessplan: Häufige Fehler

Wie in jedem Teilbereich der Existenzgründung oder Unternehmensführung werden auch im Zuge der Erstellung eines Businessplans oftmals Fehler begangen. Diese Fehler können sich je nach Unternehmen, Branche, Mitarbeiter und ihren Führungsqualitäten mehr oder weniger negativ auf den Geschäftserfolg auswirken.

Sie müssen sich folgende Tatsache vor Augen halten: Ihr Businessplan ist das zentrale Dokument in Ihrem Unternehmen bezüglich Ausrichtung, Kommunikation, Finanzen, Produkt- und Zukunftsplanung. Das heißt Ihr Businessplan ist die Grundlage für zukünftige Entscheidungen.

Gerade deshalb ist es umso wichtiger, diese Entscheidungen auf realistischen, sorgfältig recherchierten und durchdachten Daten zu treffen. Erstellen Sie Ihren Businessplan nicht, weil Ihre Geldgeber dieses Dokument von Ihnen verlangen. Sie selbst sind es, dem ein ordentlicher Businessplan Profit einbringen wird. Setzen Sie deshalb alles daran, Ihren Businessplan professionell aufzusetzen. Folgende Tipps sollen Ihnen dabei helfen, jene Fehler zu vermeiden, die anderen Existenzgründern vor Ihnen teilweise schon zum Verhängnis wurden:

Unzureichende Qualifikation

Ein Businessplan vereint Ziele, Strategien, Daten, Vorgehensweisen und Vieles mehr aus allen Unternehmensbereichen in einem zentralen Dokument. Leider ist es vor allem bei Kleinunternehmen immer wieder der Fall, dass dieses umfassende unternehmerische Wissen nicht vorhanden ist. Zwar steht meist exzellentes branchenbezogenes Know-how wie zum Beispiel die Produktion oder Buchhaltung betreffend zur Verfügung, die anderen Bereiche werden allerdings oft vernachlässigt. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass viele Existenzgründer scheitern – denn die Kerninhalte resultieren aus den Themenbereichen Finanzen und konzeptionellem Marketing.

Sorgen Sie deshalb dafür, dass das entsprechende Wissen in Ihrem Unternehmen bereitsteht. Wenn Sie selbst nicht die Qualifikationen mitbringen, müssen Sie beziehungsweise Ihre Partner sich das Know-how aneignen oder externe Berater engagieren.

Schlechte Strukturierung

Egal ob der Businessplan vorrangig dazu dient, Ihre Geldgeber davon zu überzeugen, in Ihr Unternehmen zu investieren oder den Plan ausschließlich zur unternehmensinternen Verwendung vorgesehen ist – die Struktur kann über Erfolg und Misserfolg entscheiden.

Ein durchschnittlicher Businessplan wird zirka 30 Seiten im Format A4 umfassen, deshalb sind ein strukturierter Aufbau und gute Lesbarkeit Pflicht. Sie würden Ihren eigenen Plan nicht im unternehmerischen Alltag verwenden, wenn dieser mühsam zu lesen ist und die entsprechenden Daten nicht ins Auge fallen – und den Businessplan nicht zu verwenden, kann fatale Folgen mit sich bringen.

Auch für Verhandlungen mit Ihren Geldgebern sind übersichtlicher Aufbau und Konzentration auf die wesentlichen Aspekte unumgänglich. Durch Ihren Businessplan müssen Sie Ihre Geschäftsidee regelrecht verkaufen. Mit komplexen und schwer lesbaren Dokumenten werden Sie die finanzielle Unterstützung nur selten bekommen. 
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Konzeptionelles Marketing

Ein hochwertiges, zuverlässiges, nützliches und handhabungsfreundliches Produkt zu kreieren reicht alleine nicht aus, um damit auch wirklich erfolgreich zu sein. In der heutigen Zeit sind Sie meist nicht der einzige Anbieter am Markt.

Auch wenn Ihr Produkt einzigartig sein sollte, gibt es sicher Konkurrenten, die zwar andere Produkte erzeugen, aber den Kunden denselben Nutzen bieten (zum Beispiel: Straßenkarten und Navigationsgeräte – beide Produkte unterscheiden sich gravierend, dienen aber demselben Zweck).

Unter all den Theorien, Strategien, und Gesetzen des konzeptionellen Marketings gibt es einige gravierende Fehler, die Gründer oft begehen.

Folgende Punkte werden oftmals weder im Businessplan noch in der Unternehmensführung ausreichend beachtet und können schwere Folgen mit sich bringen:

Keine ausreichende Differenzierung
Differenzierung Ihres Unternehmens und Ihrer Produkte ist vor allem dann notwendig, wenn in Ihrem Zielmarkt Konkurrenten existieren. Denn in diesem Fall muss Ihr Produkt von den potentiellen Kunden sofort als "das Bessere" erkannt werden können. Das heißt Sie müssen durch besondere Merkmale die Aufmerksamkeit auf sich lenken und von Ihren Konkurrenten hervorstechen. Die Merkmale können dabei produktbezogen (Qualität, Handhabung, ...), unternehmensbezogen (Service, Freundlichkeit, ...) oder anderwärtig (nur in der Werbung vorhanden, ...) sein. 

Unwissenheit oder Missachtung von Risken
Oft scheitern Existenzgründer, weil sie die Risken der Selbstständigkeit nicht einschätzen konnten. Eine Unternehmensgründung und die Einführung von Produkten bergen natürlich gewisse Risken in sich – doch diese gilt es abzuschätzen. Darum ist es notwendig, die Gefahren zu kennen, die Ihnen am Markt auflauern. Die wohl häufigsten Fehler, die in diesem Zusammenhang begangen werden sind, bestehen darin, die eigene Konkurrenz zu unterschätzen beziehungsweise die potentiellen Kunden falsch einzuschätzen.

An dieser Stelle raten wir Ihnen zur gewissenhaften Durchführung von Marktanalyse und S.W.O.T.-Analyse. Erst dadurch wird es möglich, Ihre Zielgruppe und deren Bedarf, Ihre Konkurrenz und natürlich die damit verbundenen Chancen und Risken zu verstehen und zu nutzen. 

Schlechte oder unausreichende Planung Ihres Geschäftssystems
Ihr Geschäftssystem (oder auch Wertschöpfungskette) umfasst von der Herstellung bis zur Vermarktung alle Schritte, die mit einem Produkt oder eine Dienstleistung in Zusammenhang stehen. Das Definieren eines Geschäftssystems dient dabei der Koordination aller einzelnen notwendigen Schritte und somit auch der Arbeitsaufteilung, Personalplanung und Verantwortlichkeitsklärung. Wenn hier die Planung zu ungenau erfolgt, können eventuell versteckte Kosten übersehen werden oder die Arbeitsschritte sind nicht aufeinander abgestimmt. 

Fehlendes Wissen in Bezug auf Finanzen
Was im Grunde jedem klar ist und woran niemand zweifelt – ohne Geld ist eine Existenzgründung nicht durchführbar – wird leider trotzdem vielen Unternehmensgründern zum Verhängnis. Natürlich steckt in den individuellen Fällen der Teufel im Detail. Das heißt oft wird das benötigte Kapital aus diversen Gründen einfach unterschätzt oder es treten scheinbar unvorhersehbare Ereignisse auf. Und schon sind Insolvenz oder Konkurs die Folge. Der Hauptgrund für das Scheitern von so vielen Existenzgründern ist dabei ein ungenauer oder fehlender Finanzplan als Teil des Businessplans...
Der Finanzplan eines Unternehmens ist die Grundlage für Controlling, Vorhersagen und Finanzpolitik. Er berücksichtigt Auszahlungen und die dafür benötigte Zahlungskraft. Unter Auszahlung sind Kosten zu verstehen, die das Unternehmen während der im Finanzplan berücksichtigten Zeitspanne zu tragen hat. Dies umfasst anstehende Investitionen zum Beispiel für neue Gerätschaften oder Immobilien genauso wie Personalausgaben, Kosten des Wareneinkaufs, Kreditrückzahlungen, Gewinnausschüttungen und so weiter.
Die Zahlungskraft ist die Summe jener Mittel, über welche die Auszahlung finanziert wird. Dazu gehören zum Beispiel vorhandene liquide Mittel, zukünftige Einnahmen und so weiter.

Nur wer den Überblick über Auszahlung und Zahlungskraft behält und diese auch zukünftig abzuschätzen vermag, hat eine Chance auf Erfolg. Um die finanziellen Mittel und Beträge im Businessplan darzustellen, eignen sich unter anderem die Bilanz und die Gewinn -und Verlustrechnung (GuV).


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