Feedback – Fluch oder Segen I
Gründer sind ja typischerweise Menschen, die einen Plan haben, die wissen wo es lang gehen soll. Sie sind meist Macher-Typen, die eine Idee umsetzen wollen und sich nicht beirren lassen. Clevere Gründer halten inne und holen sich Meinungen von außen ein. Sie lassen sich vor wichtigen Entscheidungen beraten, coachen oder Feedback geben. Warum Feedback so wichtig ist und wie man damit umgeht, diskutiert Oliver Bücken, Mitgründer der buecher.de AG und Dozent der UnternehmerTUM, in seiner aktuellen Kolumne.
Gründer sind ja typischerweise Menschen, die einen Plan haben, die wissen wo es lang gehen soll. Sie sind meist Macher-Typen, die eine Idee umsetzen wollen und sich nicht beirren lassen. Clevere Gründer halten inne und holen sich Meinungen von außen ein. Sie lassen sich vor wichtigen Entscheidungen beraten, coachen oder Feedback geben.
Wer sich beraten lässt, muss damit rechnen, nicht nur positives Feedback zu bekommen, sondern auch klare Meinungen und Kritik. Möglicherweise stoßen Sie sogar auf Unverständnis. Und hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Denn viele Gründer, die ich kenne, sind einfach nicht in der Lage mit Feedback und Kritik konstruktiv umzugehen. Ich nehme mich da gar nicht aus – der Instinkt flößt einem sofort irgendwelche Ausflüchte ein. Man verteidigt sich oder sein Projekt, ohne wirklich zu zuhören. Man denkt: "Was denkt der sich? Der hat doch keine Ahnung und weiß nicht wie viel Arbeit ich in das Projekt gesteckt habe". Am liebsten würde man auf dem Absatz umkehren.
Die wohl wichtigste Voraussetzung, um aus Feedback zu lernen ist, die Fähigkeit zu zuhören. Gehen Sie nicht sofort in die Defensive, wenn Sie kritische Töne hören! Andererseits sollten Sie auch nicht annehmen, dass jede Kritik richtig ist. Sie müssen also heraus hören, welche Teile der Informationen wertvoll und welche nutzlos sind. Das können Sie nur durch Fragen an den Kritiker oder Feedbackgeber tun. Stellen Sie sich der Kritik und fragen Sie sich durch!
Aus zwei Gründen rate ich zum Fragen. Erstens: Feedback ist ein Geschenk. Ein Geschenk sollte man von allen Seiten ansehen und seinen Nutzen verstehen. Was hat sich der Schenker dabei gedacht? Wieso wählte er genau diese Worte? Zweitens: Gehen Sie nicht nur auf das Feedback oder die Kritik ein. Beantworten Sie nicht nur die Fragen des Kritikers, sondern überlegen Sie, was hinter der Frage bzw. dem Gedanken steht! Was will derjenige Ihnen damit eigentlich sagen? Beide Punkte lassen sich nur durch aktives, also fragendes Zuhören rausfinden. Wenn Sie das nicht tun, werden Sie – bildlich gesprochen - nach der Flut der Worte feststellen, dass Sie bei der zwangsläufig folgenden Ebbe ohne Badehose dastehen.
Natürlich gibt es klare Unterschiede zwischen Kritik und Feedback. Darauf will ich Anfang Dezember in meiner Kolumne eingehen. Mein Punkt heute ist: Sie empfangen das Feedback und deshalb entscheiden Sie darüber, ob Sie ihre Entscheidungen oder ihr Verhalten verändern wollen. Oder, ob Sie ihr Verhakten oder Ihre Entscheidungen zumindest neu bedenken wollen. Fragen Sie sich nach einem Feedback, was falsch läuft und wie Sie es besser machen können.
Über den Autor
Oliver Bücken - Mitgründer der buecher.de AG - ist Dozent der UnternehmerTUM GmbH, dem "Zentrum für Innovation und Gründung".
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