Wie bescheiden müssen Gründer sein?
Seit kurzem ist die Sommer-Urlaubszeit vorbei und die meisten Büros sind wieder voll besetzt. Moment mal: Urlaub? So mancher Gründer scheint diesen Begriff aus seinem Wortschatz gestrichen zu haben. Nicht nur, dass die Zeit fehlt, einige Gründer nehmen für sich in der Anfangszeit auch nur sehr wenig Gehalt in Anspruch – weil das Unternehmen erst wenig Umsatz macht. Grundsätzlich sehen Coaches, Partner und Investoren großes Engagement und auch Opferbereitschaft auf dem steinigen Weg bis zum Erfolg natürlich gerne – aber müssen Gründer tatsächlich "overworked and underpaid" sein?
Was die Finanzplanung verrät
Berühmt geworden sind ja Garagen als erste Arbeitsräume und als Basis für ganze Firmenimperien. Tatsächlich reichen bei vielen Geschäftsmodellen ein paar leistungsfähige Computer, die an beliebigen Orten stehen können. Von Kapitalgebern ist oft zu hören, dass sie in der Finanzplanung des Businessplans die veranschlagten Kosten für Büroräume, Ausstattung und das Gehalt des Gründerteams besonders kritisch begutachten. Vor allem wer beim letzten Punkt durch hohe Summen auffällt, kann Rückschlüsse auf die Persönlichkeit der Gründer provozieren, die einer Bewerbung um Kapital nicht gerade förderlich sind. Hier werden Fragen nach den Prioritäten und den Egos der Gründer laut.
Vom Schein zum Sein
Allerdings gibt es auch Argumente für Gründer, ihr Licht auf keinen Fall unter den Scheffel zu stellen. Hochwertige Büroräume und Ausstattung können schließlich Status-Symbole im wahrsten Sinne des Wortes sein. Auf potenzielle Geschäftspartner und Kunden kann ein repräsentativer Auftritt vertrauenerweckend wirken. Denn nur wer schon erfolgreich ist bzw. sicher mit dem Erfolg rechnet, kann sich einen solchen Auftritt leisten. Außerdem stellen sich Gründer damit auf einer annähernd gleichen Augenhöhe wie die etablierten Player auf. Und auch bei der Anwerbung von qualifizierten Mitarbeitern sind gute Arbeitsbedingungen und Gehälter ein Vorteil.
Welche Ansprüche sind sinnvoll?
Letztendlich muss man hier wie so oft sagen: Kommt drauf an! Auf die Art der Unternehmung, auf das Umfeld, in dem die Gründer und ihre Gesprächspartner sich bewegen, und natürlich auf die aktuelle finanzielle Situation. Grundsätzlich müssen alle Ausgaben gut begründet und gerechtfertigt sein. Und wer sich mit einem bescheidenen Anfang und dem Verzicht auf Leistungen, die er als Angestellter in etablierten Unternehmen erhalten würde, so gar nicht anfreunden kann, sollte sich auch noch mal ganz ehrlich fragen, ob der eingeschlagene Weg zum eigenen Unternehmen wirklich etwas für ihn ist.
Weitere Ausgaben der Kolumne
Teil IV - Läuft alles nach Business-Plan?
Teil III - Wer nicht gewinnt, hat trotzdem Grund zu feiern
Teil II - "DryRun" beim MBPW: Generalprobe für die Kapitalsuche
Teil I - Vom Wettbewerb in den Markt
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Kommentare zu Wie bescheiden müssen Gründer sein?
NULL INFOS....
Dieser Artikel hat ja wohl überhaupt keine Aussgaekraft.
Wieviel ist denn nun zu viel Gehalt, wovon hängt es ab, gibt es Richtwerte?
DAS interessiert die Gründer und nicht diese Schwafelei..
Andere Meinung
@Ich: Da bin ich anderer Meinung! Man kann hier kein pauschales Gehalt nennen - das Gehalt ist abhängig von der jeweiligen Situation des Gründers. Gründer, die frisch von der Hochschule kommen oder Ihre Ausbildung gerade abgeschlossen haben, sollten/müssen sich mit einem geringeren Gehalt als Gründer die bereits gearbeitet haben zufrieden geben. Da ich bereits des Öfteren gegründet habe würde ich folgendes vorschlagen: Ein Gehalt von ca. 1500-2000 Eur p.M. für das erste Jahr sollte passen. Sollten die Umsätze/Gewinne bzw. Milestones im BP erfüllt sein, so kann das Gehalt im Folgejahr erhöht werden. Gründer die bereits gearbeitet haben/ eventuell Familie haben können bereits mit einem höheren Gehalt beginnen. Kein Investor würde hier etwas Negatives sagen.
Ich finde die Kolumne von Herrn Arndt interessant und freue mich auf neue Beiträge.
Stimmt
Ich wollte damit nicht sagen, dass die Kolumne nicht interessant war, aber die Zahlen, die Du im Kommentar zumindest geschätzt hast, hätte ich im Artikel bereits erwartet.
Zumindest, um den Gründern einen Anhaltspunkt zu geben...
na dann:)
Dann ist ja alles perfekt:)