Andere Länder - Andere Start-ups
Neuer Input aus der internationalen Start-up-Szene: Zuerst möchte uns ein französisches Offline-Start-up mächtig Angst machen. Aus Finnland meldet sich ein neuer Software-as-a-Service Trend und Aus den USA kommt ein sehr guter Ansatz aus dem Gaming-Bereich, allerdings mit einer nur mäßigen Ausführung. Lassen Sie sich von neuen Ideen anstecken, hier im Artikel.
Le Game
ultimerealite.fr - Erst kürzlich haben wir über ein Start-up berichtet (SendYourDarling), welches sich einen Film als Vorbild für sein Geschäftsmodell genommen hat. Dass dies eine äußerst ergiebige Inspirations-Quelle für findige Gründer sein kann, beweist einmal wieder dieses französische Start-up. Diesmal war die Vorlage allerdings nicht die süß-niedliche "Welt der Amelie", sondern etwas weitaus handfesteres. Es stand nämlich der amerikanische Thriller "The Game" im Fokus des Geschäftskonzeptes; in diesem Film wird Kirk Douglas von einer ominösen Firma die Erfahrung seines Lebens beschert, alles per Kreditkarte. Ultime realité, also die Ultimative Realität, erwartet auch die Kundschaft dieses Diensleistungs-Unternehmens. Egal ob Menschen- oder Kopfgeldjagd, Entführung, schlafen im Leichenschauhaus oder Drogenkurier-Dienste - all das findet sich im Portfolio der Franzosen.
Potential: Wer auch immer dahintersteckt, der Service scheint recht populär zu sein. Unbestätigte Meldungen von zwei Aufträgen pro Tag zirkulieren, was ja schon recht eindrucksvoll ist, für so einen umfangreichen Service. Der Webauftritt ist allerdings weniger gelungen, schaut wenig professionell aus, auch die gebrochene Schrift und die Farbkombination rot/schwarz/weiß tragen bestimmt nicht dazu bei, dem Klienten zu suggerieren, dass dieser Sevice 100 Prozent koscher ist. Hier kann man sicherlich noch etwas dran tun, vor allem, wenn man sich das Unternehmen betrachtet, was im Film das Vorbild lieferte. Dort hatte man eher den Eindruck, bei McKinsey und Co gelandet zu sein. Wie auch immer, der Service bietet verweichlichten Web-Schluffis und dekadenten Investment-Bankern die Möglichkeit zu beweisen, dass doch noch ein Funken Mann in ihnen steckt. Außerdem ist dieser Dienst ein Prima Integrations-Programm, um die frustrierte Pariser Banlieu-Jugend auf dem ersten Arbeitsmarkt zu etablieren.
Schöne Bilder und schöne Aussichten
Picmeleo.com - Software-as-a-Service (SaaS) ist ja bekanntlich eines der Schlagwörter der letzten zwei Webjahre. Nun kommt eine neue Generation von Start-ups daher, die das Konzept noch mehr strafft. Nennen wir es Instant-SaaS. Also Ein Online-Dienst, der in laufende Anwendungen und Websites gadgetartig integriert wird. Ein tolles Beispiel hierfür ist das finnische Picmeleo. Hierbei handelt es sich um eine Foto-Bearbeitungs-Software, die man per Script auf seine Seite einfügen kann. Drückt man nun auf den Link, so geht eine Art Lightbox auf, in der der User das entsprechende Bild bearbeiten kann. Im Hintergrund bleibt dabei immer noch die Herkunfts-Seite sichtbar. Kein neuer Tab muss geöffnet werden, kein Herumgeklicke oder Angemelde. So funktionieren die zukünftigen Webanwendungen.
Potential: Schnell kommt die Frage auf, wie Picmeleo wohl Geld mit seinem recht nützlichen Dienst verdient. Bisher ist noch keine Monetarisierungs-Strategie zu erkennen, doch kann man sicher sein, dass den Skandinaviern da bald etwas einfällt. Zum Beispiel könnte man für kommerzielle Anwendung des Dienstes Geld verlangen oder nur eine begrenzte Anzahl an Usern erlauben, mit einer Bezahl-Option nach oben hin. Auf jeden Fall haben die Picmeleo-Gründer das Zepter noch nicht aus der Hand gegeben, denn die bearbeiteten Bilder werden zuerst auf dem Picmeleo-Server abgelegt.
Bohne Fleiß kein Preis
MyBeanJar.com - Ein weiterer Fall für den "Start-up-Doktor" ist der einfältige Name dieses Projekts. Denn um den Sinn des Namens zu verstehen, muss man sich erst einmal mit dem Konzept dieses Unternehmens auseinandersetzen. MyBeanJar bietet im Grunde kleine Online-Spielchen an, bei denen man Beans, also virtuelle Bohnen, gewinnen kann. Hat man genug Bohnen beisammen, kann man die gegen Warengutscheine eintauschen. So erwartet den Spieler dann eine Auswahl an Spielchen (bisher nur drei), sowie eine Auswahl an gesponserten Gutscheinen.
Potential: Die Entwicklungsmöglichkeiten von MyBeanJar muss man wohl eher als gering einschätzen. Erstens des seltsamen Namens wegen, zweitens weil es bisher noch nicht gelungen ist, namhafte Partnerfirmen an Land zu ziehen. Das Konzept allerdings, ist mehr als zukunftsträchtig, denn auf diese Weise könnten große Unternehmen sich spielend leicht im Social-Network-Bereich etablieren. Wo man bisher nur eine Fanpage aufgestellt hat, bekommt man durch das Medium Computerspiel ganz neue Möglichkeiten. Man stelle sich nur vor die Spieler konkurrieren um eine Playstation oder um iPhones, indem sie hohe Punktzahlen erreichen oder bestimmte Rätsel lösen. Ein Spielebetreiber könnte so zweimal verdienen. Einmal an den üblichen virtuellen Gütern, wie es Farmville schon vormacht, andererseits als Werbemedium. Und die Gewinnmöglichkeiten sorgen obendrein noch für einen Anreiz, die Spiele überhaupt erst einmal zu spielen.
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