Studie - Wie Frauen und Männer ein Social Network nutzen
23.02.09 08:30

Studie

Wie Frauen und Männer ein Social Network nutzen

Die Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam (HFF) hat jetzt eine Untersuchung zu den Nutzungsmotiven von Mitgliedern in Social Networks am Beispiel von StudiVZ vorgelegt. An der Befragung nahmen 1.210 Potsdamer Studenten teil. Im Ergebnis bringt die Studie unter anderem Unterschiede je nach Alter und Geschlecht der Nutzer ans Licht.

Laut der Studie wurden die Mitglieder des Social Networks mit zunehmendem Alter kritischer gegenüber den angebotenen Funktionen. "Jüngere Mitglieder stehen dem Sozialen Netzwerk offener und unbefangener gegenüber und nutzen einzelne Funktionen mit größerer Neugierde. Mit zunehmendem Alter steigt die Bereitschaft, sich kritischer mit der Online-Plattform und deren Gefahren auseinander zu setzen", heißt es in der Zusammenfassung der Untersuchung.

Trotzdem halte sich die Intensität in Grenzen, mit der sich die Mitglieder mit möglichen Gefahren bei der Datensicherheit beschäftigen, behauptet die Studie: "Der überwiegende Teil der befragten Personen macht sich zwar Gedanken über den Datenschutz, trotzdem werden die Allgemeinen Geschäftsbedingungen sehr selten gelesen. Nur 28% der befragten Nutzer haben sich im Rahmen der Veränderungen der AGBs im Januar 2008 mit den veränderten Nutzungsbedingungen auseinandergesetzt." Die Macher der Studie bilden daraus die These, dass die "öffentlich geäußerte Kritik in den Medien" bei den betroffenen Netzwerk-Nutzern auf kein großes Interesse stößt.

Dass User-Kritik und eine öffentliche Auseinandersetzung mit den AGB eines Social Networks durchaus zu Konsequenzen führen können, zeigen aktuell die Ereignisse um facebook. Hier wollte sich das Unternehmen im Zuge einer Änderung der Geschäftsbedingungen die unbegrenzte Nutzung aller Inhalte der Plattform sichern und musste dies nach Protesten von Mitgliedern und Medien wieder zurücknehmen.

Beim Nutzungsverhalten der befragten Frauen und Männer erkennt die Potsdamer Studie Unterschiede: "Frauen geht es innerhalb der Sozialen Netzwerke in erster Linie um die Pflege und Intensivierung bestehender Kontakte, wogegen Männer ein stärkeres Interesse am Kennenlernen neuer Personen aufbringen und die dafür entsprechenden Funktionen bevorzugen."

Frauen und Männer werden nach Angaben der Studie mit zunehmendem Alter passiver. Männer ab 27 Jahren suchen "häufiger nach neuen Leuten und schauen sich viele fremde Profile an, auch wenn wenig Interesse an einem realen Kontakt besteht. Ein ähnliches altersspezifisch passives Nutzerverhalten ist auch bei Frauen zu erkennen. Mit zunehmendem Alter nimmt hier das Interesse an den von Frauen allgemein gern genutzten Funktionen wie der Pinnwand oder dem Nachrichtendienst ab."

© 2009 förderland
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