Was Gründer sich wünschen und brauchen
Vor-Weihnacht ist die Zeit der Wunschzettel. Auch wenn Gründer aus dem Alter heraus sind, erinnern manche Kommentare durchaus an solche Listen, die vielleicht nicht an den Weihnachtsmann gerichtet sind, aber an eine unbekannte Größe aus der Gründerszene. Manchmal bietet das aber auch Hilfe zur Selbsterkenntnis, in der Art von "Sag mir was Du Dir wünschst und ich sag Dir, was Du brauchst!" Hier einige häufige Wünsche von Gründern und Tipps, wie sie diese vielleicht selbst als Chancen verwandeln können.
Orientierung finden
"Durchblick im Info-Dschungel", "Gibt es die Informationen auch schon zusammengefasst" und "Nicht so viel auf einmal", das und Ähnliches hört man oft, wenn es um Bereiche geht, in denen Gründer sich schlau machen müssen. Das kann sich z. B. auf Angebote zur Unterstützung oder zur Finanzierung beziehen. Irgendwie gibt es etwas, was das Beste für das Unternehmen ist, aber man weiß nicht, wofür man sich entscheiden soll. Zwar gibt es tatsächlich eine Fülle von wichtigen Informationen für Gründer, die sicher nicht immer übersichtlich ist. Aber oft steckt hinter der "Qual der Wahl" auch die eigene Unsicherheit des Gründers. Es geht nicht um die Möglichkeiten, sondern darum, selbst Klarheit zu gewinnen, über die eigenen Ziele, die Strategie zur Umsetzung und nicht zuletzt die Kompromisse, die man bereit ist einzugehen. Wer weiß was er will und was nicht, dem fällt es sicher leichter, sich den Weg durch den "Info-Dschungel" zu bahnen und nicht relevante Angebote ohne Zweifel zur Seite zu schieben.
Spieglein, Spieglein
"Wir brauchen jemanden, der uns wirklich versteht", "Das haben wir schon öfters gehört – wir wollten doch einen neuen Tipp", sind typische Kommentare von Gründern, die gerade etwas gehört haben, das ihnen nicht passt, vor allem weil es kritisch ist. Psychologen horchen ja auf bei solchen "Abwehrreaktionen". Natürlich ist auf keinen Fall jeder Tipp Gold wert und manchmal wird Potenzial wirklich nicht gleich erkannt. Aber jeder Gründer sollte sich auch bewusst sein, dass er so etwas wie den "blinden Fleck" hat, eine empfindliche und wichtige Schwachstelle. Vielleicht will man es nicht wahrhaben, aber genau hier liegen vermutlich die größten Risiken für das Vorhaben und in der Bearbeitung die größten Chancen!
Günstige Arbeitskräfte
Der durchschnittliche Gründer arbeitet sicher überdurchschnittlich viel, kann aber auch nicht alles alleine bewältigen. Bezahlbare und damit meistens günstige Arbeitskräfte stehen deshalb ziemlich weit oben auf den Wunschlisten. Aber auch hier gilt, was wird eigentlich gebraucht? Werkstudenten sind beliebte und günstige erste Mitarbeiter, aber ihre Kenntnisse und vor allem ihre Erfahrungen und ihre Zeit sind begrenzt. Steht statt dessen vielleicht eine Team-Erweiterung an? Oder ist die Kapital-Ausstattung – für feste Gehälter – das wichtigere Problem, das nicht um- sondern angegangen werden sollte?
Anderen solche Empfehlungen zu geben, ist natürlich immer leicht. Und der Zustand des "wunschlosen Glücks" ist sicher kein realistisches Ziel. Aber sich immer wieder zu hinterfragen und neue Chancen zu entdecken, das wünsche ich mir für Gründer.
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