Interview mit Björn Behrendt, hiogi GmbH - "Uns blieb das Anschreiben von VCs erspart, da wir nach einem Start-Up Wettbewerb direkt von Geldgebern kontaktiert wurden"
10.08.07 08:00

Interview mit Björn Behrendt, hiogi GmbH

"Uns blieb das Anschreiben von VCs erspart, da wir nach einem Start-Up Wettbewerb direkt von Geldgebern kontaktiert wurden"

förderland im Gespräch mit Björn Behrendt, Mitgründer der hiogi GmbH, über rechtliche und buchhalterische Hindernisse, frühzeitige Internationalisierung, funktionierende Prototypen und eine Frage-Antwort-Plattform.

Björn Behrendt, Mitgründer der hiogi GmbH.
Björn Behrendt, Mitgründer der hiogi GmbH. Bild: hiogi GmbH

förderland: Herr Behrendt, wer sind Sie, was können Sie, was machen Sie?

Björn Behrendt:
Ich habe nach meiner Zeit bei KPMG als IT-Berater die letzten drei Jahre bei eBay Deutschland die Abteilung Platform Solutions geleitet und mich dort mit Systemintegrationen und auch Mobilfunklösungen beschäftigt.

förderland: Wie ist Ihre Geschäftsidee entstanden und wer sind die Menschen hinter hiogi.de?

Behrendt:
Die Idee ist mir etwa vor einem Jahr abends auf dem Heimweg auf der AVUS gekommen. In meiner Freizeit habe ich dann das Konzept geschrieben und die Idee verfeinert. Kurz darauf habe ich meinen Geschäftspartner Christoph Daecke kennen gelernt, der die Plattform programmiert hat und nun als zweiter Geschäftsführer die Weiterentwicklung verantwortet.

förderland: Der lange Weg von der ersten Idee bis zum tatsächlichen Launch Ihres Portals - welche Hindernisse mussten Sie und Ihr Mitstreiter Christoph Daecke aus dem Weg räumen?

Behrendt:
Hindernisse gab es vor allem in rechtlicher und buchhalterischer Hinsicht, da wir mit einer GbR und einem Geschäftskonto gestartet sind. Im Nachhinein bedurfte es mehr Arbeit als erwartet. So musste beispielsweise das Geschäftskonto zwei Mal umgeschrieben werden - von der GbR auf die GmbH i.G. und nun auf die GmbH. Hier hätte es sicherlich mehr Sinn gemacht, neue Konten anzulegen.

Zudem muss auch eine GbR sauber abgewickelt werden. Wir haben uns hier durch einen sehr guten Anwalt beraten lassen und arbeiten eng mit unserem Steuerberater zusammen, um diesen Stolperfallen aus dem Weg zu gehen. Die nächste große Hürde war die Kapitalerhöhung und das damit verbundene Vertragswerk, das notariell beurkundet werden muss. Dieser Prozess hat am Ende etwas länger gedauert als von uns erwartet.

förderland: Haben Sie die Startphase Ihres Unternehmens aus eigener Kraft gestemmt oder konnten Sie auf finanzielle Hilfe zurückgreifen?

Behrendt: 
Christoph und ich haben die Start-Phase komplett aus eigener Tasche bezahlt.

förderland: Neben Ihrem Lead-Investor Hasso Plattner Ventures haben Sie nun auch Media Ventures und den Geschäftsmann Michael Zehden als Kapitalgeber gewonnen. Wofür wollen Sie das Geld verwenden? In welchen Dimensionen bewegen wir uns denn?

Behrendt:
Wir möchten hiogi zu der bequemsten Suche auf dem Handy machen und gleichzeitig eine Wissens-Community im Web aufbauen, die ähnlich spannend ist wie die derzeit im TV laufenden Wissenssendungen. Zudem möchten wir unseren Dienst frühzeitig internationalisieren. Über die Höhe der Investitionssumme haben wir mit unseren Investoren Stillschweigen vereinbart.

förderland: Wie ist der Kontakt zu Ihren Investoren zustande gekommen und wie konnten Sie die Geldgeber von sich und Ihrer Geschäftsidee überzeugen?

Behrendt: 
Wir hatten sehr viel Glück und uns blieb das Anschreiben von VCs erspart, da wir nach einem Start-Up Wettbewerb direkt von Geldgebern kontaktiert wurden und ich einige Kontakte zu VCs über die Jahre gepflegt habe. Bei der Präsentation hat uns meist der Aha-Effekt geholfen, den die Geldgeber nach Erhalt einer SMS-Antwort mit dem eigenen Handy erlebt haben. Zudem ist zum ganz großen Teil auch die Chemie zwischen Gründerteam und Investor sehr wichtig.

förderland: Ist die Unterstützung rein finanzieller Art?

Behrendt:
Die Unterstützung umfasst sowohl finanzielle Mittel als auch Rat und Tat im Tagesgeschäft sowie die Unterstützung in Marketingkampagnen.

förderland: Wie würden Sie Ihre Zielgruppe definieren und womit wollen Sie letztendlich Geld verdienen?

Behrendt:
Wir bedienen mit hiogi zwei Zielgruppen. Einmal die Handynutzer, die unterwegs Informationen benötigen - dies sind vor allem junge Leute, Reisende oder Geschäftsleute. Hinzu kommt die zweite Zielgruppe der Internetnutzer, die Freude daran haben Ihr Wissen zu teilen und anderen zu helfen. Geld verdienen wir hauptsächlich über die kostenpflichtige SMS und in Zukunft über Premium-Angebote und auch Werbung. 

förderland: Was steht als nächstes auf Ihrer ToDo-Liste?

Behrendt:
Auf unserer ToDo-Liste steht ganz oben der technische Ausbau der Plattform bis Ende Oktober und die anschließende Marketingkampagne.

förderland: Welche Tipps würden Sie jungen Gründern mit auf den Weg geben, die gerade auf der Suche nach Kapitalgebern sind?

Behrendt:
Am wichtigsten ist es einen funktionsfähigen Prototypen zu haben und Freunde und Verwandte dazu zu animieren den Prototypen auszuprobieren. Aus dem Feedback und der direkten Anwendung lässt sich eine Menge lernen und man kann den Investoren beweisen, dass man in der Lage ist, ein Produkt zu bauen, zu verbessern und zu vermarkten.

förderland: Vielen Dank für das Gespräch.

© 2007 förderland

© 2009 förderland
  drucken       versenden
Diesen Beitrag kommentieren:

Titel*

Name*

E-Mail*

(Wird nicht veröffentlicht!)

URL

Kommentar*

Um Spam zu vermeiden, lösen Sie bitte folgende Rechenaufgabe:

anzeige