Entscheidungen
Holtzbrinck: Aus für Zoomer, neuer Partner für VZ-Angebote
Die Macher der Nachrichtenplattform Zoomer haben ihr Angebot noch Ende 2008 komplett überarbeitet. Trotzdem wird das Angebot Ende Februar eingestellt. Das verkündete jetzt die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. Die hauseigenen Netzwerke studiVZ und meinVZ können sich dagegen über einen neuen Kooperationspartner freuen.
Grund für die Einstellung von Zoomer seien die Finanzkrise und die Unbekanntheit der Marke, erklärte Peter Neumann, Leiter New Media Content bei Holtzbrinck, gegenüber Kress. "Zoomer.de ist immer noch eine gute Idee und wurde mit viel Engagement und Herzblut umgesetzt, ist aber leider in die falsche Zeit gestartet. Vor acht Monaten habe ich noch gesagt: wir starten genau in die richtige Zeit. Heute sieht das leider anders aus", so Neumann.
Durch den Relaunch im Dezember musste Zoomer starke Rückgänge bei den Zugriffen verkraften, die es selbst im klickträchtigen Januar nicht wieder wettmachen konnte. Neumann führt dies auf fehlende Marketingunterstützung zurück. "Ein neues Portal, das ohne Marke und ohne externe Unterstützung startet, kann nicht schon nach acht Monaten auf eigenen Füßen stehen und völlig ohne Marketing erfolgreich sein. Dafür ist die Zeit einfach zu kurz. Selbst große News-Portale mit bekannten Marken im Hintergrund ständen ohne intensivstes Marketing heute ganz anders da. Das hat bei zoomer.de ja auch sehr gut funktioniert. Das Portal hat genau die Zielgruppe gefunden, für die es konzipiert war: Junge, gut ausgebildete Leute unter 30. Aber ohne Marketing können sie das nicht halten. Da hilft ihnen auch eine kleine Einbindung bei StudiVZ nichts, für die sie auch noch bezahlen."
Die Holtzbrinck-Netzwerke studiVZ und meinVZ haben dagegen eine Kooperation mit dem Musikvideoanbieter tape.tv bekannt gegeben. Ab dem 16. Februar soll es um 22:30 Uhr interaktive Musiknächte geben, die jeweils unter einem bestimmten Motto stehen. So werden zum Beispiel Neuerscheinungen vorgestellt oder Specials anlässlich der Echo-Verleihung oder der Fashion Week zusammengestellt. Zu sehen sind die Inhalte auf den beiden Portalen in sogenannten "Nachtgruppen", in der sich die Nutzer treffen und austauschen können. Die Betreiber der Netzwerke sehen hierin neues Monetarisierungs-Potenzial. Die beiden "Nachtgruppen" würden von jeweils einem Markenhersteller gesponsert, heißt es in der studiVZ-Pressemitteilung.
StudiVZ-Geschäftsführer Dr. Clemens Riedl ist überzeugt davon, dass "wir unseren Werbekunden in der 'Nachtgruppe' ein attraktives Umfeld" bieten. "Durch unterschiedliche Möglichkeiten der Markeneinbindungen - von preroll über Bewegtbildformate bis hin zur Logointegration und eigenen Markenthreads im Forum - können Kampagnenbotschaft ideal transportiert werden."
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