BITKOM-Kritik an Pflichtablieferungsverordnung für`s Web - Homepage-Betreiber sollen regelmäßig Kopien abliefern
20.06.07 11:40

BITKOM-Kritik an Pflichtablieferungsverordnung für`s Web

Homepage-Betreiber sollen regelmäßig Kopien abliefern

Unternehmen und Blog-Betreiber müssen der Deutschen Nationalbibliothek in Zukunft regelmäßig elektronische Kopien ihrer Internetseiten abliefern. Dies würden Plänen der Bundesregierung vorsehen, wie der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) jetzt mitteilte.

Die so genannte "Pflichtablieferungsverordnung" werde unverhältnismäßig weit gefasst, betonte BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Die Verordnung soll nach BITKOM-Angaben noch dieses Jahr in Kraft treten; einen entsprechenden Entwurf habe der Bundesbeauftragte für Kultur und Medien bereits vorgelegt.

Web-Autoren nicht mit übertriebener Bürokratie belasten

"Natürlich soll die Nationalbibliothek wichtige Internet-Publikationen archivieren können", erklärte Rohleder. Das sei beispielsweise für die Wissenschaft und zur historischen Dokumentation hilfreich. "Aber Web-Autoren dürfen nicht mit übertriebener Bürokratie belastet werden." Wenn der Staat bestimmte Internetinhalte aufbewahren wolle, müsse er den nötigen Aufwand selbst betreiben, schließlich seien die Dokumente frei zugänglich, so Rohleder weiter. "Mit dieser Verordnung schießt die Bundesregierung nicht nur über ihr ursprüngliches Ziel hinaus, sie hat es ganz offensichtlich völlig aus den Augen verloren." Ursprünglich sei die Verordnung dazu gedacht gewesen, die gesetzlichen Pflichten klar zu begrenzen.

Fördern statt behindern

Die geplante Verordnung würde allein die deutschen Unternehmen mit rund 115 Millionen Euro jährlich belasten. Das habe eine Modellrechnung des BITKOM ergeben, die von einer monatlichen Pflichtablieferung der Web-Seiten ausgeht. Häufig aktualisierte Seiten wie Nachrichtenportale und Blogs könnten einer weitaus intensiveren Meldepflicht unterliegen. Zudem seien in die Berechnung nur Seiten mit ".de"-Endung einbezogen worden. "Das sollte die Bundesregierung bedenken und einen Entwurf vorlegen, der Internet-Autoren fördert, anstatt sie zu behindern", forderte Rohleder.

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Kommentare zu Homepage-Betreiber sollen regelmäßig Kop ...

Bitte wie?

Das ist ja wohl ein schlechter Scherz. Gilt in Deutschland nicht mehr der Verhältnisgrundsatz? Ich frage mich grad, was geschieht, wenn ich mein reporting nicht fristgerecht abliefere. Werde ich dann bestraft, und wie hart, und steht es im Verhältnis zu meinem kleinen Teil des www?

Das ist mal wieder bürokratischer Unsinn aus Berlin. Schade eigentlich...

Diese Nachricht wurde von Walter Benda am 28.07.08 (19:55:47) kommentiert.
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