Social Networks
Deutschland ist Community-Schlusslicht
Mit "Global Faces and Networked Places" legt das Marktforschungsunternehmen Nielsen eine internationale Studie über die Nutzung von Communitys vor. Dabei zeigen sich interessante Trends.
"Deutschland kommt später auf die Social-Network-Party", fassen die Marktforscher die Situation für den hiesigen Markt zusammen. Während die Mitglieder-Netzwerke im Dezember 2008 weltweit 67 Prozent der Online-Bevölkerung erreichten, sind für Deutschland nur 51 Prozent verzeichnet. Dafür weist der deutsche Markt die höchste Steigerungsrate auf: Im Vergleich zum Vorjahresmonat erreichen Social Networks satte 12,5 Prozent mehr Online-User. Weltweit beträgt die Steigerung nur 5,4 Prozent.
Der größte Markt für Social Networks ist laut der Studie Brasilien. Hier sprechen Mitglieder-Communitys satte 80 Prozent der Online-Bevölkerung an. Auf den Plätzen folgen Spanien und Italien mit 75 und 73 Prozent.
Bei der Analyse des deutschen Marktes führen die Experten die hohe Steigerungsrate auf die Entstehung von Netzwerken mit breiterer Zielgruppe zurück. Hier wird wer-kennt-wen genannt, das sich mit seiner Mischung aus Nachbarschafts-Community und Job-Bezogenheit mehr an den Mainstream wende als das Studenten-bezogene StudiVZ. Auch der Einstieg großer Verlage wie Holtzbrinck oder TV-Konzerne wie RTL hätten die Netzwerke einer breiteren Nutzerschicht zugänglich gemacht.
Neben der Bekanntheit stieg auch die verbrachte Zeit in Social Networks. Während die Nutzer im Dezember 2008 im Internet allgemein 18 Prozent länger als im Vorjahresmonat gesurft sind, stieg die Zahl bei Mitglieder-Communitys um 63 Prozent. In absoluten Zahlen sind das 45 Milliarden Minuten. facebook konnte sogar ein Wachstum um 566 Prozent verzeichnen – von 3,1 Milliarden Minuten auf 20,5 Milliarden. Die Marktforscher erklären diesen Anstieg damit, dass facebook die neunt-bekannteste Online-Marke weltweit sei und die höchste durchschnittliche Nutzungsdauer aller 75 populärsten Online-Brands aufweise (3 Stunden und 10 Minuten).
Mittlerweile hat facebook den Konkurrenten MySpace als populärstes Social Network abgelöst, heißt es in der Studie. Auch in diesem Fall nimmt der deutsche Markt eine Sonderstellung ein: Hierzulande liegt das Netzwerk von Mark Zuckerberg zurzeit nur auf dem sechsten Rang.
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