5,2 Milliarden Euro für Gründer-Kleinkredite
Für ihre jüngst veröffentlichte Studie zum Thema "Mikrofinanzierung" greift die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unter anderem auf eine Datenbank namens "KfW-Gründungsmonitor" zurück. Die gibt unter anderem Aufschluss darüber, mit welchen Finanzmitteln die Gründer zwischen 2006 gestartet sind. Als Mikrofinanzierung gelten für die KfW Finanzierungen bis zu einer Höhe von 25.000 Euro.
So haben 2006 rund 53 Prozent der Gründer Finanz- und/oder Sachmittel bezogen. Der Rest kam mit Sachmitteln oder sogar ohne zusätzliche Ressourcen aus. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass sich die meisten Gründer ihr Geld nicht bei Banken oder anderen Profi-Investoren besorgen. Nur 55,5 Prozent arbeiteten zur Kapitalbeschaffung mit den Geldinstituten zusammen. Grund: "Abgesehen von einem aus Sicht externer Kapitalgeber wie Banken gegebenem ungünstigen Ertrag-/Kostenverhältnis und geringen verfügbaren Sicherheiten besteht bei Gründern das Problem, dass wegen einer fehlenden Unternehmenshistorie ihre Managementfähigkeiten sowie die Erfolgsaussichten des angestrebten Geschäftmodells für außenstehende Kapitalgeber besonders schwer einzuschätzen sind (…). Daher ergeben sich für Kreditinstitute und andere Kapitalgeber bei Gründern hohe Aufwendungen der Bonitätsprüfung und Bewertung des Vorhabens, die sie in aller Regel in ihren Konditionenforderungen berücksichtigen. Dies führt zu höheren Finanzierungskosten aus Sicht des Gründers", so die Ausführungen in der KfW-Studie.
Für das Jahr 2006 zählte die KfW insgesamt 661.000 Mikrofinanzierungen an Gründer und Mittelständler. Das Volumen solcher Kleinkredite ist mit rund 5,2 Milliarden Euro vergleichsweise klein. So betrug das Volumen von neu zugesagten Krediten an Unternehmen und Selbstständige im gleichen Jahr satte 660 Milliarden Euro. Die Autoren der Studie machen jedoch auf den hohen Stellenwert der Mikrofinanzierung für den Wirtschaftsstandort Deutschland aufmerksam. Schließlich seien "kleinvolumige Finanzierungen für eine Vielzahl kleinerer Unternehmer essentiell zur Umsetzung ihrer Geschäftsideen".
förderland meint: Es spricht nicht gerade für den Gründerstandort Deutschland, wenn kleine, viel versprechende Geschäftsideen gleich in der Start-Phase abgewürgt werden – mit der Begründung, ein Bonitätscheck der Bank hole die Kosten nicht wieder rein. Leider bilden Social Entrepreneurs wie Norbert Kunz immer noch die Ausnahme. Es wäre sehr wünschenswert, wenn es hier baldmöglichst einen grundlegenden Sinneswandel bei einigen Investoren und Geldinstituten gäbe.
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