Start-ups international - Andere Länder - andere Start-ups
27.11.09 08:30

Start-ups international

Andere Länder - andere Start-ups

Fand man letzte Woche noch amerikanische Monokulturen aus dem Silcon Valley in diesem Artikel vor, ist die heutige Ausgabe von Start-ups international wieder ganz der Vielfalt der Nationen gewidmet. Und die zeigen was sie können: Drei radikal erfolgversprechende wie raffinierte Start-ups wollen heute von Ihnen entdeckt werden: Eines von einer britischen Insel, das zeigt, wieviel ein einziger Klick bewirken kann, ein zweites aus dem japanischen Kaiserreich, das uns eine Lektion im vertikalen Markt gibt und ein nordisches Start-up, das aus dem Durcheinander der Stimmen der Welt einen Chor erschafft.

One-Klick-Wonder

axess.im
- Ein Klick. Ein einziger Klick reicht, wir haben mitgezählt, um sich auf axess.im eine eigene Webseite zu erstellen. Kein Webspace anmieten. Keine Domain registrieren. Kein FTP-Programm installieren. Nicht mehr als ein Klick. - Gut, sagen wir zwei Klicks, wenn man den noch dazu rechnet, den man braucht, um die Seite zu speichern. Was man dann hat, ist zwar nur eine weiße Seite, aber sie gehört mit all Ihrer Leere demjenigen, der geklickt hat. Ist das nicht klasse? Da sich aber nur wenige Menschen an diesem Minimalismus so berauschen werden wie der Redakteur dieses Artikels, haben sich die Macher von axess noch das ein oder andere Detail ausgedacht, um die eigene Seite dann doch ein wenig schmucker und inhaltsreicher auszuformen. Hier steht dann ein klassischer Texteditor zur Verfügung, wie man ihn aus jedem größeren CMS kennt, weiterhin ein HTML-Editor, mit dem man die Seite ganz konventionell via CSS und Tabellen gestalten kann; nur muss man beachten, dass man auf axess keine weiteren Elemente wie Bilder oder Stylesheet-Dateien ablegen kann. Diese müssten extern über einen Image-Hoster oder andere Dienste eingebunden werden. Wie man einem farbigen Info-Button entnehmen kann, sind sogar schon Vorlagen in Arbeit, die auch dem untalentiertesten Coder in Zukunft noch zu einer passablen Webpräsenz verhelfen können. Wer sich jetzt noch fragt, wo die Top-Level-Domain .im seinen Ursprung hat, dem sei gesagt, das es sich hier um die Insel Man in der tiefsten irischen See handelt.
Potential: Sieht man von der Kleinigkeit ab, dass der axess-Dienst eine Leidenschaft dafür hat, den Firefox-Browser in die Knie zu zwingen, muss man doch neidlos anerkennen, dass hier ein großes Ding gelungen ist. Zwar steht axess noch ganz am Anfang seiner Bemühungen und ist noch nicht im Ansatz kommerzialisiert - das Potential ist dennoch nicht zu übersehen. Denn einfacher geht es nun nimmer, ein Web-Bürger zu werden. Da wo posterous den Weg für Blogs und ning für Social Communities geebnet haben, steht axess für alle bereit, die schon immer gern eine Website ihr Eigen nennen wollten. Unter uns: Für einen, der keine Ahnung von HTML hat, ist ein Blog auf posterous immer noch eine bessere Alternative, schon allein wegen der Möglichkeit, auf unkomplizierte Weise Bilder zu veröffentlichen. Aber für alle, die mehr wollen - hier ist es!
PS.: Ach übrigens, weit und breit ist kein Preisschild zu sehen - mit anderen Worten: Der Dienst ist gratis.
Merke: Es geht immer noch einfacher.

My dear Mister Singing Club!

mygengo.com/string
- Vor einiger Zeit berichteten wir schon über mygengo.com aus Japan, denen es gelungen ist, eine Übersetzungsplattform auf die Beine zu stellen, die von einer Community lebt. Doch diese einfallsreichen Japaner haben es nicht bei einem guten Service bewenden lassen, sondern ließen es sich nicht nehmen, direkt eine weitere schneidige Idee nachzulegen. Auch hier ist das Thema wiederum: Sprachen. Diesmal geht es um den mygengo-Dienst "string". string macht es möglich, dass das Autorenteam einer komplexen Seite, stets nachvollziehen kann, ob ein Text schon in eine andere Sprache übersetzt ist oder nicht. Dies macht natürlich nur auf vielsprachigen Seiten einen Sinn, doch das Prinzip ist einfach: Schreibt ein Autor einen relevanten Text um, so ist er für alle fremdsprachigen Autoren farbig markiert. Er wird erst wieder entmarkiert, wenn die betreffende Passage bearbeitet wurde. Clever, ne?
Potential: Wie auch gengos Ursprungs-Dienst, ist dieses Angebot ein absoluter Hit. Da die Gründer ganz nah an internationalen Kunden arbeiten und ein Gespür an den Tag legen, wie es halt nur Trüffelschweine und Gründer in so perfekter Ausprägung besitzen, kamen sie nicht umhin, diesen längst überfälligen Service ins Leben zu rufen. Noch steckt er zwar in den Kinderschuhen, doch die Betaphase läuft. Nimm Dich in Acht, liebes Silicon Valley, hier sind ein paar Burschen mit viel Tatkraft und einem guten Auge für Gelegenheiten.
Merke: Ruh Dich nicht auf dem aus, was Du geschafft hast - halte die Augen auf und schau, was Deine Kunden NOCH brauchen könnten. Stichwort: Vertikaler Markt

Blogposts im Elchtest

Twingly.com - Letztes Jahr war ein Start-up namens uberview.com der große Held in der internationalen Start-up-Szene. uberview konnte aus allen Social Communities, wie facebook oder twitter, Nachrichten zu bestimmten Themen herausfiltern. Das gibt es jetzt auch bei Twingly, nur mit RSS-Feeds, die wie wir alle wissen, mehrheitlich von Blogs und Nachrichten-Websites ausgegeben werden: Was für ein Werkezug! Sei es der Journalist, der Öffentlichkeits-Arbeiter oder das Trendopfer - alle lechzen sie nach Neuigkeiten! Und das beste ist, dass Twingly dafür sorgt, dass nur Quellen in den Fundus aufgenommen werden, die sich vorher qualifiziert haben. Themen werden in so genannten Twingly-Channels gebündelt - dort findet der Neophile sein Futter. Nacheinander können so relevante Blogeinträge durchgearbeitet werden. Wem die Resultate der Suche noch zu grob sind, der kann sie durch immer feinere Filter jagen und herrlichst nach Sprache, Herkunft, Alter oder Beliebtheit diskriminieren.
Potential: Die Schweden haben mit Twingly um einmal mehr bewiesen, dass sie mit ihren erfolgreichen Ideen, ein ganz großes Wort mitzusprechen haben im europäischen Gründergeschehen. Kein Wunder, dass bereits die Seedfinanzierung eine Million Euro betrug - hier steckt Potential drin. Ebenfalls kein Wunder, dass Branchen-Granden, wie etwa das Handelsblatt den Dienst eifrig nutzen. Dass Twingly auch Möglichkeiten zur Kommerzailisierung bietet, dürfte wohl jedem Gründer mit auch nur einem Quäntchen monetärer Fantasiebegabung nicht verborgen bleiben. Bleibt nur noch, jedem Blogger zu empfehlen, seinen Blog bei Twingly einzupingen, so dass seine Nachrichten einen weiteren Verbreitungskanal gewinnen. Als kleines Schmankerl bietet Twingly übrigens auch einen Screensaver an, der die aktuellen Blogaktivitäten auf der Erde grafisch erfasst. Eine echte Schau!
Merke: Beobachte, was das Web jeden Tag hergibt und backe etwas neues daraus. Zu holen ist viel: Daten, Statistiken, Meinungen, Preise, Verkehrsraten, Worte, Stimmungen, Farben, Personen …

© 2009 förderland
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Kommentare zu Andere Länder - andere Start-ups

Danke!

Danke für diesen tollen Beitrag! Dabei ist Channels noch in der geschlossenen Beta - aber wer dabei sein will mit eigenem Channel oder einfach nur mal gucken will, darf sich gerne bei mir melden. Nächstes Jahr wird Channels offen live gehen. Bis dahin entwickelen die Kollegen weitere Features und optimieren was das Zeug hält.
Feedback und Ideen sammeln wir hier http://getsatisfaction.com/twingly - tragt gerne was bei bzw. lest, was in Planung ist.

Diese Nachricht wurde von Anja Rauch am 27.11.09 (09:57:44) kommentiert.
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