Start-ups international - Andere Länder - Andere Start-ups
18.09.09 08:30

Start-ups international

Andere Länder - Andere Start-ups

Wieder einmal ganz und gar amerikanisch kommen die Start-ups dieser Ausgabe daher. Ja, es ist wahr - hinter den USA können sich alle anderen Nationen nur noch verstecken, wenn es ums Gründen geht, denn es ist der ureigenste Gedanke des American Way of Life, der in der US-Start-Up-Kultur zu Tage tritt. Diesmal haben wir einen Online-Experten-Service, einen hilfreichen, kleinen E-Mail-Dienst und ein Online-Orakel, das Ihnen sagt für wieviel Dollar Ihr Start-up in drei Jahren verkauft wird.

justanswer.com - Die thematische Verwandtschaft mit hiogi ist nicht von der Hand zu weisen: Auf justanswer.com kann jedermann Fragen an registrierte Experten stellen, seien es Ärzte, Mechaniker, Anwälte oder Handwerker. Und so funktioniert es im Detail: 1. Frage eintippen, 2. Expertengebiet auswählen 3. "Kopfgeld" auf die Frage aussetzen. Sobald man diese Schritte unternommen hat, wird eine Expertenantwort angeboten. Wenn man mit der Antwort zufrieden ist, bezahlt man einen zuvor deponierten Betrag. Wenn nicht, dann hat man die Möglichkeit, noch einmal nachzufragen. Die Experten können bewertet werden, so dass man eine Übersicht über deren tatsächliche Kompetenz erhält. Hier offenbart sich auch die andere Seite von justanswer: Wer als Experte auftreten will, der kann anhand eines kleinen Fragenkatalogs selbst einschätzen, ob er als Fachmann geeignet ist und sich dann registrieren.
Potential: Dieser Webservice ist durch und durch gut gestaltet. Angefangen vom Logo bis hin zur Benutzerführung erwartet den User hier ein professioneller Auftritt. Doch nicht nur die Seite selbst - auch Widgets, die auf anderen Websites eingebunden werden können, verleiten dazu, diesen Webdienst unbedingt einmal auszuprobieren. Und justanswer hat ein stabiles Rückrad: 20.000 angemeldete Experten aus aller Welt sind nahezu rund um die Uhr verfügbar und 20 Millionen Nutzer sind bei dem Service registriert. Geld verdient wird hier mit einem kleinen Anteil des "Kopfgelds", welches vom User auf die Beantwortung der Fragen ausgesetzt wird. Und sind wir doch mal ehrlich: Wenn wir die Zeit, die wir mit dem Googeln von Problemlösungen verbringen, in unseren Stundenlohn umrechnen würden, dann bezahlt man die geringe Prämie gerne. Also - bravo - schön gelöst! Schade, dass es den Dienst nur auf Englisch gibt.

younoodle.com - Was Sie schon immer über Ihr Start-up wissen wollten, aber nie gewagt haben zu fragen. So oder so ähnlich könnte der Slogan von younoodle lauten. Denn younoodle schätzt durch einen ausgeklügelten Algorithmus den zukünftigen Wert Ihres Web-Start-ups. Heraus kommt eine Zahl, die nicht nur Sie, als Gründer, sondern auch Ihre (zukünftigen) Geldgeber interessieren dürfte. Und wie funktioniert`s? Nach der Anmeldung muss der User einige Daten eingeben, die die vier Gebiete: Team, Finanzen, Konzept und Ratgeber/Mentoren abdecken. Dies getan und auf "Los" gedrückt, berechnet younoodle einen zukünftigen (3 Jahre voraus) Wert des Unternehmens. Es sei noch darauf hingewiesen, dass younoodle nur für Start-ups in der Frühphase, also noch vor einer Finanzierungsrunde, zur Berechnung geeignet ist. Außerdem ist der Service auf anglo-amerikanische Start-ups optimiert, das heißt Gründer aus amerikanischen Elite-Unis werden per se höher bewertet (Aus gutem Grund!?).
Potential: Auf den ersten Blick macht younoodle einen recht unattraktiven Eindruck auf den User. Ein billiges und unpassendes Design umrahmt den Inhaltsbereich fast wie in einer Todesanzeige. Auch die Benutzerführung gibt sich alles andere als einladend. Das Logo in Gummibärchenoptik weist jeden Vorwurf von Professionalität und Seriösität weit von sich, genauso wie der Name des Start-ups selbst. Doch macht man die Augen zu und lässt sich vom Software-Assistenten für blinde User den barrierefreien Inhalt bedächtig vorlesen, erkennt man, dass die Kalifornier noch einiges in petto haben. Zusätzlich zur schon bestehenden Start-up- und Gründer-Datenbank, in die jeder User sein Unternehmen eintragen kann, werden die Gründer zukünftig noch weitere Tools zur Start-up-Entwicklung und-Evaluierung entwickeln. Diese werden dann höchtwahrscheinlich nicht mehr kostenlos sein, wie der Start-up-Predictor-Service, mit dem das Unternehmen bisher auftritt. Wir bleiben am Ball, denn von younoodle wird man noch einiges hören.

10minutemail.com - Wahrlich, nichts ist umsonst auf der Welt. Dies ist um so wahrer und für jeden erfahrbar, wenn man sich im Web herumtreibt. Zwar gibt es eine Unzahl scheinbar kostenloser Angebote und Webdienste, doch allzu oft ist deren Benutzung mit einer Anmeldung verbunden. Und was das heißt, das weiß jeder: Spam, unwichtige Newsletter, womöglich noch Virus- und Phishing-Mails. Und wer kann davon ein traurigeres Lied singen als ein Online-Redakteur, der ständig seine Nase in neue Web-Start-ups stecken muss. Eine simple, aber einmalig effektive Lösung bietet deshalb dieser Dienst: Kommt man auf die Seite, findet man direkt ein Textfeld mit einer E-Mail-Adresse, die man per Klick in den Zwischenspeicher laden kann. Diese kann nun bei Anmeldungen jeglicher Art benutzt werden. Alle Antwort-Mails an die Adresse werden dann automatisch auf der 10minutemail-Seite angezeigt. Diese provisorischen E-Mail-Adressen haben allerdings ein recht kurzes Leben, denn nach 10 Minuten gibt es sie nicht mehr.
Potential: Um ein klassisches Start-up handelt es sich bei 10minutemail nicht. Außer ein paar kleinen Anzeigen und einem Spenden-Button ist keinerlei Kommerzialisierung des Dienstes sichtbar. Allerdings zeigt uns die Seite auf einfache Art, wie man unaufdringlich Eigenwerbung für sich macht. Eine schöne Kommunikations-Idee auch für Start-ups.

© 2009 förderland
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Kommentare zu Andere Länder - Andere Start-ups

Zahlungsabwicklung justanswer.com

Hallo,

ich finde das Konzept von justanswer.com ja sehr spannend, aber wie wird sichergestellt, dass die Experten auch bezahlt werden und damit auch die Betreiber der Plattform. Wenn ein User eine Frage stellt wird Ihm doch offiziell nie eine Frage gefallen, da er so keine Gebühren zahlen muss. Offline scheint diese freiwillige Zahlung zu funktionieren, da der persönliche Kontakt gegeben ist, aber Online ist die Geschichte doch viel zu anonym, oder sehe ich das falsch?

Grüße

Chris

Diese Nachricht wurde von Chris am 18.09.09 (15:47:29) kommentiert.

Zahlungsabwicklung justanswer.com

Es stimmt, dass der Benutzer nur dann mit der Antwort zahlt, wenn er damit zufrieden ist. Wenn man sich die Fragen und Antworten auf der Seite anschaut, sieht man jedoch, dass viele Benutzer nicht nur für die Antworten zahlen, sondern bereit sind, zusätzlich (freiwillig) zum "Kopfgeld" einen Bonus zu zahlen. Und der persönliche Kontakt, den Chris oben anspricht, kann auch online entstehen - zumindest bei mir.

Diese Nachricht wurde von Stefan Kronen am 18.09.09 (19:51:43) kommentiert.

Redakteur

Hallo Chris,
es funktioniert so, dass der User den Betrag, den er bereit ist zu bezahlen vorher per paypal oder Kreditkarte deponiert. Dieser Betrag wird immer bezahlt. Zumindest habe ich es so verstanden. Ich denke, dass es es aber die Möglichkeit gibt, sich zu beschweren, wenn man begründen kann, warum man mit dem Expertenrat unzufrieden war. Dann bekommt man sein Geld wieder.

Viele Grüße, C. Herrmann, förderland

Diese Nachricht wurde von C. Herrmann am 19.09.09 (10:22:36) kommentiert.

Ähnlich wie frag-einen-anwalt.de

Das Konzept ist sehr ähnlich wie frag-einen-anwalt.de, halt nur breiter aufgesetzt. Sonst sehe ich da keinen großen Unterschiede...

Diese Nachricht wurde von Mesut Yilmaz am 19.09.09 (16:54:52) kommentiert.

eine gute idee

Ich finde das das eine gute idee ist.

Diese Nachricht wurde von badelifter am 28.12.09 (23:58:49) kommentiert.
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