Studie - Web-2.0-Geschäftsideen erfolgreich umsetzen
29.10.08 10:30

Studie

Web-2.0-Geschäftsideen erfolgreich umsetzen

Gerade ist eine Analyse erschienen, die sich Gründer und Start-up-Betreiber im Web-2.0-Segment besonders genau ansehen sollten. Die Studie "Medien und Marken im Web 2.0" von Hubert Burda Media und der Wirtschaftsberatung Ernst & Young beschäftigt sich mit der Frage, wie man mit entsprechenden Angeboten Geld verdienen kann und welche Zukunftschancen der Markt bietet.

Als grundlegende Erlösquelle gilt laut der Untersuchung nach wie vor die Online-Werbung. Hier erwarten die Marktforscher, dass klassische Werbemittel wie Banner "noch längst nicht tot" seien. In den kommenden Jahren dürften allerdings Suchwortanzeigen und Partner-Netzwerke größere Bedeutung erlangen. Für viele befragte Vermarktungsexperten müssen die Werbemittel vor allem unterhaltsam für den Verbraucher sein. Daraus schließen die Macher der Studie, dass künftig verstärkt Bewegtbild-Werbung eingesetzt werden wird. Wie viel Geld diese Werbeform einbringt, will die Studie jedoch nicht vorhersagen. In Bewegtbild-Werbung "setzen viele der Interviewpartner große Hoffnung, wenngleich zum momentanen Zeitpunkt niemand in der Lage ist zu prognostizieren, wie hoch künftig Erlöse hieraus ausfallen werden", heißt es in der Analyse.

Die Nutzer von Web-2.0-Medien hält die Studie für besonders kritisch gegenüber Werbung. Deshalb schlagen die Macher vor, die Communitys nicht auf Werbeerlöse zu trimmen, sondern einen anderen Weg zu gehen. "Vielmehr bieten sich Social-Media-Seiten für eine anderweitige Nutzung an: für die Marktforschung. Die Unternehmen haben die Möglichkeit, ungefilterte Konsumentenmeinungen zu erhalten und neben dem Empfehlungsmarketing mehr Transparenz hinsichtlich ihrer Zielgruppen zu bekommen. Derart gewonnene Erkenntnisse können unmittelbar in die Produkt- bzw. Leistungsgestaltung zurückfließen und so die unternehmenseigene Marktforschung substanziell ergänzen", so die Studie. Zur Erschließung neuer Erlösquellen und der Erhöhung der Kundenbindung raten die Marktforscher zu Kooperationen wie zwischen focus.de und sevenload. Auch Lizenzierung kann funktionieren – allerdings bisher nur in Einzelfällen.

Von einigen Befragten wird personalisierte Werbung als Erfolgsmodell gesehen. "Vertrauen in den Anbieter ist hier entscheidend. Wenn Vertrauen erfolgreich aufgebaut werden kann, liegen in der personalisierten Werbung hervorragende Chancen, um Werbung an sich positiv aufzuladen", heißt es in der Studie.

Grundsätzlich schätzen die befragten Vermarktungsexperten die Web-2.0-Geschäftsmodelle als riskant ein. Denn oft seien die Businessmodelle nur auf schnelle Marktpositionierung ausgelegt gewesen, und die Kosten für die Technik hätten sich nicht amortisieren lassen. Deshalb raten die Macher der Analyse: "Umsatzmodelle dürfen zudem nicht nur trafficgetrieben sein. Das Hauptaugenmerk muss auf einer sauberen Abgrenzung im Hinblick auf andere Angebote im Portfolio liegen, um bei der Zielgruppenansprache oder Funktionalität nicht doch Gefahr zu laufen, Kannibalisierungseffekte zu provozieren."

Bezüglich der Chancen für neue Geschäftsideen im Web-2.0-Bereich sehen die Marktforscher eine natürliche Sättigung. Schließlich sei das Zeitbudget der Nutzer für den Aufenthalt in Communitys irgendwann erschöpft. Besonders große Chancen werden regionalen Angeboten eingeräumt, die eine kritische Masse an Nutzern erreichen und somit für Werbe- und Kooperationspartner interessant sind. "Aufgrund der geringen Erlöserwartungen bei reichweitenbeschränkten Angeboten im Vergleich zum erforderlichen Aufwand bietet sich diese Chance eher für kleinere Communitys als für größere Medienhäuser." Gründer mit entsprechenden Geschäftsideen dürften sich also ermutigt fühlen, auch zum jetzigen späten Zeitpunkt noch auf dem Web-2.0-Markt aktiv zu werden.

© 2009 förderland
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