Serie - Gründen während der Finanzkrise
18.02.09 08:30
Serie

Gründen während der Finanzkrise

Im Zuge der Finanzkrise haben Bundes- und Länderregierungen sogenannte Rettungsschirme zur Unterstützung von Banken und Unternehmen aufgespannt. förderland hat ein Gründerteam und einen erfahrenen Förderbanker nach ihren aktuellen Strategien und Erfahrungen befragt. Dieser Beitrag ist der erste Teil der neuen Serie "Gründen während der Finanzkrise".

Michael Schneider ist Vorstandsvorsitzender der LfA Förderbank Bayern. Für ihn bieten vor allem die zusätzlichen Mittel der bayrischen Staatsregierung für Gründer und Start-up-Betreiber mehr Raum für Finanzierungen. "Dieser Schirm hat die Chancen eines jungen Unternehmens auf eine gute Kreditversorgung in der jetzt schwierigen Zeit deutlich erhöht. Er vergrößert unsere Risikotragfähigkeit für 2009 und 2010 um 200 Millionen Euro, sodass wir gegenüber Hausbanken verstärkt für Unternehmenskredite bürgen können", erklärt Schneider. Das bedeutet konkret, dass die LfA "die Hausbank nun mit einer Bürgschaft bis zu 80 Prozent vom Kreditrisiko entlasten" kann. Dies gelte "nicht nur bei Investitionsfinanzierungen, sondern auch bei der Finanzierung von Betriebsmitteln. Die Folge: Die Bank kann einem Unternehmer trotz geringer bankmäßigen Sicherheiten Kredit einräumen und seine Liquiditätslücken schließen, so dass dieser Löhne, Mieten und Lieferantenrechnungen zahlen und die schwere Zeit überbrücken kann."

Klare Konzepte, offene Kommunikation

Um auch in Zeiten einer Finanzkrise an Kredite zu gelangen, rät Michael Schneider allen kapitalsuchenden Gründern und Start-up-Betreibern, "zuerst klare und erfolgversprechende Konzepte mit seriösen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen zu entwickeln, sich dann die passende Hausbank zu suchen und mit offener Kommunikation Vertrauen aufzubauen". Gute Chancen auf eine Finanzierung hätten Gründer, wenn sie "einen an die Gesamtsituation angepassten, realistischen Businessplan hat und darstellen kann, wie es um Eigenkapitalbasis, Liquidität und Ertrag seines Unternehmens steht", so Schneider.

Gründer-Motto: "Mache keine Schulden"

Eine Alternative für junge Unternehmen beschreiben Daniela Hinz und Arne Neuthor von der Online-Jobvermittlung für Messen und Events, promotionbasis.de. Bei den beiden Gründern gilt "seit jeher das Motto: 'Mache keine Schulden', sodass wir nur Dinge finanzieren lassen, die durch unsere Rückstellungen jederzeit ausgeglichen werden könnten." Trotz ihres Mottos haben die beiden promotionbasis-Macher ihre Strategie angesichts der Finanzkrise angepasst. "Natürlich prüfen wir vor dem aktuellen Hintergrund außergewöhnliche Anschaffungen besonders und stellen den einen oder anderen (Expansions-) Wunsch nach hinten. Wir reden aber hier glücklicherweise nur von 'Nice-To-Haves' und nicht von notwendigen Maßnahmen", erklärt Daniela Hinz.

Wer nicht wie promotionbasis organisch wachsen kann und auf eine Kreditfinanzierung angewiesen ist, sollte sich den Leitspruch von Michael Schneider von der LfA zu Herzen nehmen: "Gerade in der Krise liegen die Chancen der Mutigen!"

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