Kolumne von Werner Arndt, MBPW - Learnings aus 2009
06.01.10 08:30
Kolumne von Werner Arndt, MBPW

Learnings aus 2009

Wenn man sich an den Massenmedien orientiert, war das Jahr 2009 eine einzige Berg- und Talfahrt. Eine krisengeschüttelte Wirtschaft, die Wahl eines charismatischen Hoffungsträgers in den USA, Schweingrippe, erhitzte Klima-Diskussionen und vieles mehr. Der einzelne ist von den Themen 2009 in verschieden starkem Ausmaß betroffen, aber egal wie man auf das Jahr zurückblickt, als Gründer konnte man viel lernen, gerade durch die in den Medien verbreiteten Erfahrungen von anderen.

Werner Arndt ist Geschäftsführer der MBPW GMbH.
Werner Arndt ist Geschäftsführer der MBPW GMbH.

Krisen – welche Krisen?

Die Negativ-Schlagzeilen der Wirtschaftskrise wurden von den großen Industrie-Unternehmen dominiert. Sicher weil an diesen Namen das größte öffentliche Interesse besteht, aber zumindest für einen Teil der kleineren Unternehmen sah die Situation auch tatsächlich anders aus. Was haben die Dienstleistungs- und IT-Unternehmen richtig gemacht, die sich über neue, von der großen Konkurrenz abgewanderte Kunden, freuen durften? Zum Beispiel ein Preis-Leistungsverhältnis geboten, bei dem der Markenname nicht zur Leistung gerechnet wird und das wirklich transparent ist. Flexibilität bewiesen. Den Kunden zugehört und ein wirklich passendes, im Idealfall innovatives Angebot gemacht. Auch wenn Erfolg oder Misserfolg nicht nur vom eigenen Verhalten abhängen, haben sich die "klassischen Tugenden" von kleineren Unternehmen in den Krisenzeiten bewährt. Und was jeder, der Kapital verwaltet, sicher aus der Finanzkrise mitnimmt ist der Tipp: Finger weg von Finanzprodukten, die man nicht versteht …

Grün, grün, grün sind alle meine Kunden?

Umweltfreundlichkeit oder zumindest ein ökologisches Bewusstsein gehören jetzt zum guten Ton, auch in der Kommunikation von Unternehmen und Politikern. Dass aber, wie ja schon länger bekannt, die Moral in der Regel nicht zuerst kommt, zeigen die zähen Klima-Diskussionen in der internationalen Politik. Auch viele Start-ups haben bemerkt, dass zwar das Label Cleantech und Umwelttechnologie durchaus Türen öffnet, aber das schlagende Verkaufsargument die Kosten bzw. der Gewinn bleiben. Nur wer Rohstoffe UND damit Kosten spart oder wer seinen Kunden durch Umweltfreundlichkeit entscheidende Marketing-Vorteile liefern kann, sollte sich als "grünes" Unternehmen positionieren.

Yes, we can – was auch immer!

Seine Auftritte lösten weltweit Begeisterung aus und führten zum Wahlsieg. Da konnten Politik-Experten noch so oft beklagen, dass Barack Obama in seinen Reden zu wenig über sein politisches Programm verrate und zu wenig faktenorientiert sei. Was ich dabei (be)merkenswert für Gründer finde? Dass nicht nur Wähler emotional erreichbar sind, sondern auch Investoren und Kunden, egal ob B2B oder B2C. Eine positive emotionale Botschaft unterstützt die Überzeugungskraft der – vorausgesetzt fundierten – Fakten.

Zum Jahresanfang wünsche ich allen Gründern und Lesern ein spannendes und erfolgreiches 2010!

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Kommentare zu Learnings aus 2009

Cleantech ist mehr als ein Label

Sehr geehrter Herr Arndt,
ich gebe Ihnen in vielen Einschätzungen durchaus Recht - allerdings kann ich die Einschätzung, Cleantech sei für Startups lediglich ein Label, um gesellschaftlich besser dazustehen, nicht teilen.
Cleantech bzw. die Technologien, die Sie und ich damit verbinden, werden eine grüne industrielle Revolution auslösen. Natürlich geht es auch um Gewinn und Umsatz - aber das angebotene Produkt ist entweder Cleantech oder nicht.
Und Startups stehen wohl kaum im Verdacht, Greenwashing zu betreiben, oder?

Diese Nachricht wurde von Martin am 06.01.10 (09:01:27) kommentiert.
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