Was wurde eigentlich aus ... ? - "Dieses und nächstes Jahr werden sehr schwierig sein - für alle und für alle Themen"
25.06.09 08:30
Was wurde eigentlich aus ... ?

"Dieses und nächstes Jahr werden sehr schwierig sein - für alle und für alle Themen"

Vor fast genau zwei Jahren hat förderland den Seriengründer Sven Schmidt zum Start der Stammbaum-Community verwandt.de interviewt. Gemeinsam mit seinem Partner Daniel Grözinger hat er schon einige erfolgreiche Web-Projekte, wie dialo.de und getgo.de, realisiert. förderland fragt nach, was aus den Projekten von gestern geworden ist und welche Erfahrungen das Team in der Zwischenzeit gemacht hat.

Daniel Grözinger und Sven Schmidt von verwandt.de
Daniel Grözinger und Sven Schmidt von verwandt.de

förderland: Guten Tag Herr Schmidt! Fast genau zwei Jahre ist es her, dass wir Sie interviewt haben. Ihr Status damals: Sie hatten gerade mit Ihrem Kollegen Daniel Grözinger die Stammbaum-Seite verwandt.de gegründet und hatten schon einige erfolgreiche Projekte, wie dialo oder getgo.de hinter sich gebracht. Wie ist der Status heute?

Sven Schmidt: verwandt.de ist seitdem stark gewachsen. Wir sind in der Zwischenzeit in zehn Sprachen verfügbar und es haben sich schon mehr als neun Millionen Familien weltweit bei uns angemeldet. Finanziell werden wir von den renommierten Risikokapitalgebern Neuhaus Partners sowie Hasso Plattner Ventures unterstützt.

Was haben Sie in der Zwischenzeit alles dazugelernt?

Schmidt: Zwei Dinge – den Erfolg von Facebook über alle Altersschichten hinweg nicht zu unterschätzen sowie den Nutzern Datenbanken zum Suchen von Ahnen anzubieten. In den USA entwickelt sich Facebook zu der Plattform, über die Familien kommunizieren. Das ist eine strategische Bedrohung für alle Anbieter in unserem Segment. Daher muss man sich differenzieren. Eine Möglichkeit ist es, analog zu Ancestry, Datenbanken zum Suchen von verstorbenen Verwandten anzubieten. Hier gibt es ein klares Bedürfnis unserer Nutzer.

Wie hat sich Ihr Projekt "Dealjäger" entwickelt? Ist das Konzept der "User-generated"-Preissuche aufgegangen?

Schmidt: Preissuche ist ein schwieriges Thema in Deutschland, da die Platzhirsche wie idealo.de oder guenstiger.de sehr, sehr gut sind. Wir mussten feststellen, dass man sehr viel Geld braucht, um diesen ernsthaft Konkurrenz machen zu können. Das wollten wir nicht investieren und betreiben Dealjaeger weiter als sehr kleines Projekt.

In der Zwischenzeit hat sich auch in der Welt einiges getan. Exits sind bei weitem nicht mehr so profitabel wie noch 2007. Lohnt sich das professionelle Gründen immer noch?

Schmidt: Wegen Exits sollte man kein Unternehmer werden. Daniel und ich sind Unternehmer aus Überzeugung. Dafür braucht es einen langen Atem. Dieses und nächstes Jahr werden sehr schwierig sein – für alle und für alle Themen.

Das Dauergründen ist eine sehr zeitaufwändige Sache - bleibt da das Privatleben nicht auf Dauer auf der Strecke? Man wird ja auch älter!

Schmidt: Unternehmer sein hat Vor- und Nachteile. Zum einen muss man immer erreichbar sein, zum anderen ist man selbstbestimmt. Daher kann ich mich nicht beschweren.

Im letzten Interview haben Sie über "Value Added Services" gesprochen, also Nebendienstleistungen, die sich thematisch am Hauptprodukt orientieren. Eine Sache, die andere Gründer bestimmt auch interessiert. Was für "Services" haben Sie bisher umsetzen können?

Schmidt: Wir bieten den Stammbaum als Posterausdruck an. Demnächst werden wir die Erstellung von Familienwappen offerieren. Man muss halt sehr genau zwischen Kosten und Nutzen abwägen. Man läuft dazu immer Gefahr, den Fokus zu verlieren.

Bei verwandt.de stand es zur Debatte, Venture Capital zu akquirieren - haben Sie diese Möglichkeit genutzt? Was für Erfahrungen haben Sie mit Kapitalgebern machen können?

Schmidt: Wir sind sowohl mit Neuhaus Partners sowie Hasso Plattner Ventures sehr zufrieden. Paul Jozefak von Neuhaus lebt Consumer Internet: Er bloggt, twittert, kommuniziert mit seiner Familie über Facebook. HPV unterstützt uns mit ihrem Netzwerk, mit Hasso Plattner haben wir mehrere Stunden zusammen gesessen.

Als Gründer müssen Sie immer auf dem Laufenden sein. Welche Zeitschriften, Blogs, Webseiten lesen Sie um sich zu informieren?

Schmidt: Die Liste ist schon fast langweilig … Techcrunch, Venture Beat, Inside Facebook, Deutsche Start-Ups, Blogs von VCs wie von Brad Feld oder Fred Destin. Und als Zeitschrift den Economist – on- und offline.

Noch schnell zum Abschluss: Erzählen Sie uns von Ihren Plänen für die Zukunft! Wo geht es hin mit dem Gespann Schmidt-Grözinger?

Schmidt: Wir finden Gaming sehr spannend und unterstützen aktive unsere Beteiligung Farbflut (Betreiber u. a. von Pennergame.de). Ansonsten haben wir die Domain auskunft.de erworben. Da kann sich jeder denken, was wir damit vorhaben. ;-)

Wir bedanken uns für das Interview!

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Kommentare zu "Dieses und nächstes Jahr werden sehr sc ...

Value Added Services

Sorry, aber "Value Added Services" ist keine Web 2.0 Erfindung wie es hier darsgestellt wird sondern nennt sich eigentlich Crosselling ( somit 1. Semester BWL ).. sorry fürs klugscheissen

Diese Nachricht wurde von Karl Lagerfeld am 26.06.09 (15:45:56) kommentiert.
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