Drei spannde Start-ups aus den Staaten
Manchmal ergibt es sich in dieser Artikelreihe, dass den Leser nicht nur eine vorbildliche Start-up-Idee aus einem anderen Land erwartet, sondern auch gleichzeitig ein Tool, das ihm beim Gründen ordentlich unter die Arme greift. Heute haben wir wieder so ein Glück und je nach Interessengebiet erwarte nuns gleich drei neue Helferchen. Also worauf warten? -Lesen! Viel Vergnügen!
Location-Based-Services werden erwachsen
scvngr.com - Holla - wie freut sich foursquare, die GPS-Internet-Community, dass Monat für Monat steile Benutzerzahlen eingefahren werden. Doch nicht nur dutzende Konkurrenten mit ähnlichen Konzepten sitzen dem Start-up im Nacken, sondern auch einige, die es besser machen wollen. So auch scvngr, ein Online-Spiel, welches ausdrücklich Anschluss an die Realität sucht. Während der foursquare-Nutzer nur "eincheckt", also ein Knöpfchen drückt, wenn er an einem Bestimmten Ort angekommen ist, möchte scvngr noch einen drauf setzen und stellt dem User bei Ankunft einige zu bewältigende Aufgaben. Jetzt fragen Sie sich sicher, warum das einen Fortschritt darstellen soll, wo doch ein Knopfdruck viel einfacher zu bewerkstelligen ist. Erstens sind die Aufgaben zumeist mit einer Belohnung für den Ausführenden verbunden und zweitens gelangt das Unternehmen so zu einem weit strafferen Erlösmodell als die Konkurrenz. Typische Aufgaben sind übrigens Dinge wie: Fotos schießen, Sachen bestellen, Texte schreiben usw. Die Aufgaben werden von den Usern selbst gestellt.
Potential: AIDA - Die Zauberfomel eines jeden mittelmäßgen Marketing-Vortrags suggeriert Werbeerfolg durch Attention-Interest-Desire-Action. Aufmerksamkeit und Interesse sind den führenden GPS-Diensten foursquare und Gowalla gewiss. Aber beim Verlangen und bei der resultierenden Aktion beschränken sich die Unternehmen auf relativ müde Konzepte. Anders scvng. Diese Plattform bietet durch von Sponsoren zur Verfügung gestellte Aufgaben und Preise lukrative Beweggründe, an den Spielen teilzunehmen. Ein Juwelier aus Toledo blies beispielsweise zu einer Jagd auf einen 12.000 Dollar-Ring - Hunderte von Teilnehmern machten die Schatzsuche zu einem Medien-Schlager. Auch die Möglichkeit des Gruppen-Check-ins stellt scvngr aus der Konkurrenz heraus. Hier können mehrere Gruppen gegeneinander antreten. Schnitzeljagden, Flashmobs und Massenkäufe können so organisiert werden. Stellen Sie sich etwa vor: Karstadt verkauft Marken-Laptops für 200 Euro das Stück - aber nur, wenn mindestens 300 svngr-User auftauchen und daran teilnehmen. Großes Kino. (Social-Media-Marketer sollten sich jetzt übrigens schon einmal auf die Plattform vorbereiten - sie ist im Nullkommanichts in Deutschland)
Warum machen Sie es denn nicht gleich richtig?
gomockingbird.com - Bevor ein Maler sich an ein Gemälde gibt, macht er zumeist ein paar Skizzen. Auch von vielen technischen Neuerungen baut man vorher Modelle und Prototypen, um zu sehen, ob sie auch wirklich funktionieren. Bei der Entwicklung von Software ist die Erstellung solcher Prototypen meist ähnlich aufwendig wie das Endprodukt selbst, deshalb selten rentabel. Zumindest fürs Web-Design und zum Planen von Benutzeroberflächen kommt nun Land in Sicht: mockingbird ist nämlich ein Tool, das es dem Designer erlaubt, einen Prototyp einer Website mit funktionierenden Verlinkungen zu entwerfen - quasi eine lebendige Sitemap. Doch mockingbird bietet noch mehr als eine bloße Funktionssammlung und Test-Tools - durch eine Sharing-Funktion erhalten Kunden und Team-Mitglieder Einsicht auf das angelegte Funktionsmodell.
Potential: Nicht nur für Designer, sondern auch für das Erproben von Geschäftsprozessen und nacherlebbaren Flow-Charts ist mockingbird durchaus geeignet, liebe Gründer. Man muss kein Profi sein, um das Tool zu bedienen, kann aber schon einen großen Teil der Konzeption erledigen. So lassen sich Investoren besser überzeugen und Umsetzungs- Aufgaben priorisiert einteilen. Auch zeigt uns das Entwickler-Team von mockingbird ein Geschäftsmodell auf, das sich damit beschäftigt, Prozesse der digitalen Wirtschaft zu vereinfachen. Beobachten Sie selbst Ihre Schwierigkeiten bei der Projektentwicklung und leiten Sie dementsprechend neue Geschäftsmodelle ab! Was ist Ihnen diese Woche beispielsweise extrem auf den Senkel gegangen? - Aufschreiben und drüber nachdenken!
Ein Affiliate-Konzept empfiehlt sich
zferral.com - E-Commerce. Mjam! Was für ein Wort! - Dabei läuft jedem anständigen Gründer das Wasser im Munde zusammen. Vor allem, weil der Markt so dynamisch ist und sich jede Woche neue Möglichkeiten und Herausforderungen bieten, den Gewinn zu maximieren. Entwickelt man eine E-Commerce-Plattform, so wird am Anfang mit dem Schaufelbagger gearbeitet, nachher aber mit der Nagelfeile. zferral bietet dem elektronischen Geschäftsmann genau so eine Nagelfeile an: Mit dem Service des US-Start-ups können Online-Händler Ihrem Shop nämlich ein wichtiges Marketing-Instrument hinzufügen - ein eigenes Affiliate-Programm! Nun muss man nicht mehr Mitglied bei zanox oder affilinet sein - nein, mit ein paar Klicks hat man sein eigenes Programm und kann es auch verwalten! Ein weiterer Vorteil: Nun wird jeder zum Publisher - der Twitteraner genau wie der Facebooker. zferral funktioniert mit Anmeldung, aber ohne große Verträge: Vermittle einen Verkauf und Du bekommst Geld! Zack, so einfach kann es gehen. Übrigens sorgt zferral mit einer gewohnten Armada an Analyse- und Verwaltung-Tools für einen transparenten Ablauf der Affiliate-Programme.
Potential: Die Atomisierung einiger sicher geglaubter E-Commerce-Heiligtümer setzt langsam, aber beständig ein. Händler sind nicht mehr auf Agenturen angewiesen, um ihr Online-Marketing in die Hand zu nehmen, sondern absolvieren das mit günstiger Software. (Ein weiteres Beispiel hierfür wäre übrigens syncfu - ein Widget, was Groupon nahezu überflüssig macht.) Was die Preisgestaltung für den zferral-Service angeht, so verfolgt das Unternehmen eine Freemium-Strategie, oder wie sie es selbst ausdrücken: "Pay-as-you-grow". Für kleine Läden ist das Tool gratis, ab einer Affiliate-Provision von 100 Dollar im Monat geht es aber ans Bezahlen. Die Frage, die wir als Gründer uns stellen müssen ist: Welche Marketing-Leistung wird bisher noch zentral von wenigen Großen übernommen, die man an die einzelnen Betroffen selbst übertragen könnte.
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