Kolumne von Werner Arndt, MBPW - Gewonnen... was dann?
03.03.10 08:30

Kolumne von Werner Arndt, MBPW

Gewonnen... was dann?

Wer bei der Prämierung eines Business Plans oder Gründerwettbewerbs seinen Namen hört, sollte zumindest nicht völlig überrascht sein. Schließlich hat er sich ja beworben und wurde in den meisten Fällen schon über seine Nominierung informiert. Man muss sicher keinen Aufwand wie bei einer Oscar-Verleihung betreiben, aber ein wenig kann man sich schon vorbereiten, um die gebotenen Chancen auch optimal zu nutzen und nicht etwa – vom Scheinwerferlicht geblendet – in ein Fettnäpfchen stolpern.

Werner Arndt ist Geschäftsführer der MBPW GMbH.
Werner Arndt ist Geschäftsführer der MBPW GMbH.

Auf der Bühne

Natürlich ist jeder, der nicht oft auf Bühnen steht, erst mal  nervös, wenn er ins Publikum blickt und auch noch etwas sagen soll. Ruhig durchatmen, das ist ok, denn sichtlich erfreute und etwas aufgeregte Sieger verleihen jeder Prämierungsfeier auch Würze. Allerdings sollte unbedingt noch das Unternehmen repräsentiert werden können, wenn schon mal das gesamte Netzwerk des Veranstalters ungeteilte und positive Aufmerksamkeit schenkt. Bei den meisten Prämierungen werden die Sieger auf der Bühne kurz interviewt und gefragt, was sie machen. Für den Fall der Fälle können sich Teams vorher absprechen, wer auf der Bühne was sagt. Meistens sollen die einzelnen Teammitglieder sich kurz vorstellen und sagen, welche Aufgabe sie haben, und  der "Team-Sprecher" die Idee nochmal kurz erklären. Oft läuft dabei im Hintergrund oder vor der Preisübergabe eine kurze Vorstellung des Siegerprojekts auf Präsentationsfolien mit Text und Bildern oder manchmal auch vorher gedrehte Videos. Was bleibt dann noch zu sagen? Man kann ruhig ungefähr dieselbe Erklärung nochmal in eigenen Worten wiedergeben, das wirkt noch mal anders. Am besten sollte man sich dann noch kürzer und einfacher fassen, um möglichst "leichte Kost" für ein breit gefächertes Publikum zu bieten. Unbedingt überlegen sollte man sich vorher auch, was nicht gesagt werden darf. Vor Publikum, wenn man keine direkten Reaktionen erkennt, stellt sich schnell das Gefühl ein, sein Projekt noch nicht ausreichend erklärt oder "beworben" zu haben. Dann aber bloß nicht in technologischen Details versteigen! Wegen der Verständlichkeit, aber noch viel wichtiger, der Vertraulichkeit!

Auf dem Networking-Parkett

Egal wie sich die Sieger auf der Bühne geschlagen haben, ein gewisses Maß an Bekanntheit haben sie im Netzwerk und unter den Interessenten am Wettbewerb erlangt. Meistens werden die prämierten Teams in der nächsten Zeit öfters angesprochen. Daraus können sich interessante Kontakte ergeben. Wer noch auf der Suche nach etwas konkretem ist, z.B. Unterstützung in einem bestimmten Fachbereich, sollte sich aber nicht darauf verlassen, sondern weiterhin selbst aktiv auf die Suche beim Networking gehen. Und auch wenn die Prämierung natürlich eine Bestätigung ist, haben die Sieger noch nie mit 100 von 100 Punkten gewonnen. Also bitte im Siegestaumel nicht konstruktive Kritik und Verbesserungsvorschläge übersehen! Schließlich ist nach dem Sieg oft vor der nächsten Wettbewerbsrunde und besonders wichtig: vor dem Markterfolg!

© 2009 förderland
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