Studie - Große Potenziale in Kultur- und Kreativwirtschaft
18.02.09 11:30
Studie

Große Potenziale in Kultur- und Kreativwirtschaft

Gründer auf der Suche nach Geschäftsideen sollten sich auch mit der Kultur- und Kreativwirtschaft beschäftigen. Diese Branche bietet großes Potenzial – auch in Zeiten der Finanzkrise. Das besagt jetzt eine Studie "Kultur- und Kreativwirtschaft" aus dem Bundeswirtschaftsministerium.

Dagmar Wöhrl, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, beziffert die Anzahl der Erwerbstätigen in der Kultur- und Kreativwirtschaft auf eine Million. Der Beitrag zur Bruttowertschöpfung beläuft sich laut Wöhrl auf satte 63 Milliarden Euro, der Umsatz im Jahr 2008 lag bei 132 Milliarden Euro. "Die Dynamik geht insbesondere auf das Konto der kleinen Unternehmen", so die Staatssekretärin. "Die Kultur- und Kreativwirtschaft hat gegen den allgemeinen Trend im Jahr 2008 positive Wachstumszahlen geschrieben."

Mit diesen Eckdaten zählt die Kreativbranche zu den Schwergewichten der deutschen Volkswirtschaft. Mit einem Wertschöpfungsanteil von 2,6 Prozent kam sie 2006 fast an die von der Wirtschaftskrise gerade besonders gebeutelte Automobilindustrie heran (3,1 Prozent). Anders als bei den milliardenschweren Unterstützungspaketen sieht die Studie bei der Kreativindustrie jedoch noch Verbesserungsbedarf bei der Förderung. "Auch die kreativen Kleinunternehmen brauchen einen noch besseren Zugang zu den klassischen Fördermaßnahmen für den Mittelstand. Diese wichtige Empfehlung der Studie wird die Bundesregierung aufgreifen." In welcher Art dies konkret geschehen soll, ließ die Staatssekretärin allerdings offen. Mitte Juni will die Bundesregierung erste Ergebnisse ihrer Überlegungen präsentieren.

Die Studie empfiehlt unter anderem eine stärkere Einbindung der Kreativindustrie in bestehende wirtschafts- und technologiepolitische Programme. Darüber hinaus solle ein Expertennetzwerk aufgebaut werden, dass den Unternehmern Beratung und Coachings anbietet. Die Macher der Analyse legen der Bundesregierung zudem ans Herz, Bewertungsmaßstäbe für Banken und Wirtschaftsförderer zu entwickeln. So sollen Unternehmer aus der Kreativwirtschaft künftig bei Geldinstituten und Venture Capitalists auf offenere Ohren stoßen.

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