Gründertrends 2008
Der Masse folgen oder sich eine Nische suchen? Welche Branchen für Gründer besonders attraktiv sind – aber auch wo die Konkurrenz aktuell am größten ist – zeigt die Gesamt-Statistik des MBPW 2008. Insgesamt gehörten ganze 50 Prozent der Ideen 2008 zum Bereich Information und Kommunikation. Ungebrochen ist dabei der Trend der Internet-Communitys und Web 2.0-Ideen.
Das große Geld im Internet?
Bei der Bewertung des Potenzials gehen die Meinungen vieler Experten und Investoren auseinander. Während so mancher Juror fast schon die Augen verdreht, glauben andere, dass Erfolgsgeschichten wie facebook, Xing und StudiVZ durchaus noch möglich sind und lassen sich gerne von neuen Geschäftsmodellen überzeugen.
Die große Frage, wie mit den Communitys Umsatz gemacht werden soll, gehen die Gründer vor allem durch Individualisierung und Spezialisierung an. Vernetzt werden soll nicht jeder mit jedem, sondern User mit gleichen Interessen werden zu gewerblichen Zwecken zusammengeführt, zum Beispiel um geschäftliche Partner zu finden oder eigene Angebote zu vertreiben. Diese Zielgruppen versprechen eine höhere Zahlungsbereitschaft und sind für den Werbemarkt besonders attraktiv.
Allerdings geht es gar nicht immer um das große Geld. Für einige Gründer von Social Communitys steht tatsächlich der soziale Aspekt der Vernetzung im Vordergrund. Ihre Mitglieder sollen tauschen oder nach dem Flohmarkt-Prinzip geringe Preise aushandeln - für Gegenstände, aber auch für Wissen und Leistungen, die jeder Teilnehmer individuell erbringen kann und die sich gegenseitig ergänzen. Damit ist ein weiterer Trend im Internet angekommen, der sich in den letzten Jahren beim MBPW etabliert hat: Social Entrepreneurship, die Verbesserung der gesellschaftlichen Bedingungen auf unternehmerische Art.
Schnellstarter und Revoluzzer
Allerdings gehören zu Information und Kommunikation auch viele Software- und Medien-Ideen. Da in diesem Bereich die Barrieren für den Unternehmensstart relativ niedrig sind - teure Produktionsanlagen werden meistens nicht gebraucht - können die Gründer schnell loslegen und auch bald schwarze Zahlen schreiben.
Anders sieht es in den Branchen Chemie/ Biologie/ Life Science (8 Prozent), Maschinenbau (7 Prozent) und Elektronik (10 Prozent) aus. Hier sind die Anfangsinvestitionen meistens sehr hoch, aber es winkt ein riesiges Wachstumspotenzial, zum Beispiel im Energie-Markt, den einige Gründer mit neuen Technologien zur Energie-Erzeugung oder zur besseren Verwertung revolutionieren wollen.
Im nicht-technischen Bereich (26 Prozent) versuchen viele Gründer, Franchise-Systeme zu etablieren und träumen von Handels- oder Gastronomie-Imperien im Stil der bekannten Burger- und Coffeeshop-Ketten.
Chancen und Potenziale gibt es also wirklich in allen Branchen – genauso wie genügend Konkurrenz. Aber die spornt ja bekanntlich auch an …
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