- Westerwelle für Festhalten an Atomenergie
15.01.07 09:13

Westerwelle für Festhalten an Atomenergie

München/Düsseldorf (ddp.djn). Der FDP-Chef Guido Westerwelle fordert die Abkehr vom beschlossenen Ausstieg aus der Atomenergie.

Der Ausstiegsbeschluss der früheren rot-grünen Bundesregierung gehöre korrigiert, alles andere sei nicht im deutschen und europäischen Interesse, sagte Westerwelle am Sonntag auf dem Neujahrsempfang der nordrhein-westfälischen FDP in Düsseldorf. Der Vorstandsvorsitzende des Essener RAG-Konzerns, Werner Müller, hält den Neubau von Atomkraftwerken in Deutschland für notwendig.

 

Westerwelle betonte, dass weltweit 30 neue Kernkraftwerke im Bau und 160 geplant seien. Es sei ein «ganz schwerer Fehler», wenn Deutschland die «weltweit beste Technologie bei Forschung und Sicherheit» von Atomenergie abwickele, anstatt sie ins Ausland zu exportieren. Wenn das letzte Kernkraftwerk in Deutschland abgeschaltet sei, werde zudem einen Tag später der Strom aus sehr viel unsichereren Kernkraftwerken im Ausland kommen.

 

Der FDP-Chef mahnte zugleich, dass der Ausstieg aus der Atomkraft klimapolitisch falsch sei und die Abhängigkeit Deutschlands bei Energiefragen verstärke. Russland sei gerade dabei, seinen Status als Weltmacht aufzuholen und zur «Energie-Weltmacht» zu werden.

 

RAG-Chef Müller sagte dem Nachrichtenmagazin «Focus», man werde auf lange Sicht nicht um den Neubau von Atomkraftwerken herum kommen. Zunächst solle aber «erst mal die Laufzeitfrage erörtert» werden, fügte Müller hinzu. Der frühere Bundeswirtschaftsminister sprach sich dafür aus, die bestehenden Atomkraftwerke solange laufen zu lassen, wie sie technisch sicher sind.

 

Müller begründete seinen Vorstoß damit, dass die Kernenergie nicht nur eine CO2-freie, sondern auch eine nationale Energiequelle sei. Bisher sei die Stromversorgung eine nationale Angelegenheit mit den Energieträgern Braun- und Steinkohle, Atomenergie und Sonne in nationalen Kraftwerken. «Diese Autonomie zu erhalten, wäre für mich eine Anstrengung wert», sagte Müller.

 

ddp/wib/mbr

© 2009 förderland
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