Interview mit Feliks Eyser, Justaloud.com - "Rechtliche Fragen waren von Anfang an ein großes Problem für das Projekt"
29.08.07 08:00

Interview mit Feliks Eyser, Justaloud.com

"Rechtliche Fragen waren von Anfang an ein großes Problem für das Projekt"

förderland im Gespräch mit Feliks Eyser, Mitgründer von Justaloud.com, über einen Partner für juristische Fragen, die Kooperation mit Edelight, finanzielle Sorgenfreiheit und eine Musikplattform für unabhängige Künstler und Musikinteressierte.

Das Gründerteam von Justaloud (v.l.): Christopher Beuchert, Marc Boeker und Feliks Eyser.
Das Gründerteam von Justaloud (v.l.): Christopher Beuchert, Marc Boeker und Feliks Eyser.

förderland: Herr Eyser, wer sind Sie, was können Sie, was machen Sie?

Feliks Eyser:
Mein Name ist Feliks Eyser, 19 Jahre alt, geboren und wohnhaft in Stuttgart. Eigentlich bin ich Student für Wirtschaftsinformatik im dritten Semester. Zurzeit kümmere ich mich aber mehr um mein neues Projekt, Justaloud.com. Unternehmerisch tätig bin ich schon immer gewesen. 2004 habe ich mit Freunden zusammen dann meine erste Firma gegründet, damals ging es um EDV-Dienstleitungen und IT-Beratung für Privatleute und kleine Unternehmen. Dieses Projekt habe ich Anfang 2007 an einen Konkurrenten verkauft um mich voll auf Justaloud.com konzentrieren zu können.

Durch viel Learning-by-Doing und kleinere Projekte neben der Schule habe ich einige Kenntnisse im Bereich der Web-Entwicklung angesammelt. So habe ich bei Justaloud.com anfangs noch bei der Entwicklung ausgeholfen, diesen Part aber mittlerweile abgegeben und konzentriere mich jetzt auf die Projektkoordination und das Marketing.

förderland: Wie ist die Idee entstanden und wer sind die Menschen hinter Justaloud?

Eyser:
Die Idee zu dem Projekt entstand Anfang 2007. Marc Boeker und ich hatten uns über eine Einladung der Firma studiVZ nach Berlin kennengelernt, nachdem wir beide bei einer Ausschreibung mitgemacht hatten, bei der es darum ging, Sicherheitslücken auf der Webseite von studiVZ aufzudecken.

Wir beide waren bei mittelständischen IT-Unternehmen angestellt und von unserer Arbeit nicht wirklich voll ausgelastet - deshalb überlegten wir uns einige Geschäftsideen für Internetprojekte. Irgendwann sind wir beim Thema Musik hängengeblieben. In dem Markt tut sich gerade einiges, viele eingerostete Strukturen sind dabei zu zerbrechen - ein ideales Umfeld für ein Start-Up-Unternehmen, wie wir fanden.

Marc - eigentlich auch Wirtschaftsinformatikstudent an der BA - betreut von Anfang an die Technik der Seite und hat auch die Kerntechnologie entwickelt. Christopher Beuchert - unser dritter Mann - ist wenige Wochen nach Findung der Grundidee zu uns gestoßen. Er studiert Musik in Frankfurt, betreut bei uns die Künstler und arbeitet im Marketing mit mir zusammen.

förderland: Was genau verbirgt sich hinter dem Projekt?

Eyser:
Kurz zusammengefasst - Justaloud.com ist eine Musikplattform für unabhängige Künstler und Musikinteressierte. Musiker können einen eigenen Shop einrichten und ihre Musik in digitaler Form verkaufen. Außerdem können Künstler sich einer großen Community von potentiellen Fans vorstellen und bei der Verbreitung ihrer Musik von Empfehlungen innerhalb des Netzwerkes profitieren.

Daneben haben Musikinteressierte die Möglichkeit, neue und unabhängige Musik zu entdecken, Lieder kostenlos vorzuhören und schließlich zu fairen Preisen zu kaufen. Denn bei Justaloud.com entscheidet die Community über den Preis der Musik. Ein Song startet immer bei 0 Cent. Je öfter er gekauft wird, desto höher steigt der Preis des Stückes, bis maximal 99 Cent. Wir erhoffen uns dabei, die Verbreitung der Musik innerhalb des Netzwerkes zu fördern und auf lange Sicht für jeden Song einen fairen Preis finden zu können.

förderland: Nach achtmonatiger Vorbereitungsphase legen Sie am 1. September richtig los. Was steht momentan noch auf Ihrer ToDo-Liste?

Eyser:
Ein paar technische Features müssen wir vor dem Launch noch umsetzen. Die Payment-Schnittstelle ist zum Beispiel noch nicht vollständig integriert - bisher haben wir alle Mitglieder der geschlossenen Alphaphase mit einem Startguthaben subventioniert.

Woran wir auch noch arbeiten, sind einige Promotion-Tools für Künstler, damit diese ihren Justaloud.com-Shop nach dem Launch auch direkt richtig bewerben können - beispielsweise auf ihrer eigenen Homepage.

Die Entwicklungen gehen gut voran, wir sind zuversichtlich, dass bis zum Start alles umgesetzt ist, was wir uns vorgenommen haben.

förderland: Was sind die größten Schwierigkeiten, mit denen Sie und Ihre beiden Mitstreiter noch bis zum tatsächlichen Launch des Portals zu kämpfen haben?

Eyser:
Mittlerweile sind die meisten Schwierigkeiten glücklicherweise überwunden, daher ein kleiner Rückblick in die Vergangenheit. Rechtliche Fragen waren von Anfang an ein großes Problem für das Projekt und haben uns auch viel Zeit gekostet. Glücklicherweise haben wir mit Carsten Ulbricht - ein Rechtsanwalt aus Stuttgart mit starkem Fokus auf Web 2.0-Projekte - einen starken Partner für juristische Fragen gefunden und konnten alle wichtigen Punkte klären, die für den Vertrieb von Musik auf User-Generated-Content Basis relevant sind.

Auch die Zusammenarbeit mit Verwertungsgesellschaften, wie der GEMA, hat anfangs einige Fragen aufgeworfen. Nach einigen Telefonaten, noch mehr E-Mails und einem netten Besuch in München konnten wir aber auch mit dieser Gesellschaft einen guten Rahmenvertrag aushandeln, der uns für`s erste alle Freiräume gibt, die wir brauchen.

© 2009 förderland
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