Start-ups international - Andere Länder - Andere Start-ups
26.02.10 13:30
Start-ups international

Andere Länder - Andere Start-ups

Heute schauen wir uns zwei Web-Start-ups aus den USA an, eines grundsolide, das andere mit kleinen Konzeptionsproblemen. Zu guter Letzt werfen wir einen Blick auf ein niederländisches Projekt, was das Thema OpenSource ganz neu interpretiert und dessen Grundsätze zukünftiges Gründen stark beeinflussen könnte.

"Start-up am Apparat!"

FonGenie.com
- Wie man einen erfolgreichen Start-up Kuchen backt: Man nehme einen Offline-Service, der mäßig interessant ist (In diesem Fall: ein Telefon-Antwort-Dienst), automatisiere ihn, mache ihn mit ein paar Klicks individualisierbar und biete ihn für ein paar Euro fünfzig im Monat mit erweiterbarem Premiumpaket an. Fertig. Und jeder will ein Stück. FonGenie hat genau dies befolgt und noch einiges mehr geleistet: Speziell für kleinere Gewerbe ist dieser Telefondienst gestrickt. Wer keine Lust hat, den ganzen Tag Anrufe entgegen zu nehmen, sondern lieber zu arbeiten, der ist hier richtig. Ruft ein Kunde an, kann die Anlage ihm je nach Anliegen Fragen beantworten, seine Nachricht aufzeichnen oder ihn in dringenden Fällen an Sie weiterleiten. Das ganze peppt man dann noch mit individuellen Ansprachen, Antwortstrukturen und einigen Analyse-Tools auf und Schreiner Meier ist glücklich.
Potential: Zugegeben - so einfach wie oben beschrieben, war die Entwicklung dieses Start-ups gewiss nicht - das Konzept allerdings schon. Halten Sie sich deshalb auch an simple Ideen, die aber in der Lage sind in Masse ordentlich Umsatz zu machen. Noch ist FonGenie umsonst, doch in nicht allzu weiter Ferne, ist natürlich damit zu rechnen, dass die Betreiber auf ihre Kosten kommen wollen. Die Seite selbst, auf der der Service angeboten wird, ist attraktiv und professionell gestaltet; die Bedienung ist einfach und es wird damit geworben, dass mit FonGenie der Umsatz steigt (Man hat die Möglichkeit, Sonder- und Tagesangebote zu präsentieren). Alles in allem ein sehr gelungen Dienst. In Deutschland würde dieses Konzept zwar nicht ganz so sehr akzeptiert werden, wie in den Staaten, doch mit ein wenig grübeln und zurichten kann man auch in hierzulande ein rundes Ding daraus machen.

Open Businessplan

instructablesrestaurant.com - Ja, dieser Dienst ist erklärungsbedürftig und äußerst interessant. Denn er zeigt auf, wie sich OpenSource als richtiges Geschäftsmodell etablieren könnte. OpenSource hat man in der Welt noch nicht so recht verstanden und es war bisher eher ein Phänomen im Software-Bereich. Das will dieses niederländische Projekt ändern - indem es ein Geschäftskonzept, nämlich ein Restaurant, samt kompletter Ausstattung umsonst zum Download anbietet. Wie soll das denn gehen? Folgendermaßen: Alle Speisekarten, Rezepte, Werbungen, Leuchtschilder, Anleitungen zum Möbelbau und zur Einrichtung des Restaurants - alles einfach per Mouseclick erhältlich. Möbel werden hierbei größtenteils aus Abfällen, wie alten Fässern, gebaut, billige Ikea-Lampen zur Deckenbeleuchtung kombiniert oder aus Spanplatten Tische gezimmert. Zu den Gesamtkosten, gibt es leider keine Informationen, doch hoch dürften sie nicht sein.
Potential: Ob das Restaurant selbst ein Riesenhit wird, das steht in den Sternen, doch der Ansatz, das OpenSource-Konzept vom Internet weg ins wirkliche Leben zu katapultieren, ist durchweg erstaunlich und eröffnet ganz neue gesellschaftliche Perspektiven. Und liebe Gründer: Es ist durchaus nicht so, dass OpenSource-Macher arme Schlucker wären. So sind durchaus Geschäftsmodelle denkbar, bei denen man die fachkundige Hilfe der Initiatoren braucht, um das Modell schnell und gut umzusetzen. In diesem Fall vielleicht einen Handwerker, in einem anderen Fall vielleicht einen Ingenieur. Also - werft die Hirne an und beginnt fleißig nach Ideen zu suchen. Die Zukunft beginnt jetzt.

Micro-Charity

eCharityBox.com
- In Deutschland ist das Thema Charity nicht so groß wie in den angelsächsischen Ländern: Der Sozialstaat federt vieles an Übel und Armut ab, was in Übersee durch Mildtätigkeit kompensiert wird. Deshalb ist der Schritt, das Thema ins Web zu bringen, keine besondere Verstandesleistung. Dennoch versuchen die Initiatoren dieses Projektes eine Neuerung einzuführen, die da wäre, einen Micro-Payment-Standard für Charity-Belange zu etablieren. Und so soll es funktionieren: Der Benutzer und zukünftige Spender legt einen Zugang an, auf dem er seine Kreditkartendaten hinterlässt. Nun hat er die Möglichkeit, per mobiler App oder Widget verschiedene Organisationen nach Gutdünken zu bedenken. Ist eine bestimmte Grenze erreicht, werden die gesammelten Beträge als ein Transfer abgebucht.
Potential: Dieses Pferd hinkt an zwei Beinen. Einerseits muss der Spender sich vor dem Spenden anmelden und eine App herunterladen. Andererseits wird hier auf seine Eigeninitiative gebaut und nicht auf seine Spontanität - ein großer Fehler bei diesem Thema. Das Spenden funktioniert meist nur, wenn der Anreiz für den Geber direkt vor der Nase liegt. Könnte man hier nicht mit OpenID oder einem ähnlichen Dienst zusammenarbeiten? Man würde mit Hilfe standardisierter Buttons spenden - die Summe würde vermerkt und wenn ein bestimmter Betrag erreicht wird, bekommt man eine E-Mail und müsste erst dann die Anweisung zum Überweisen geben.

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