Start-ups international - Andere Länder - Andere Start-ups
11.12.09 08:30

Start-ups international

Andere Länder - Andere Start-ups

Wie jeden Freitag wagen wir nun auch heute wieder einen Blick hinaus in die Welt, um zu erfahren, womit sich Gründer jenseits Teutonias Grenzen beschäftigen. Dafür marschieren wir wie einst auch Hannibal über die Alpen, wo ein Florentiner Start-up das Web verschönert. Dann wird es wieder etwas kälter, wenn ein Projekt aus Schweden das Web auf einen Nenner bringt. Zu guter Letzt segeln wir um die halbe Welt, um in Kalifornien ein Unternehmen kennenzulernen, das mit einfachsten Mitteln riesigsten Erfolg hat.

Der Make-Up-Artist für die Website

patapage.com
- Der Teufel liegt im Detail, so sagt man und man hat recht damit. Gerade, wenn man nicht ganz so viel Ahnung von Webprogrammierung hat und dennoch eine brauchbare und funktionelle Seite auf die Beine stellen will, steht man erst einmal ratlos da. Dieser Ratlosigkeit hat sich dieser Webdienst, von italienischer Hand gefertigt, angenommen und hilft allen Bloggern und anderen Aushilfswebbern, ihre Seiten modern, aktuell und hübsch zu gestalten. Hierfür bietet patapage ein ganzes Arsenal an Buttons und Funktionen, die man sich auf der Seite zusammenkomponieren und dann per ausgegebenen Script einfach in die eigene Seite einkopieren kann. Genährt von einer Funktionsbibliothek auf den patapage-Servern, bedienen sich die Scripte aus allem, was das Web so hergibt: Twitter-Buttons, Formularfelder, Kommentarfunktionen, Abstimmbuttons, Bildergallerien, Suchengaben oder Wikis - für jeden ist etwas unter dem patapage-Weihnachtsbaum versteckt.
Potential:
Ein professionelles Design, eine übersichtliche Handhabung und eine einigermaßen gelungene Usibility zeichnen dieses Tool aus. Gut durchdacht und funktionell kommt es daher und könnte eine erfrischende Code-Quelle für semiprofessionelle Webpublisher werden. Zwar ist noch der ein oder andere kleine Fehler zu finden, dafür ist die Seite aber ja erst im Beta-Status. Was das ganze Konzept leider etwas trübt, ist die seltsame Strategie, die Seite zu monetarisieren. Nach der Beta-Phase soll der Nutzer die Dienste monatsweise (?) einkaufen können zu einem Preis von 39 Dollar, bzw. 26 Euro. Gut, wenn man sich den seinen Stundenlohn betrachtet und dann ausrechnet wie lange man selbst an diesen Dingen sitzen würde, dann findet man schnell heraus, dass sich der Preis rechnet. Doch so funktioniert das Internet nicht. Auch nicht wenn man, wie in diesem Fall eine Flatrate bekommt, denn die ist doch offensichtlich nur für Leute interessant, die am laufenden Band Websites dekorieren. Und die Leute heißen Webdesigner und haben meist schon eigene Strukturen entwickelt, um solche Elemente auf den Seiten ihrer Kunden einzubinden. Hier muss also noch gefeilt werden.
Merke:
Wer war nochmal genau Deine Zielgruppe?

Guten Tag, ich bin das Internet


sputtnik.com - Manchmal gibt es kleine Fleckchen auf der Erde, dort ist die Welt noch in Ordnung. Zum Beispiel auf sputtnik.com - ganz überschaubar und in zehn Kategorien geordnet, findet sich hier ein beschauliches Abbild der Riesenkrake namens World Wide Web. In diesen zehn Kategorien sind nach Ansicht der schwedischen Macher die wichtigsten, nützlichsten und besten Webseiten, die man kennen muss, mit passendem Logo aufgelistet. Den Rest kann man wohl getrost knicken.
Zugegebenermaßen ist es ja so, dass das Web für einen, der damit noch nichts am Hut hatte geradezu beängstigend monströs und unüberschaubar ist. Demjenigen ist hiermit sicherlich geholfen. Doch auch für manchen, der meint sich schon ein wenig auszukennen, ist noch das ein oder andere Schmankerl zu entdecken.
Potential: Der Sputnik war der erste Satellit im All und er konnte nicht viel mehr als die Erde umkreisen und Piep machen. So einfach wollten es die Macher von sputtnik.com wohl auch umsetzen und es ist ihnen auch gelungen. Ein wenig zu sehr vielleicht, denn irgendwie wirkt die Seite noch etwas kühl, leer und zu simpel. Auch merkt man an einigen kleinen Details, dass sie doch noch in den Kinderschuhen steckt. Beispielsweise hätte man einiges mehr erreichen können, wenn man die Kategorien personalisieren könnte, durch automatisches Hinzufügen oder Umarrangieren der Einträge. Doch da stellt sich heraus, dass man es hier mit einer relativ statischen Seite zu tun hat, die sich solchen Anforderungen gekonnt widersetzt. Einkommen wird hier bisher von einigen sporadisch auftauchenden Werbebannern erzeugt, die sich thematisch an den Kategorien orientieren. Ein großer Wurf ist dieses Start-up nicht, man hätte hier wirklich eine Seite machen können, die Web-Neulingen die Materie ein wenig gezielter näher bringt. Doch der Ansatz ist gut.
Merke: Schau, was es im Web so gibt und bereite es für eine spezielle Zielgruppe auf.

How to be Successful in Web-Business

wikihow.com - Mit welch einfachen Mitteln man doch eine verdammt schöne, wie auch nützliche Seite aufziehen kann zeigt uns in diesem Lehrstück das US-Start-up wikihow. Was der Name nicht schon verrät, wird im Slogan geklärt: "The how to manual that you can edit". Wo wikipedia Fragen offenlässt, nämlich vor allem im Bereich der praktischen Anwendung, knüpft dieses Wiki an diesen Bedarf an und pflegt das gute alte Rezept des User-generated Content mit einer Technologie, die quasi jedem kostenfrei zur im Netz Verfügung steht. Das trifft natürlich nur auf die Wiki-Technik zu, das Design ist freilich allererster Kajüte: Ergonomisch in der Wahrnehmung, intuitiv im Gebrauch und zurückhaltend in der Präsentation. Und was man alles besser machen kann als der große Bruder, äußert sich nicht nur in der Gestaltung. Auch die Bedienung, die offensichtlichere Integration von Benutzerprofilen und einer Community sind vorbildlich und angenehm gelöst.
Potential: Tja, man braucht sich ja nur einmal die Google-Hitlisten, die Vielzahl der Fach-Foren oder die Klick-Charts anschauen, um zu erkennen, dass hier ein richtig dickes Potential an Nutzern vorhanden ist. Nutzer, die sich alle in dem Vorhaben vereinen, herauszubekommen, wie irgend etwas funktioniert. Auch die Möglichkeiten der Kommerzialisierung der einzelnen Beiträge auf so einem Wiki sind für jeden offensichtlich und werden von wikihow auch konsequent verfolgt: Nach jedem Eintrag findet man Google Ads, die dem Leser die Materialien anpreisen, die man für die gerade beschriebene Tätigkeit braucht. Und das ist wahrscheinlich noch nicht einmal das Ende der Fahnenstange. Am Schluss eines solchen Artikels ärgert man sich als Leser, wie auch als Redakteur, dass man nicht selbst auf so eine prima Idee gekommen ist.
Merke: Was gibt es für Technologien gratis im Web? Was kann man daraus basteln?

© 2009 förderland
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Kommentare zu Andere Länder - Andere Start-ups

Thank you for the review

Thank you for the review of Patapage (I am one of the developers of it). The supported features are ever expanding, for example we are releasing contributing site screenshot annotations today.

For pricing, we are thinking of introducing a lower 1-year price in order to simplify life of the user. Indeed the same paid account can be used for several sites.

Please do contact me if you have any other suggestion or perplexity.

Diese Nachricht wurde von Pietro Polsinelli am 11.12.09 (10:18:58) kommentiert.
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