Kolumne von Werner Arndt, MBPW - Gründen in der Krise II: Von der Uni ins Unternehmerleben
24.06.09 11:30

Kolumne von Werner Arndt, MBPW

Gründen in der Krise II: Von der Uni ins Unternehmerleben

Der Sprung von der Hochschule in den Arbeitsmarkt gilt schon seit längerem als große Hürde. Nach der "Generation Praktikum" heißt es jetzt "Wir Krisenkinder", wie der Spiegel erst vor kurzem titelte. Beim MBPW haben schon immer viele Studenten mitgemacht, die noch während oder gleich nach dem Studium loslegen wollten. Für qualifizierte Absolventen, die sich ein ums andere Mal vergeblich beworben haben, gewinnt die Alternative Selbstständigkeit natürlich an Attraktivität.

Erst Erfahrungen sammeln oder gleich durchstarten?

Ich habe auch schon viele unternehmerische Erfolgsgeschichten von Studenten oder Absolventen-Teams erlebt - allerdings gibt es auch einige Coaches und Investoren, die Gründungswilligen nahe legen, erst als Angestellte Erfahrungen zu sammeln. Idealerweise kann man dabei sein Know-how erweitern, Kontakte zu späteren Geschäftspartnern knüpfen und lernen, wie ein Unternehmen aufgebaut und organisiert wird. Allerdings hören wir von vielen Gründern, dass sie in ihrer bisherigen Karriere in größeren Unternehmen vor allem erfahren haben, wie sie es selbst nicht machen wollen. Viele Unternehmer und Berater betonen auch, dass die Organisation von Start-ups nur bedingt mit der von größeren Unternehmen vergleichbar ist. Ganz abgesehen davon müssen Unternehmer wahre Allround-Talente sein, während gerade auf der Einsteiger-Ebene als Mitarbeiter fast nur spezialisierte Fähigkeiten gefragt sind – sprich, der Ingenieur in der F&E Abteilung wird wahrscheinlich wenig von der Finanzplanung mitbekommen. Es gibt also doch ein paar Gründe, die zwar nicht gegen das Sammeln von Erfahrungen sprechen, aber den praktischen Nutzen und die Notwendigkeit geringer als von vielen eingeschätzt darstellen.

Einen klaren Vorteil haben studentische bzw. sehr junge Gründer, wenn sie eine Zielgruppe angehen, zu der sie selbst noch gehören. Es liegt auf der Hand, dass sie hier die Bedürfnisse der potentiellen Kunden, die Marktchancen und noch zu besetzenden Nischen am besten beurteilen können. Beispiele sind Social Communitys wie facebook, Studi VZ oder Lokalisten. Viele Geschäftsideen zielen auch auf Karriereberatung von Studierenden ab, es geht um die Wahl des Studienfachs, die Finanzierung und eben den Berufseinstieg.

Von der Uni ins Team

Als Königsweg würden letztendlich die meisten erfolgreichen Unternehmer und Berater kein reines Studenten- bzw. Absolventen Team, sondern eine Mischung aus Erfahrung und Aufbruchsgeist sowie verschiedenen Kompetenzen empfehlen. Was viele international erfahrene Unternehmer und Investoren noch ansprechen, ist das Thema Scheitern bzw. der gesellschaftliche Umgang damit. Während es in den USA eher angesehen ist, einen – auch vergeblichen – Versuch gewagt zu haben, werden gescheiterte Gründer in Deutschland noch eher schief angesehen. Das sollten Gründer, die ganz am Anfang ihres beruflichen Werdegangs stehen, beachten und gegebenenfalls die Stärken – Initiative, Mut, Engagement etc. – betonen, die sie auch als letztendlich nicht erfolgreicher Jungunternehmer bewiesen haben.

© 2009 förderland
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Kommentare zu Gründen in der Krise II: Von der Uni ins ...

EXIST Gründerstipendium

Vielleicht sollte hierbei auch auf das EXIST-Gründerstipendium verwiesen werden:

http://www.exist.de/exist-gruenderstipendium/

Hier gibt es Geld vom Staat für Gründungen aus der Uni heraus!!!

Diese Nachricht wurde von Ich am 25.06.09 (11:52:37) kommentiert.
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