Interview mit Kathrin Möntenich, PICK-A-PEA
"Erst vergangene Woche hatten wir wieder zwei Fernsehteams im Haus"
Zur Person: Kathrin Möntenich war viele Jahre als leitende Angestellte bei deutschen Handelsmarken tätig und traf 2006 den Entschluss, sich selbstständig zu machen. Nachdem sie verschiedene Idee im Kopf hin und her gewälzt hatte, entschied sie sich, gemeinsam mit zwei Partnern, ein neuartiges Fast-Food-Konzept ins Leben zu rufen. Im Oktober vergangenen Jahres ist sie mit PICK-A-PEA, NRWs erstem zertifizierten BIO-Imbiss, im RheinCenter in Köln-Weiden an den Start gegangen.
förderland: Im letzten Jahr haben Sie den NUK-Businessplan-Wettbewerb für sich entschieden. Wie hat dieser Gewinn Ihr Geschäftskonzept voran gebracht?
Kathrin Möntenich: Generell ist es für ein junges Konzept immer von Vorteil, wenn einem die hochkarätige Jury bescheinigt, dass man gut vorbereitet ist. Das pusht das Selbstbewusstsein ungemein. Hinzu kam eine sehr gute Medienresonanz, ausgelöst durch die Pressemitteilung anlässlich der Preisverleihung. Noch heute kommen interessierte Journalisten auf uns zu und möchten über das Konzept berichten. Erst vergangene Woche hatten wir wieder zwei Fernsehteams im Haus. Das ist unbezahlbar.
Was raten Sie den Teilnehmern des diesjährigen Wettbewerbs – wie sollte man die Sache angehen? Was kann man mitnehmen und was muss man tun, um letztendlich auf dem Siegertreppchen zu landen?
Möntenich: Wir haben viele positive Impulse aus den Feedbacks der Gutachter gezogen. Ich habe fast alle Vorträge und Veranstaltungen besucht und dort einiges dazu gelernt. Ob man gewinnt oder nicht, ist eigentlich egal, denn wer teilnimmt, hat bereits gewonnen: Ein kostenloses Rundum-Coaching in Sachen Businessplan. Ich kann jedem nur raten, die Experten auf den Meetings regelrecht auszuquetschen. Stellen Sie jede Frage, die Sie haben, mag sie noch so profan erscheinen und nutzen Sie die Meetings für Networking, Networking, Networking.
Wenn sie total für ihre Idee brennen und es ihnen gelingt, die Jury an diesem Fieber teilhaben zu lassen, dann stehen die Chancen gut – auch generell für die Zukunft ihres jungen Unternehmens.
Im Herbst 2008 haben Sie Eröffnung gefeiert. Wie ist das, wenn man sein Konzept, dass vorher nur auf dem Papier existierte, im realen Leben erlebt? Ist alles so gelaufen, wie Sie sich das im Vorfeld vorgestellt haben?
Möntenich: Ganz ehrlich? Ich war so fertig, als wir endlich eröffnet haben, dass ich erst heute dazu komme, alles zu genießen. Vieles ist so geworden, wie wir es erhofft haben, zum Beispiel unser Anspruch an hohe Qualität bei knapper Zeit. Erst gestern hat ein Kunde zu mir gesagt, wie herrlich es sei, dass Pommes Frites endlich wieder richtig nach Kartoffeln schmecken. Viele Kunden bestätigen uns eine sehr schöne Atmosphäre im Laden. Wir werden auch sehr oft gefragt, wo denn die anderen Filialen sind. Somit ist der Anspruch an einen systemfähigen Ladenbau gelungen. Außerdem erhalten wir viel Lob für die Freundlichkeit und "Andersartigkeit" unseres Service-Teams.
Am 27. Januar bekommen Sie das Bio-Siegel verliehen. Was bedeutet das für Sie? Ist der Trend zu "Bio" ungebrochen?
Möntenich: Absolut! Der Verbraucher hat große Lust, mehr und mehr Verantwortung für sich und die Welt, die ihn umgibt, zu tragen. Doch wir sind keine Weltverbesserer und auch nicht die Ernährungspolizei. Für uns ist die Übergabe des EG-BIO-Siegels nur das i-Tüpfelchen unseres Versprechens an die Produktsicherheit und die Qualität unserer Speisen, obwohl es bei uns um Fast-Food geht. Verantwortungsvolles Essen – trotz knapper Zeit – ist mit PICK-A-PEA möglich geworden.
Sind die Leute immer noch bereit – in Zeiten der großen Finanzkrise – für "Bio" ein wenig tiefer in die Tasche zu greifen? Spüren Sie die Finanzkrise? Und entwickeln sich die Umsätze so, wie Sie sich das vorgestellt haben?
Möntenich: Wir haben eine unglaublich positive Resonanz aus allen Bevölkerungsschichten. Der Teenager kommt nach der Schule und holt sich ne Tüte Fritten, die Familien kommen und schätzen unsere Qualitätssicherheit, die Berufstätigen und die Senioren lieben unsere Suppen und Eintöpfe und vor allem der männliche Gast, steht auf unseren Hamburger, weil das Fleisch zwischen den Brötchen tatsächlich nach Fleisch schmeckt.
Wir haben eine stramme Kalkulation gemacht und weichen mit unseren Preisen nicht deutlich vom herkömmlichen Fast-Food-Markt ab. Unterm Strich zählt die Qualität der Speisen, sie muss überzeugen. Zum Glück ist das Feedback hervorragend, ob mit oder ohne Finanzkrise.
Was sind – hinsichtlich PICK-A-PEA – Ihre Pläne, Erwartungen und Hoffnungen für 2009?
Möntenich: Erstaunlicherweise haben wir vom Start weg recht viele Franchise-Anfragen, unter anderem auch aus dem Ausland, gehabt. Eigentlich hatten wir gar nicht vor, direkt in diese Richtung durchzustarten, sondern wollten erstmal ein Jahr Basisarbeit machen. Aber da das Eisen, dass wir da geschmiedet haben, derart heiß ist, führen wir jetzt bereits die ersten Gespräche. Natürlich wäre es schön, wenn wir da in 2009 konkreter würden. Es muss aber auch nichts übereilt werden. Für mich und mein Team wünsche ich mir, dass wir uns weiter festigen und weiterhin so viel Spaß und Enthusiasmus haben wie bisher.
Beobachten
anzeige
-
Berater-Netzwerk
Jetzt Mitglied werden im förderland Berater-Netzwerk.
mehr...
-
Private Krankenversicherung
Sparen Sie 2.400 EUR pro Jahr bei besserer Leistung.
mehr...
-
Sie suchen einen Steuerberater?
Jetzt kostenlos und unverbindlich.
mehr...
Beratungsförderung vom Staat
Facebook Fanpage
RSS Feed abonnieren
- Nachrichten Gründer, Start-ups, Investoren Feed abonnieren
- Aktuelle Veranstaltungen Feed abonnieren
- Aktuelle Fachbeiträge Feed abonnieren
Themen im förderland-Forum
Kolumnen & Serien
marktplatz
-
Vorlagen
Über 5000 professionelle Vorlagen
-
Franchise-Ideen
Franchise-Systeme im Vergleich.
-
Hochschulen in Deutschland
Adressen und Informationen
-
Gründungsberater in Ihrer Nähe
Finden Sie den besten Gründungsberater
-
förderland-Buchshop
Buchempfehlungen, Rezensionen
-
Kreditversicherung
Alles zum Thema Kreditversicherung.









