Kolumne von Olaf Jacobi - Vom Abschluss der ersten Venture Capital-Finanzierungsrunde bis zum Exit
16.12.09 13:30
Kolumne von Olaf Jacobi

Vom Abschluss der ersten Venture Capital-Finanzierungsrunde bis zum Exit

Olaf Jacobi ist Partner bei Target Partners in München und investierte in der Vergangenheit als Business Angel in junge Unternehmen im IT- und Internet-Bereich.
Olaf Jacobi ist Partner bei Target Partners in München und investierte in der Vergangenheit als Business Angel in junge Unternehmen im IT- und Internet-Bereich.

In der vergangenen Serie "Die Arbeit eines Venture Capital Investors" erklärte Olaf Jacobi, Partner beim Münchner Venture Capital-Investor Target Partners, wie das erste Screening der eingehenden Businesspläne funktioniert, was bei der Erstellung eines Term-Sheets zu beachten ist, welche wichtigen Bestandteile dieser haben sollte sowie alles rund um den Abschluss der Finanzierungsrunde. Doch wie geht es im Anschluss daran weiter? In seiner aktuellen förderland-Kolumne gibt er einen Einblick, wie Venture Capital-Investoren vom Zeitpunkt, an dem die Finanzierungsrunde abgeschlossen ist, bis hin zum Exit, helfen können.

Geht es darum ein Unternehmen mit einer bestimmten Geschäftsidee bis zum Exit zu begleiten, unterstützt der Venture Capital-Investor das Start-up bezüglich:

- des Networkings, Coachings und Teambuildings
- der Arbeit im Aufsichtsrat beziehungsweise Beirat
- den weiteren Finanzierungsrunden
- des Exits

Beginnen wir damit, die Hilfe des Venture Capitalisten im Bereich Networking, Coaching und Teambuilding zu beschreiben:

Internationaler Roll-out

Nicht jedes Start-up sollte beziehungsweise muss zeitnah oder zukünftig international tätig sein - es kommt auf das Geschäftsmodell an. Ist der Gründer jedoch ein Softwareunternehmer, so ist insbesondere der US-amerikanische Markt relevant. Hier können Venture Capitalisten unterstützen, die Unternehmenserfahrung in den USA sammeln konnten. Sei es dank dem in den USA aufgebauten Netzwerk oder den gemachten Erfahrungen im Bezug auf Business Cases, die anders als in Deutschland umgesetzt werden. Nicht jedes bestehende Management-Team eines Start-ups verfügt über das nötige internationale Know-how. Internationale Vertriebserfahrung ist etwa bei jungen Gründerteams nur selten vorhanden. Jeder Markt ist anders und verzetteln kostet bares Geld. Hier hilft sich, Routine ins Boot zu holen.

Woher mit dem erfahrenen Manager?

Doch wie geht der Venture Capitalist bei der Suche nach weiteren Managern vor? Durch das bestehende nationale und internationale Netzwerk kommen diverse Manager auf den Investor zu. Die Personal- und Management-Entscheidung basiert auch hier auf den Referenzen des jeweiligen Aspiranten. Es gilt demnach zu diskutieren, ob die Erfahrung, die der Manager mit in das Unternehmen bringt, auch zu der jeweiligen Phase des Start-ups passt.

Know-how Transfer

Als Investor gibt es selten Situationen innerhalb eines Unternehmens die dem Venture Capitalisten und oftmals selber ehemaliger Unternehmer neu sind – sie sind oft alte Hasen auf dem Gebiet. Dieses Know-how kann von den Jungunternehmern angezapft werden. So sind unter anderem Gespräche und Diskussionen mit den Gründern und dem CEO, das Teilen von eigenen Erfahrungen und Erfahrungen, die der Venture Capitalist in anderen Bereichen und mit anderen Start-ups gemacht hat, Gold wert.

Im nächsten Beitrag der Kolumnenreihe gehe ich darauf ein, wie ein Venture Capital-Investor bei der Arbeit im Aufsichtsrat beziehungsweise Beirat mit Rat und Tat zur Seiten stehen kann.


Zur Person:
Olaf Jacobi ist Partner bei Target Partners in München und investierte in der Vergangenheit als Business Angel in junge Unternehmen im IT- und Internet-Bereich. 2005 gründete er Collax Inc. (Boston und München), die Linux-Serversysteme für den Mittelstand anbietet und leitete das Unternehmen bis Ende 2006 als CEO. Zuvor war Olaf Jacobi Investor und Vertriebsvorstand der Cobion AG (IT-Security Software), die 2004 erfolgreich an ISS Internet Security Systems Inc. (Atlanta) verkauft wurde.

Von 1999 bis 2002 gehörte er zum Vorstand der ACG AG (NEMAX 50). Von 1992 bis 1999 war Olaf Jacobi in verschiedenen Managementpositionen im IT-Sektor tätig, unter anderem als Senior VP Marketing und Mitglied der Geschäftsführung der Minolta GmbH.

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