Gründer unter Gründern
Gezielte Kommunikation, Networking mit potenziellen Unterstützern und Brainstorming im Team für neue Ideen sind unbestreitbar wichtig für Gründer und Unternehmer. Was aber auch nicht zu kurz kommen sollte, ist der zwang- und - zunächst einmal - ziellose Austausch mit anderen. Manchmal sollte es eben der "Gründer von nebenan" oder auch ein "Leidensgenosse" sein und nicht das erfolgreiche – vorerst unerreichbare – Vorbild.
Wie läuft’s bei den anderen?
Gerade von unerfahrenen Gründern hören wir immer wieder, dass ihnen die Gespräche mit Gleichgesinnten in ähnlichen Situationen sehr wichtig sind. Wer nicht gerade an seinen schärfsten Konkurrenten gerät, kann bei den meisten Gesprächspartnern auf Verständnis für typische Anfänger-Probleme bauen, sich gegenseitig ermutigen und auch mal Dampf ablassen.
Andererseits sind die Informationen, wie es bei den anderen läuft, auch ein wichtiger Gradmesser dafür, welche der eigenen Schwierigkeiten normal sind, wo es Rahmenbedingungen gibt, die es offensichtlich keinem leicht machen und wo man als einziger scheitert und die Gründe bei sich selbst suchen muss. Aber auch Erfolge lassen sich unter Gründern gut feiern, das Erreichen eines Meilensteins macht bei anderen "Marathon-Läufern" sicher mehr Eindruck als bei erfahrenen Unternehmern, die schon hinter der Zielllinie stehen.
In guter Nachbarschaft
Ein Ort, an dem Gründer naturgemäß viele andere Jungunternehmer, auch mit ähnlichem Hintergrund, um sich haben, sind Gründerzentren. Viele unserer ehemaligen Teilnehmer haben ihre ersten Geschäftsräume in diesen Zentren, die günstige Konditionen, Förder- und Serviceleistungen bieten. Auch der MBPW sitzt im neuen Münchner Technologiezentrum.
"Theoretisch könnten wir überall entwickeln und unsere Notebooks wären unsere Büros", meinte neulich ein Teilnehmer und IT-Gründer. Allerdings sei die Atmosphäre in "seinem" Gründerzentrum ganz anders als in einem normalen Bürogebäude, das Klima sei viel gemeinschaftlicher. Solange es kein direkter Konkurrent sei, verrate man sich gegenseitig Tipps, gebe an die anderen nützliche Informationen weiter und spreche durchaus auch über Möglichkeiten einer Zusammenarbeit.
Konkurrenten und Wettbewerber
Natürlich muss man als Gründer aufpassen, wem man wie viel von sich preisgibt. Es dürfen keine Betriebsgeheimnisse ausgeplaudert werden und Lästern fällt nicht mehr unter Erfahrungsaustausch. Allerdings ist "Konkurrent" ein dehnbarer Begriff, in den Gründer meiner Erfahrung nach zum Beispiel nicht automatisch andere Wettbewerbs-Teilnehmer einschließen sollten. Denn egal ob es um emotionale Entlastung, Motivation oder handfeste Geschäftsanbahnung geht, der Kontakt zu anderen Gründern lohnt sich auf jeden Fall.
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