Interview mit Johannes Zumpe, trupoli.com
"Die Investoren hatten die Idee und suchten ein Managementteam"
förderland im Gespräch mit Johannes Zumpe, Mitgründer von trupoli.com, über das Suchen und Finden geeigneter Gründer, die Verwirklichung eines Traums und Politik im Web 2.0.
förderland: Herr Zumpe, wer sind Sie, was können Sie, was machen Sie?
Johannes Zumpe: Das Managementteam von Trupoli besteht aus Anian Leistner, Rudolf Zeilhofer und mir. Anian und Rudolf haben schon bei Pangora zusammengearbeitet, Anian als Webdesigner und Produkmanager und Rudolf als Gründer und Leiter Softwareentwicklung. Pangora ist der führende Anbieter von White-Label Produktvergleichslösungen, die unter anderem von T-Online und Lycos Europe genutzt werden.
Ich selbst war nach meinem Studium an der WHU zwei Jahre Assistent des Eigentümers von Manufactum. Danach wollte ich mich mit etwas beschäftigen, bei dem es nicht nur ums Geldverdienen geht und habe in die politische Beratung gewechselt. Mit Trupoli wird dieser Wunsch nun vollends Wirklichkeit. - eine Plattform aufzubauen, die eine echte Chance hat, Politik nachhaltig zu verändern.
förderland: Wie ist Ihre Geschäftsidee entstanden und wie würden Sie Ihre Zielgruppe definieren?
Zumpe: Die Geschäftsidee kommt von unseren Investoren und Initiatoren Olaf und Kathrin Jacobi und Friedrich von Diest. Sie hatten sich Gedanken gemacht, wie man das Internet nutzen kann, um mehr echte und direktere Demokratie zu schaffen. Daraus entstand die Idee, die demokratischen Strukturen von Social Communities zu nutzen und sie im Fall von Trupoli mit demokratischen Inhalten zu füllen.
Folglich umfasst unsere Zielgruppe alle Menschen, die in Demokratien leben. In einem ersten Schritt sind sicherlich diejenigen die Kernzielgruppe, die sich schon vor Trupoli mit Politik und Internet - Schlagwort Web 2.0 - beschäftigen. Aber ganz ausdrücklich: Trupoli ist für alle. Und je mehr Menschen daran teilnehmen, je mehr Menschen Trupoli nutzen, um Politik zu bewerten, desto wichtiger wird die Plattform. Sie wird von den Politikern nicht mehr überhört werden können. Damit bekommen die Nutzer und ihre Stimme mehr Macht.
förderland: Eine gute Idee allein macht noch kein erfolgreiches Unternehmen. (Finanzielle) Unterstützung erhalten Sie unter anderem von Olaf Jacobi (Gründer Collax Inc.) und Friedrich von Diest (Sirius Venture Partners). Wie ist der Kontakt zu den Investoren zustande gekommen und wie haben Sie sie von sich und Ihrer Geschäftsidee überzeugt?
Zumpe: Im Fall von Trupoli war es - wie eben skizziert - untypischer Weise umgekehrt. Die Investoren hatten die Idee und suchten ein Managementteam, das bereit und begeistert ist, unternehmerisch in ein solches Projekt einzusteigen. Das haben wir sofort getan. Bei uns allen dreien waren wir uns innerhalb weniger Tage mit den Investoren und untereinander einig, dass und wie wir zusammenarbeiten.
Aus dieser Begeisterung ist dann innerhalb kürzester Zeit ein solides Konzept entstanden, das zum ersten Mal eine aggregierbare politische Bewertung ermöglicht und ein selbsttragendes Geschäftsmodell beinhaltet.
förderland: Die Trupoli AG wurde im April dieses Jahres ins Leben gerufen. Von der ersten Idee bis zur tatsächlichen Gründung - welche Hürden galt es für Sie und Ihre Mitstreiter zu überwinden?
Zumpe: Es gab am Anfang zwei große Hürden zu nehmen. Zum einen war es von vorneherein klar, dass die Investoren nicht operativ tätig werden würden, deshalb galt es zunächst das Gründungsteam zu finden. Hier haben XING und das persönliche Netzwerk der Gründer hervorragend geholfen. Zum zweiten musste die Idee konkretisiert werden: Wie schaffen wir es, aus einer Politik-Community belastbare Ergebnisse zu bekommen und diese so aufzubereiten, dass sie klar und verständlich sind und einen schnellen Überblick geben?
Eine große Herausforderung war und ist, von vorneherein sicherzustellen, dass die Plattform aus der politischen Mitte entsteht, um zu verhindern dass sie von Radikalen jeglicher Couleur "gekapert" wird. Neben dem reinigenden Handeln der Community haben wir inzwischen auch eine Reihe von Prozessen entwickelt, die das effektiv verhindern werden.
förderland: Der Launch Ihres Portals ist für August/September 2007 geplant. Was steht momentan noch auf Ihrer ToDo-Liste?
Zumpe: Die Plattform muss noch fertigprogrammiert werden. Und wir sind dabei, Nutzer zu gewinnen. Dazu sprechen wir zur Zeit mit allen im Bundestag vertretenen politischen Parteien, um deren Mitglieder auf Trupoli zu bringen. Das Feedback war bisher überragend positiv. Wir wollen von vorneherein mit möglichst vielen Institutionen Kontakt aufnehmen, um von Anfang an eine breite Nutzerbasis zu haben - nicht nur in der Anzahl sondern vor allem in der politischen Vielfalt.
förderland: Vielen Dank für das Gespräch.
© 2007 förderland
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