Kolumne von Werner Arndt, MBPW
Ideas Stage 2010: Aus der Krise eine Tugend machen
Was sich in der vergangenen Saison schon abgezeichnet hatte, wird in der Ideas Stage des Münchener Business Plan Wettbewerbs wieder bestätigt: Gründer lassen sich von schlechten bzw. schwankenden Konjunktur nicht abhalten, teilweise sogar inspirieren. 182 Gründer-Teams machen die aktuelle Stufe 1 des dreistufigen Wettbewerbs zu einem der teilnehmerstärksten Jahrgänge in 14 Jahren.
Offline und online – Hauptsache spezialisiert
Viele Geschäftsmodelle richten sich an Business Kunden, mit dem Ziel, vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen den Betrieb in den schweren Zeiten zu erleichtern. Unternehmensberatungen, die sich auf bestimmte Branchen und Problemstellungen spezialisieren wollen, haben dabei die strategische Ausrichtung ihrer Kunden im Blick. Technische Dienstleister konzentrieren sich darauf, alltägliche Prozesse zu verbessern, schneller und günstiger zu machen. Das soll durch individuell erwerbbare Software-Produkte geschehen, aber auch durch Internet-Plattformen, die Firmen mit ihren Kunden oder potenziellen Mitarbeitern verbinden, das Management von Informationen effizienter gestalten oder auch geschäftliche Transaktionen erleichtern. Insgesamt ist der Trend zu Web 2.0-Ideen ungebrochen. Aber für facebook oder StudiVZ ist wenig Konkurrenz dabei. Die Gründer wollen auch im B2C-Bereich die Online-Vernetzung mit konkretem Zweck und homogenen Interessengruppen vorantreiben, z. B. im Bereich Weiterbildung, Kultur, Konsum oder auch Social Entrepreneurship.
High-Tech für Klimarettung … und Spaß
In den Hochtechnologie-Branchen Maschinenbau, Elektronik und Chemie/Biologie/Life Science gibt es eine große Bandbreite von Ideen. Erkennbar, auch wenn man die vergangenen Wettbewerbe mit einbezieht, sind zwei Trends: zum einen die Vermarktung von Cleantech-Entwicklungen, die z. B. Solar- und Windenergie besser nutzbar machen wollen, das Klimamanagement in Gebäuden umweltfreundlicher gestalten oder den Ressourcenverbrauch in Industrie und Privathaushalten kontrollieren sollen. Auf der anderen Seite sehen viele Wissenschaftler Freizeit-, vor allem Sportmärkte, als lohnendes Ziel an, um ihre Technologie erfolgreich zu kommerzialisieren.
Insgesamt machen die Technologie-Ideen mit 71 Prozent den größten Teil der Einreichungen aus. Er setzt sich zusammen aus 9 Prozent Chemie/Biologie/Life Science, 9 Prozent Elektronik, 44 Prozent Information und Kommunikation und 9 Prozent Maschinenbau. Bleibt abzuwarten, ob diese Statistik – wie so oft in den vergangenen Jahren – bei der Verteilung der Nominierten noch einmal kräftig durcheinander gewirbelt wird!
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