"Deshalb war es nie nur die fixe Idee von Tüftlern in einer Garage"
Roman Hänsler, Mitgründer von aka-aki.com, über erfolgreiche Investorensuche, kleinere und größere Herausforderungen im Alltagsgeschäft, den nächsten großen Milestone, den ersten Dienst mit Elch und ein "tool for living".
förderland: Herr Hänsler, wer sind Sie, was können Sie, was machen Sie?
Roman Hänsler: Ich bin Roman Hänsler, 28, in Leipzig aufgewachsen und vor fast acht Jahren nach Berlin gekommen. Während und nach dem Abi habe ich beim Radio journalistisches Handwerk gelernt und anschließend für verschiedene Sender in Leipzig und später in Berlin gearbeitet. 2004/2005 dann der "Komplettumzug" an die Universität der Künste Berlin - seitdem studiere ich dort Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation (GWK) und arbeite in der Presstestelle der Universität.
Im Herbst letzten Jahres wurde dann das aka-aki-Projekt geboren. Dort kümmere ich mich schwerpunktmäßig um die Unternehmenskommunikation und den Content.
förderland: Wie ist Ihre Geschäftsidee entstanden und wie würden Sie Ihre Zielgruppe definieren?
Hänsler: aka-aki entstand aus einem Diplomprojekt im Studiengang GWK heraus. Gemeinsam mit vier Mitstudenten wurde das Konzept entwickelt und schließlich mit zwei Software-Entwicklern auch umgesetzt. Während der Projektarbeit ist uns dann dieser Elch zugelaufen. Den können wir natürlich nicht in unserer Unibibliothek neben den anderen Diplomprojekten archivieren. Nach der Abschlusspräsentation und den Prüfungen haben wir einfach eine Firma gegründet und weiter gemacht. Das waren wir dem Elch schuldig.
Wir sehen aka-aki als eine Art "tool for living" - ein Werkzeug. Es passt in ganz unterschiedliche Lebenswelten. Und deshalb wird der Elch auch ganz unterschiedliche Freunde finden. Wahrscheinlich werden es die Leute auch zu Dingen gebrauchen, an die wir gar nicht gedacht haben. Nur zu!
förderland: Hat der Name aka-aki eine bestimmte Bedeutung?
Hänsler: Wahrscheinlich. Wir versuchen das gerade herauszufinden.
förderland: Sie haben bereits eine erste Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen. Wie ist der Kontakt zu den Investoren zustande gekommen und wie haben Sie die Kapitalgeber von sich und Ihrem Konzept überzeugt? In welchen Dimensionen bewegen wir uns?
Hänsler: Der Elch hat mit seinem Antennengeweih persönliche Netzwerke offengelegt, über die dann der Kontakt zustande kam. Unsere Investoren glauben an unsere Idee. Da aka-aki aus einem Diplomprojekt heraus entstanden ist, wurde es entlang der Ergebnisse intensiver Forschung entwickelt. Deshalb war es nie nur die fixe Idee von Tüftlern in einer Garage. Das hat sicher bei der Investorensuche nicht geschadet.
Mit dieser ersten Finanzierungsrunde können wir nun dem Elch eine angenehme Umgebung schaffen, in der er sich austoben und seinen Freundeskreis erweitern kann.
Und es ist nicht nur das Geld, mit dem wir unterstützt werden, sondern auch Gründungs-Know-how. Wir werden von unseren Business Angels intensiv beraten. Das ist mindestens genauso hilfreich wie die Investition selbst. So haben wir mehr Zeit, uns auf unser Produkt selbst zu konzentrieren.
förderland: Welche Stolpersteine mussten Sie und Ihre Mitstreiter von der ersten Idee bis zum eigentlichen Launch Ihres Portals aus dem Weg räumen?
Hänsler: Die ganz großen Katastrophen sind uns erspart geblieben. Im Alltagsgeschäft gibt es natürlich immer wieder kleinere und größere Herausforderungen und es tauchen Dinge auf, mit denen man nicht gerechnet hat. Zum Beispiel, wenn man auf einmal feststellt, dass ein Elch mit seinem Antennengeweih sehr groß ist, deshalb nicht durch eine Tür passt und somit auch keinen Zugang zum Computer hat. Da ist dann Umdenken angesagt. Dann setzen wir uns zusammen und gehen das Problem an. Schritt für Schritt. Ganz pragmatisch. Und dann finden sich selbst für Großwild im Web 2.0 Lösungen. Aber von richtigen Stolpersteinen oder großen Überraschungen würde ich nicht sprechen.
förderland: Aus dem anfänglichen Gründerteam ist mittlerweile eine achtköpfige Mannschaft geworden. Verderben viele Köche nicht den Brei? Wie haben Sie die Verantwortungsbereich untereinander aufgeteilt?
Hänsler: Also am Anfang stand eine Gruppe von fünf Kommilitonen, die ihr Diplomprojekt zusammen stemmen wollten. Die Aufgabengebiete wurden nie bewusst verteilt. Irgendwie hat ganz von selbst jeder immer das gemacht, was er am besten kann. Und das funktioniert wunderbar, ich kann mich nicht erinnern, dass es mal Streit gab. Auch als das Team größer wurde, gab es keine Probleme. Man darf einfach nicht zu eitel sein, wenn man so intensiv zusammen arbeitet. Zwar streben wir alle mit dem Elch die Weltherrschaft an, aber man sollte dabei nicht gar so verbissen und ernst sein. Dann kann man produktiv arbeiten und dabei noch Spaß haben.
förderland: Ihr Portal befindet sich derzeit in der geschlossenen Betatestphase - was steht momentan noch auf Ihrer ToDo-Liste?
Hänsler: Die geschlossene Betaphase offenbart uns, was wir am Dienst noch verbessern müssen. Diese Änderungen müssen natürlich umgesetzt werden. Unser nächster großer Milestone ist die öffentliche Betaphase - der Moment, in dem wir den Elch frei lassen.
Parallel dazu entwickeln wir Geschäftsmodelle, loten Partnerschaften aus und entwickeln auch schon Features für weitere Ausbaustufen von aka-aki.
förderland: Womit wollen Sie letztendlich Geld verdienen? Werbung, Provisionen, etc…?
Hänsler: Da gibt es viele Möglichkeiten. Klassische Werbung ist nur eine davon und noch dazu eine der eher einfallslosen. Wir haben viele verschiedene Geschäftsmodelle entwickelt. Welche davon letztlich umgesetzt werden, müssen wir abwarten. Denn erst wenn aka-aki richtig gestartet ist, werden auch wir sehen, wohin sich der Dienst entwickelt, wie die Leute ihn benutzen.
förderland: Ihr Erfolg steht und fällt mir der Bereitschaft der Internetnutzer, sich auf Ihrem Portal anzumelden und mitzumachen. Wie groß ist Ihre Angst, dass der Community-Bedarf der Menschen langsam gesättigt ist?
Hänsler: aka-aki ist nun eben keine weitere Community im Internet. Wir bringen die Funktionen aus den Webcommunitys heraus aus dem Internet, dahin, wo sie viel mehr Sinn stiften - nämlich auf die Straße. Die Community-Seite im Internet ist eher ein Verwaltungswerkzeug. Das networking, das Menschen entdecken, das sich selbst präsentieren - das passiert bei aka-aki in der Wirklichkeit und nicht im Internet wie bei allen anderen Communitys. Wir sind der erste Dienst mit Elch. Und der Elch wird viele Freunde finden.
förderland: Was reizt Sie an der Selbstständigkeit?
Hänsler: In der eigenen Firma kann man sich selbst die perfekten Arbeitsbedingungen schaffen. Und wenn man dann unter diesen Bedingungen, zusammen mit einem Team das einem am Herzen liegt, auch noch Geld verdienen kann - das ist doch ideal! Ach und natürlich die fetten Sportwagen, Zigarren und Aussteigen mit Mitte 30 und dann in der Wildnis Elche züchten und so Sachen.
förderland: Vielen Dank für das Gespräch.
© 2007 förderland
Beobachten
anzeige
-
Steuerberater suchen
Jetzt kostenlos und unverbindlich.
mehr...
-
Private Krankenversicherung
Sparen Sie 2.500 EUR pro Jahr bei besserer Leistung.
mehr...
-
Gründerberater suchen und finden
Sie sind Gründerberater? Jetzt eintragen und Vorteile sichern.
mehr...
RSS Feed abonnieren
- Nachrichten Gründer, Start-ups, Investoren Feed abonnieren
- Aktuelle Veranstaltungen Feed abonnieren
- Aktuelle Fachbeiträge Feed abonnieren








