Kolumne von Olaf Jacobi - Erfolgreiche Deals in schwierigen Zeiten - die Gewinner der Krise
01.07.09 10:50

Kolumne von Olaf Jacobi

Erfolgreiche Deals in schwierigen Zeiten - die Gewinner der Krise

Viele Jungunternehmer sehen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bei der Kapitalbeschaffung schwarz. Gibt es dennoch Möglichkeiten, erfolgreiche Deals in schwierigen Zeiten abzuschließen? Olaf Jacobi, Partner beim Münchener Venture Capital Investor Target Partners, gibt in seiner förderland-Kolumne eine Übersicht darüber, wie Jungunternehmer und Venture Capital-Investoren auch in Krisenzeiten voneinander profitieren können.

Olaf Jacobi ist Partner bei Target Partners in München und investierte in der Vergangenheit als Business Angel in junge Unternehmen im IT- und Internet-Bereich.
Olaf Jacobi ist Partner bei Target Partners in München und investierte in der Vergangenheit als Business Angel in junge Unternehmen im IT- und Internet-Bereich.

Wenn es darum geht, wie man als Gründer oder Jungunternehmer auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten an frisches Kapital kommt, sollten die Geschäftsführer eines Start-ups über folgende Fragen Bescheid wissen: In welche Unternehmen wird investiert? Was muss ich als Unternehmer leisten, damit in mein Vorhaben investiert wird? Welche Unternehmen profitieren von der Krise?

Beginnen wir mit den Eigenschaften und Anforderungen, die ein Venture Capital-Investor an Unternehmen stellt.

Viele Bewertungskriterien bleiben bestehen

Eine klare und verteidigbare Technologie im Rahmen eines durchdachten Business Modells ist gerade in Krisenzeiten äußerst wichtig. Ist ein klarer Kundenbezug und –nutzen erkennbar? Besteht ein konkretes Bedürfnis der Kunden nach dem angebotenen Produkt oder Service? Wie steht es um das Marktpotenzial? Hier wird deutlich, dass ein Venture Capital Investor bei der Analyse eines Start-ups oder Geschäftsmodells nach klaren Bewertungskriterien vorgeht, zunächst unabhängig von der wirtschaftlichen Lage. Doch welche Kriterien spielen speziell in der Krise eine wichtige Rolle?

Ein klarer und verständlicher Businessplan als zentraler Bestandteil der Bewertung

Venture Capital Investoren suchen gezielt nach Erlösmodellen, die durchdacht und in ihrer zeitlichen Abfolge nachvollziehbar sind. Es muss erkennbar sein, wann mit den ersten Umsätzen gerechnet werden kann. Denn auch die Finanzinvestoren wissen nicht, wie lange die Krise anhält und wann die Nachfrage wieder steigt. Daher sollte von der unternehmerischen Seite Klarheit über die zu erwartenden Umsatzerlöse bestehen. Doch auch die generelle Investitionsentscheidung hat sich durch die Krise nicht geändert. Die Krise als zyklischer Vorgang ist für viele Start-ups in ihrer Auswirkung zunächst nicht systemrelevant, da ein junges Unternehmen meist ein bis drei Jahre benötigt, um in eine solide Geschäftstätigkeit zu kommen. Wer jetzt startet hat gute Chancen, den Aufschwung nach der Krise ausschöpfen zu können.

Offen auf die Kapitalgeber zugehen

Venture Capital Investoren sind derzeit vorsichtiger und halten Geld für bestehende Portfoliounternehmen zurück, da diese in der derzeitigen Lage oft mehr Kapital benötigen als ursprünglich geplant. Da in der Krise zurückhaltender investiert wird, müssen Jungunternehmer früh mit der Suche nach einem geeigneten Investor beginnen. Insgesamt haben sich jedoch weder der Investmentfokus, noch die Art der Evaluierung geändert. Es wird vielmehr darauf geachtet, wann ein Start-up Umsatz generieren und wachsen kann. Daher sollten Gründerteams auch in der vorherrschenden Situation nicht zögern und bei finanziellen Anliegen eine durchdachte Geschäftsidee samt Businessplan bei einem Venture Capital Investor einreichen. Dabei müssen Jungunternehmer allerdings mit längeren Abstimmungsrunden rechnen.

Der nächste Beitrag der Kolumnenreihe erklärt, was ein Unternehmer konkret leisten muss, damit in sein Vorhaben investiert wird.

Zur Person:
Olaf Jacobi ist Partner bei Target Partners in München und investierte in der Vergangenheit als Business Angel in junge Unternehmen im IT- und Internet-Bereich. 2005 gründete er Collax Inc. (Boston und München), die Linux-Serversysteme für den Mittelstand anbietet und leitete das Unternehmen bis Ende 2006 als CEO. Zuvor war Olaf Jacobi Investor und Vertriebsvorstand der Cobion AG (IT-Security Software), die 2004 erfolgreich an ISS Internet Security Systems Inc. (Atlanta) verkauft wurde. Von 1999 bis 2002 gehörte er zum Vorstand der ACG AG (NEMAX 50). Von 1992 bis 1999 war Olaf Jacobi in verschiedenen Managementpositionen im IT-Sektor tätig, unter anderem als Senior VP Marketing und Mitglied der Geschäftsführung der Minolta GmbH.

© 2009 förderland
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