Kolumne von Werner Arndt, MBPW - Gut, besser, Geschäftsidee
20.01.10 08:30
Kolumne von Werner Arndt, MBPW

Gut, besser, Geschäftsidee

Der ganz große Wurf gelingt auch hochkarätigen Gründerteams kaum auf den ersten Streich. Aber mit Feedback, Anregungen und ständiger Weiterentwicklung kann aus einer Idee ein echtes Erfolgsmodell werden. Nur – wo und wie lange lohnt sich das Nachbessern? Welche sind die entscheidenden Stellschrauben, die letztendlich "sitzen" müssen?

Werner Arndt ist Geschäftsführer der MBPW GMbH.
Werner Arndt ist Geschäftsführer der MBPW GMbH.

Stabile Basis

Keine Frage, wer ein technologiebasiertes Unternehmen aufbauen will, muss irgendwann über ein voll funktionsfähiges und einsatzfähiges Produkt oder Verfahren verfügen. Wenn nach Abschluss der Entwicklungsphase grundlegende Funktionsstörungen auftreten, wird das Vertrauen von potenziellen Kunden aber auch Investoren nachhaltig erschüttert. Statt Nachbessern empfiehlt es sich hier, die Seed- und Testphase nicht zu früh als beendet zu erklären und sich erst mit dem wirklich ausgereiften Produkt auf den Markt zu wagen. Sicher gibt es für spätere Unternehmensphasen ein größeres Kapitalangebot und von der Konkurrenz sollte man sich nicht überholen lassen – allerdings nicht auf Kosten der Glaubwürdigkeit.

Tekki-Traum vs. Kundenwünsche

Manchmal geht das technologische Ausfeilen allerdings auch zu weit. Häufig bemängeln Interessenten und Kunden, dass ein Produkt ihrem CTO zwar Begeisterungsrufe entlockt, aber sich die Controlling Verantwortlichen querstellen. Es gilt also, die richtige Balance zwischen technologischen Möglichkeiten und pragmatischen Ansprüchen zu finden. Das betrifft nicht nur Kosten, sondern zum Beispiel auch die Bedienbarkeit von Produkten oder auch die Robustheit von Geräten, die im Labor entwickelt, aber unter erschwerten natürlichen Bedingungen zum Einsatz kommen.

Der Preis ist heiß

Aber gerade bei der Preisbildung gibt es häufig Nachbesserungen bei der Konfrontation mit den realen Märkten und Kunden. Klar ist, dass Preiskorrekturen nach unten eher akzeptiert werden als Preissprünge nach oben ohne zusätzliche Gegenleistung. Ebenfalls weiterentwickelt und ausgebaut werden meistens die Vertriebsstrategien. Nicht nur, dass Erfahrungen bei der Kundenansprache einfließen. Wer sich länger in seinem Markt bewegt baut idealerweise auch sein Netzwerk aus, so dass sich häufig neue Wege und auch Kooperations-Möglichkeiten auftun.

Grundsätzlich folgt der Unternehmensaufbau also keinem starren Plan. Was allerdings von Anfang an deutlich sein und unbedingt immer im Auge behalten werden sollte sind der grundsätzliche Kundennutzen und dass das Geschäftsmodell seinem Namen gerecht wird, also wie mit der Idee Geld verdient wird.

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