Bürokratie-Abbau - Gründer sollen Millionen sparen
15.08.08 08:45
Bürokratie-Abbau

Gründer sollen Millionen sparen

Mit der Dienstleistungsrichtlinie (DLR) will die EU den innereuropäischen Dienstleistungsverkehr vereinfachen. Dazu zählt auch der Abbau bürokratischer Hürden, mit denen junge Unternehmer vor allem in der Gründungsphase zu kämpfen haben. Die Umsetzung dieser Richtlinie wird jedoch jede Menge Kostenvorteile für Gründer bringen. Das behauptet eine aktuelle Studie von Steria Mummert Consulting im Auftrag der Bertelsmann Stiftung.

Die Forscher haben errechnet, dass Firmengründer durch den sinkenden Verwaltungsaufwand insgesamt rund 279 Millionen Euro pro Jahr sparen werden. Dabei würden vor allem der Ausbau der E-Government-Angebote im Internet und das Serviceangebot eines einheitlichen behördlichen Ansprechpartners helfen, heißt es in der Analyse. Allein bei Unternehmensgründungen im Dienstleistungssektor sehen die Macher der Studie Einsparpotenziale von 238 Millionen Euro pro Jahr.

Darüber hinaus erwarten die Marktforscher auch eine Beschleunigung der Behördenprozesse. Wenn ein Gründer heute sein Unternehmen ins Handelsregister eintragen lassen will, vergehen laut Weltbank rund zehn Tage. Diese Zeitspanne soll sich durch die Dienstleistungsrichtlinie auf drei Tage reduzieren. Bei Gewerbeanmeldungen soll sich die Bearbeitungsdauer von drei auf einen Tag verringern.

Auch für etablierte Unternehmen erwarten die Marktforscher Verbesserungen. Die größten Einsparpotenziale sieht die Studie bei Betriebskontrollen, Bauvorhaben, Fördermittelanträgen und Ausschreibungen.

Bleibt zu hoffen, dass sich die Annahmen der Analyse bewahrheiten. Zurzeit liegen die Bürokratiekosten noch in Milliardenhöhe (förderland berichtete). Dieser Zustand ist schlicht untragbar, wird aber wohl noch einige Zeit anhalten. Denn die Umsetzung der Dienstleistungsrichtlinie ist erst für Ende 2009 geplant.

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