Was wurde eigentlich aus … ucinteriors? - "Wir haben inzwischen fast zehn Nachahmer"
13.03.09 08:00
Was wurde eigentlich aus … ucinteriors?

"Wir haben inzwischen fast zehn Nachahmer"

Zur Person: Zusammen mit ihrem Lebensgefährten Daniel Eichhorn hat Nicole Maalouf im Sommer 2006 zunächst die Einrichtungsberatung die-online-einrichter.de gegründet. 2007 riefen die beiden dann mit ucineriors.com ein soziales Netzwerk zum Thema Wohnen und Einrichten ins Leben.

Die beiden Gründer von solebich.de: Nicole Maalouf und Daniel Eichhorn

förderland: Bei unserem letzten Interview im Jahr 2007 war Ihre Wohn-Community ucinteriors erst wenige Wochen alt. Mittlerweile heißt das Portal SoLebIch.de. Was hat Sie zu der Namensänderung bewogen?

Maalouf:
Wir wollten mit einem englischen Namen den internationalen Charakter der Wohn-Community betonen, da wir es besonders spannend fanden, Wohnungsbilder aus aller Welt zu bekommen. Für den deutschen Markt hat sich der Name allerdings als zu unverständlich erwiesen, so dass wir mit dem Relaunch im Februar 2008 für die deutsche Version den Namen in SoLebIch.de geändert haben. Ucinteriors.com besteht aber noch als Name für die englischsprachige Version der Community.

Wie hat sich das deutsche Portal seit 2007 entwickelt? Wie viele Mitglieder haben Sie denn mittlerweile?

Maalouf:
SoLebIch.de hat sich seit dem Relaunch im Februar 2008 sehr positiv entwickelt, vor allem die starke Berichterstattung in der Presse hat uns sehr geholfen. Wir haben inzwischen eine mittlere sechsstellige Zahl an Mitgliedern, worüber wir uns sehr freuen, da unsere Zielgruppe, Frauen zwischen 30 und 50 Jahren, noch große Berührungsängste mit dem Internet hat. Auch haben wir inzwischen fast zehn Nachahmer, was zeigt, dass wir uns in einem durchaus interessanten Markt befinden.

Wie viele Mitarbeiter sind inzwischen für den reibungslosen Ablauf bei SoLebIch.de zuständig?

Maalouf:
Unser Team besteht in inzwischen aus drei Vollzeitmitarbeitern und drei Teilzeitmitarbeiterinnen. Für die Wohnberatung "Die Online Einrichter" arbeiten acht Innenarchitektinnen und Designerinnen.

Wie finanziert sich SoLebIch.de? Können Sie von den Einnahmen leben?

Maalouf: SoLebIch.de finanziert sich über Bannerwerbung, Adsense, Kooperation, Provisionen und natürlich die Wohnberatung der Online Einrichter. Die Einnahmen sind im letzten Jahr kontinuierlich gestiegen und wir haben inzwischen einen positiven Cashflow. Gerade liefen auf SoLebIch.de Kampagnen von Ikea, Nestlé und HP und bisher spüren wir die Auswirkungen der Wirtschaftskrise nur in einem sehr geringen Umfang.

Glauben Sie, dass die Zukunft der Einrichtungsberatung im Internet liegt? Kann die denn eine Online-Beratung das selbe leisten wie die Beratung vor Ort?

Maalouf:
Mit der Wohnberatung als bezahlte Dienstleistung im Internet sprechen wir nicht die klassische Klientel von Innenarchitekten an, sondern erschließen einen neuen Markt: Wir sprechen Menschen an, die sich aus verschiedenen Gründen nie einen Innenarchitekten vor Ort leisten würden, aber Hilfe bei der Gestaltung ihrer Wohnung benötigen. Laut einer Focus Umfrage würden sich zwölf Prozent der Deutschen gerne die Wohnung von einem Profi einrichten lassen und diesen Menschen bieten wir mit den Online-Einrichtern eine einfache und günstige Lösung an. Mit unserer Online Beratung geben wir den Kunden ein individuelles und professionelles Wohnkonzept in die Hand, das sehr gut neben der klassischen Innenarchitektur existieren kann. 

Sie haben Solebich.de zusammen mit Ihrem Lebensgefährten gegründet. Als Paar ein Unternehmen zu gründen stellt immer auch ein gewisses Wagnis dar. Funktioniert die Überschneidung von privater und geschäftlicher Beziehung?

Maalouf:
Ein Unternehmen zu gründen ist durchaus vergleichbar mit einer Ehe. Man durchlebt zusammen Höhen und Tiefen und wenn man sie überlebt, dann geht man gestärkt daraus hervor. Wir ergänzen uns in unseren Arbeitsweisen und Arbeitsschwerpunkten sehr gut und bisher hat es prima geklappt, auch wenn es manchmal schwer fällt, ein anderes Gesprächsthema zu finden.

Wie sieht ihre Arbeitswoche mittlerweile aus? Haben Sie geregelte Arbeitszeiten oder ist der Übergang zwischen Arbeits- und Privatleben noch immer fließend?

Maalouf:
Wir haben inzwischen relativ geregelte Arbeitszeiten, wobei man unsere Arbeit nicht mit einem geregelten Angestelltenverhältnis vergleichen kann. Wir freuen uns, wenn wir es schaffen, zumindest einen Tag am Wochenende freizuhalten, was aber leider nicht immer gelingt.

Wo sehen Sie sich selbst und Ihr Unternehmen in zwei bis drei Jahren?

Maalouf:
Wir werden weiter wachsen und uns hoffentlich in zwei bis drei Jahren als Marktführer bei Dienstleistungen zum Thema "Wohnen" im Internet etabliert haben.

Vielen Dank für das Interview.

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