Gründer stehen nicht alleine da – ob sie wollen oder nicht!
Teammitglieder, Investoren, Kunden – Gründen funktioniert immer nur in enger Kooperation mit Anderen. In seiner aktuellen Kolumne diskutiert Werner Arndt, Geschäftsführer der MBPW GmbH, die soziale Komponente der Unternehmensgründung.
Es gibt ja die bekannte Charakterisierung vom Gründer, der lieber 16 Stunden am Tag selbständig als acht Stunden für jemand anderen arbeiten möchte. Die Bereitschaft zu langen Arbeitszeiten ist schon mal eine gute Voraussetzung für Gründer, ebenso Spaß daran, seinen Arbeitstag eigenständig zu strukturieren und Aufgaben ohne Druck "von oben" anzugehen (was dann natürlich auch gemacht werden muss). Die meisten erfolgreichen Unternehmer lassen einen relativ starken Freiheitsdrang erkennen, wenn sie von ihren Erfahrungen und Motiven erzählen. Allerdings stimmt das Bild vom völlig unabhängig agierenden Unternehmer nicht ganz, und zwar je höher die unternehmerischen Ziele gesteckt werden, desto weniger.
Stichwort Team
Ein großes Unternehmen kann in der Regel nur im Team aufgebaut werden. Es bedarf z. B. verschiedener Kompetenzen und der Arbeitsaufwand wäre zu viel für eine Person. Im Alltag des Gründerteams zeigt sich dann schnell, dass "mit jemanden" arbeiten manchmal ziemlich nahe an "für jemanden" arbeiten herankommen kann. Wenn sie sich in der Diskussion nicht durchsetzen konnten, müssen die einzelnen Mitglieder eines Gründerteams durchaus mal entgegen ihrer eigenen Meinung handeln. Oder Anweisungen ausführen, wenn z. B. aufgrund seiner alleinigen Kompetenz bei einem Thema ein anderes Teammitglied das Steuer übernimmt.
Stichwort Stakeholder
Ähnlich sieht es in Bezug auf Investoren, aber auch Kunden, Kooperationspartner und so einige mehr aus. Faktisch ist der Gründer nur selten (bis nie) in einer Verhandlungsposition, von der aus er die Bedingungen diktieren kann. Vielmehr ist er darauf angewiesen, dass diese Personen mit ihm zusammenarbeiten möchten. Dabei gilt, auch Geschäftsbeziehungen sind zwischenmenschliche Beziehungen, die nur mit einem gewissen Maß an Offenheit, Kompromissbereitschaft und auch Kritikfähigkeit gestaltbar sind.
So einleuchtend das alles klingt, die Erfahrung zeigt, dass immer wieder Gründer an sozialen Aspekten scheitern. Da zerstreitet sich ein Team, das eigentlich mit einer tollen Geschäftsidee und begeisterten Investoren die besten Voraussetzungen hat. Oder ein Gründungswilliger findet einfach keine Mitstreiter, um sein Projekt wirklich voranbringen zu können. Dabei lohnen sich ein bisschen Selbst-Erkenntnis und Entwicklungsbereitschaft. Schließlich bietet das Gründer- und Unternehmerleben in der sprichwörtlichen doppelten Arbeitszeit ein Vielfaches an Chancen zur Selbstverwirklichung!
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