förderland vor Ort
Gründerkongress Multimedia 2008
Beim Gründerkongress Multimedia 2008 traten die Internet-Start-ups zwar am lautesten auf, hatten aber nur noch selten wirklich innovative Konzepte vorzuweisen. Die eigentlichen Stars der Veranstaltung waren stattdessen junge Unternehmen, deren Produkte und Lösungen einen hohen technischen Innovationsgrad aufwiesen.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) veranstaltete einen Wettbewerb für die "Beste Multimedia-Gründung des Jahres 2008". Dabei wurden drei Unternehmen ausgezeichnet:
Den ersten Platz belegte die Chemnitzer Menippos GmbH, die mittels interaktiver Sammelkarten reale und virtuelle Spielwelt miteinander verknüpfen will. Die Karten werden über den Einzelhandel vertrieben und sind mit einem Speicher ausgestattet. Der ermöglicht es, dass man die Daten der Karte auch am Computer oder der Spielkonsole einlesen und dann online auf Mehrspieler-Plattformen weiterspielen kann. Dabei setzt man zum einen auf eigene Spiele-Entwicklungen, unterstützt aber auch Verlage und Publisher bei der Konzeption und Umsetzung ihrer Produkte.
Zielgruppe sind nach Eigenaussage Kinder von vier bis acht Jahren. Die Jury des Gründerkongresses war begeistert und vergab die Sieg-Prämie von 25.000 Euro an das Team der Menippos GmbH.
Der Favorit vieler Kongressbesucher landete auf dem zweiten Platz: Vioso aus Weimar. "Leinwand war gestern." - so beschrieb der Laudator Eckhard Schwarzer von Datev das Konzept. Mittels einer völlig neuen Software können Bilder, Videos, Animationen mit herkömmlichen Projektoren an jede beliebige Projektionsfläche geworfen werden, ohne dass die Wahrnehmungsqualität leidet. Die Software kann sogar Unebenheiten und Farbunterschiede der Projektionsfläche berücksichtigen und das erzeugte Bild entsprechend anpassen. Egal ob Löcher in einer Häuserwand, Perspektiven aus einem bisher unmöglichen Winkel, die Projektion in Ecken, mehrfarbige Untergründe – das erzeugte Bild ist unabhängig vom Projektionsgerät immer einwandfrei zu sehen. Dafür bekam das junge Team eine Prämie von 15.000 Euro.
Der dritte Platz und damit 10.000 Euro gingen an EcoIntense aus Berlin, die ein Informationssystem entwickelt haben, das das Umweltmanagement in Unternehmen stark vereinfachen soll. Diese webbasierte Softwarelösung ist vor allem auf mittelständische Unternehmen ausgerichtet, in denen jeder Mitarbeiter mit seinem Webbrowser diese Software nutzen soll.
Bei den Preisträgern herrschte also wenig Internet und viel wirkliches Leben. Das sah im Ausstellungsbereich des Gründerkongresses ganz anders aus. Hier waren Internet-Start-ups wie die Karaoke-Plattform Mikestar, das Gesundheitsportal Imedo oder Myfree.de stark vertreten. Ein Highlight war jedoch die Halbkugel von lab binaer aus Augsburg. Das junge Team hat eine ganz neue Art von Präsentationsformen entwickelt, bei denen die Nutzer mittels Berührung an die gewünschten Informationen oder Entertainment-Inhalte gelangen. Seit Apples iPhone sind gut funktionierende Touchscreens keine Illusion mehr. Und auch Microsoft, neben Datev Sponsor des Gründerkongresses, stößt mit seinen Surface Table ebenfalls in die Richtung Touchable Hardware.
Insgesamt herrschte auf dem Kongress, trotz der formellen Kleidung vieler Investoren und Start-up-Geschäftsführer, eine lockere und angenehme Stimmung. Studenten in Jeans und Shirt saßen zwischen Business Angels und Investment-Beratern in feinem Zwirn und unterhielten sich über sinnvolle und auch weniger sinnvolle Geschäftskonzepte. Es wurde miteinander gesprochen, es wurde kommuniziert. Und was kann es für junge Gründer Besseres geben als Feedback von Menschen, die schon etliche Unternehmen in ihrer Startphase begleitet haben?
Feedback und Kontakte - und eine positive Grundstimmung. Das konnten junge Gründer mitnehmen aus Berlin. "Wir wollen und müssen das Gründungsklima in Deutschland verbessern," erklärte Dagmar Wöhrl, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, in ihrer Eröffnungsrede. Darum hat das Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie mit dem "Gründerwettbewerb - Mit Multimedia erfolgreich starten", dem EXIST-Förderprogramm und dem High-Tech Gründerfonds entsprechende Instrumente ins Leben gerufen. Informationen zum EXIST-Förderprogramm gibt es hier.
Der High-Tech-Gründerfonds investiert Eigenkapital in junge Technologieunternehmen unter Fördergesichtspunkten. Teams mit noch nicht zu Ende entwickelter Technologie oder mit noch schwer abschätzbaren Marktperspektiven haben hier die Chance auf eine Finanzierung. Mehr Infos dazu beim High-Tech Gründerfonds.
Bis zum 30.6.2008 können innovative Geschäftsideen als Ideenskizze für den "Gründerwettbewerb - Mit Multimedia erfolgreich starten" eingereicht werden. Alle Infos hierzu stehen hier.
© 2008 förderland
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