Gründertagebuch von ONchestra.com - Marketing ohne Budget: trial-error-learn-try-again
21.07.09 08:30
Gründertagebuch von ONchestra.com

Marketing ohne Budget: trial-error-learn-try-again

Online-Marketing im Jahr 2009 scheint auch ohne Marketing-Budget ganz einfach: Virale Videos bei YouTube einstellen, einen Blog aufsetzen, andere Blogger als Multiplikatoren nutzen, vielleicht noch eine XING-Gruppe starten und gut ist. Hat man ein interessantes Produkt, erledigt sich der Rest im Web 2.0 fast von alleine. Oder doch nicht? In der aktuellen Folge ihres Gründertagebuches verraten Jörg Pescheck und Michael Krause von ONchestra.com, warum sie dem Braten nicht so recht trauen und statt dessen lieber andere Marketing-Möglichkeiten austesten. Aber sind sie auf dem richtigen Weg?

Jörg Pescheck und Michael Krause von ONchestra.com
Jörg Pescheck und Michael Krause von ONchestra.com

Eines vorab: Bitte erwartet keine revolutionären Ansätze, um ohne finanzielle Mittel über Nacht plötzlich tausende von (zahlenden) Kunden zu haben – leider kochen auch wir Schwaben nur mit Wasser!

Aber lasst uns mal ehrlich sein: Wie viele der tollen viralen Videos bringen den Firmen, die sie produzieren, denn wirklich was? Wie viele der Produkte, die schon allein durch die Produkteigenschaft viral sein sollen, verdienen Geld? Wie viele der Start-ups, die Blogger penetrieren und nach einer Nennung auf basicthinking.de die Sektflaschen aufmachen, generieren durch diese Berichterstattung wirklich Einnahmen? Und nein, ich bezweifle nicht, dass man zu guten Zeiten mit einem Beitrag von Robert Basic mal vierhundert Neuanmeldungen in seiner Community haben konnte. Na und?

XING-Gruppen sind schön, Blogberichte super und ein Artikel in der FAZ freut sicher auch. Leider wird letzteres wohl als einziges auch monetär messbaren Erfolg bringen. Außer natürlich bei all jenen Modellen, die schon ab 4 Milliarden NutzerInnen Einnahmen durch Werbung generieren und deren Welt ohnehin komplett rosa schimmert. Welche Möglichkeiten haben wir also sonst noch, um mit extremst begrenztem Kapital (Erst)Kunden zu gewinnen, die evtl. als kleine Multiplikatoren fungieren könnten und außerdem die ersten Einnahmen bringen?!

In unserem Falle konzentrieren wir uns auf die folgenden Bausteine (die im Übrigen alle keine Neuerfindungen sind – im Vergleich zur omnipräsenten, einzigartigen und alle-Probleme-lösenden Viralität – aber irgendwie immer weniger Aufmerksamkeit bekommen):

Telefonakquise

Zugegeben, es braucht einiges an Überwindung und v. a. Übung, um Leute zu überzeugen, die eigentlich im Moment überhaupt keine Lust haben, mit einem zu reden. Doch nach dem dreißigsten Anruf sollte zum einen die Routine und zum anderen auch der erste Erfolg da sein. Erst vor kurzem haben wir uns mit dem Geschäftsführer eines mittlerweile etablierten "Start-ups" unterhalten (welches ausnahmsweise wirklich Geld verdient). Er meinte, er als Vertriebsverantwortlicher hätte in den ersten drei Monaten jeden Tag fünf Stunden lang telefoniert und am Monatsende meist drei Terminvereinbaren gehabt, von denen dann eine in einen Auftrag umgemünzt werden konnte. Hart verdiente Brötchen, dafür die Realität.

Online-Marketing

Der Begriff umschreibt mittlerweile glaube ich so ziemlich alles, was auch nur annähernd irgendwas mit Markennennung im Netz zu tun hat. Für uns bedeutet es: Werbung schalten, wo die Zielgruppe sitzt und wo erfolgsbasiert abgerechnet wird. Wieso soll ich für etwas bezahlen, was mir im Endeffekt nicht den gewünschten Erfolg bringt? Jaja, Branding, aber darüber machen wir uns Gedanken, sobald wir uns ein Gehalt auszahlen können.

Einfach ins Blaue schießen und hoffen, dass schon irgendwo ein Vogel fliegen wird, kostet unnötig Geld (und Nerven). Diesbezüglich hatte ich auch schon einen Artikel in unserem Notepad verfasst.

(Businessplan)Wettbewerbe

Kostenlose Werbung – wenn man es einigermaßen weit bringt. Eine schöne Liste der Businessplan-Wettbewerbe gibt es hier bei förderland.

Diskussionsformate

Wir werden versuchen, eine Art Informationsangebot für Firmen ins Leben zu rufen, das die Möglichkeiten und Vorteile des Einsatzes von onlinebasierten IT-Lösungen in kleinen Unternehmen beschreibt. Allerdings muss man sehen, wie viel Aufwand man hier verpfeffert. Denn sollte unsere Rechnung nicht aufgehen und viele der Entscheider von 2-10-Mann-Betrieben überhaupt nicht großartig wissenshungrig durchs Netz irren, wird auch schnell die Reißleine gezogen – hatte ich schon erwähnt, dass wir Fans von konsequentem trial-error-learn-try-again sind!

Soweit erstmal unsere Ansätze, unser Produkt unter das Unternehmervolk zu bringen. Welche Maßnahmen habt Ihr zu ergänzen? Oder findet Ihr die ein oder andere unserer Ansichten blödsinnig? Immer raus damit! Wer austeilt muss auch einstecken können :-)

Viele Grüße

Eure ONchestra.com's

© 2012 förderland
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Kommentare zu Marketing ohne Budget: trial-error-learn ...

NetConference

Habt ihr mal über NetConferencen nachgedacht?
Ihr ladet Leute ein, die dann an einem bestimmten Termin sich einloggen und ihr euer Produkt per NetConference und Telco präsentiert. Bis 20 Personen könnt ihr ksotenlos http://www.dimdim.com/ nutzen. Für die Telco müssen entweder die Interessenten bezahlen (01805 - gibt es einige Anbieter) oder ihr bietet 0800-telco an, was dann Euch Geld kostet.
Vorteil: Keine Reisekosten / kein Reiseaufwand (werder für Euch noch eure Kunden)
Das Produkt kann gezeigt werden und über telco können direkt Fragen gestellt werden...

Gruß

Kai

Diese Nachricht wurde von Ichmich am 21.07.09 (13:30:48) kommentiert.

Telefonakquise

Hallo,

Telefonakquise. Ja der Klassiker, an dem man kaum umher kommt.
Aber: Ein vorheriges Briefe senden ist de jure zwar nicht zwingend (Verbraucherschutz => wir sind hier aber im B2B), aber doch sehr ratsam. Als Jungunternehmer fängt man sich doch sehr schnell ein blaues Auge ein.

Zum anderen: Die Trefferquote wird stark erhöht wenn man sagen kann "ich hatte Ihnen ja was geschickt ..."

lg

Diese Nachricht wurde von Christoph Ahr am 21.07.09 (17:45:00) kommentiert.

NetConference und Telefonakquise

Hallo Kai,

ja, sicherlich eine Alternative. Allerdings wird das in den Branchen, auf die wir abzielen, im ersten Schritt noch nicht allzu relevant sein. Für eine spätere Präsentation der Tools evtl., ja. Allerdings ist unser Ziel, die Anwendungen so einfach zu halten, dass wirklich jeder damit klar kommt. Denn wenn nicht absolut jeder im Unternehmen die Anwendungen nutzen kann, sind sie 1. nicht gut genug und bringen 2. auch nicht den Mehrwert, den sie dem Kunden bringen sollen.

@Christoph: haben Jacqueline, Kevin und Du Erfahrungen bzgl. der Erfolgsquoten von E-Mails im Vergleich zu Briefen?

Viele Grüße!
Michael

Diese Nachricht wurde von Michael@ONchestra am 22.07.09 (10:02:39) kommentiert.

Briefe vs Mail

Hallo,

grundsätzlich würde ich sagen, dass Briefe wesentlich mehr bringen als Emails. Auf 100 Briefe melden sich 2, bei Emails nur einer :)

Im Ernst: Meiner Erfahrung nach antwortet kaum jemand auf Emails. Aber pauschal lässt sich das schwer beantworten, je nachdem was der Inhalt ist. Weder Brief noch Email ist für sich alleine ohne ein Telefonat zielführend. Ideal ist zuerst einen Brief schreiben, und dann hinterher telefonieren nach wenigen Tagen. Das ist natürlich sehr aufwändig, besonders die richtige Person an die Leitung zu bekommen.

Einfach Emails zu schreiben ist aber im Gegensatz zu persönlich addressierter Post sehr problematisch, obgleich natürlich sehr attraktiv weil schnell, einfach und billig. Wenn bisher keine Geschäftsbeziehung bestand bzw. es keinen konkreten Anhaltspunkt gibt, dass man Emails möchte (Bspw. Kontaktformular "bitte schreiben Sie uns bezüglich Ihres Anliegens an") ist die Zulässigkeit sehr fraglich. Es soll ja Abmahnanwälte geben, die sich ihre Brötchen damit verdienen, diese Grauzonen auszunutzen.

Und wer hat als Gründer schon eine Rechtsabteilung zur Hand, die derartiges abwehrt, geschweige denn die Zeit und die Nerven.

Insgesamt bleibt meiner persönlichen Meinung nach festzuhalten, dass Kaltakquise ein sehr schwieriges und sehr problematisches Thema ist.

lg

Diese Nachricht wurde von Christoph Ahr am 22.07.09 (11:47:33) kommentiert.
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