Vom Abschluss der ersten Venture Capital-Finanzierungsrunde bis zum Exit – Teil III
Die Entscheidung steht fest: Dem jungen Unternehmen wird mit Rat und Kapital zur Seite gestanden. Doch welche Aufgaben übernimmt ein Venture Capital-Investor dann? In seiner förderland-Kolumne gibt Olaf Jacobi, Partner beim Münchner Venture Capital-Investor Target Partners, einen Einblick, wie Venture Capital-Investoren vom Zeitpunkt, an dem die Finanzierungsrunde abgeschlossen ist, bis hin zum Exit helfen können.

Im ersten Beitrag ging es um die Hilfestellung, die ein Venture Capitalist im Bereich Networking, Coaching und Teambuilding leisten kann. Der zweite Teil der Kolumne befasste sich mit der Frage, wie er bei der Arbeit im Aufsichtsrat beziehungsweise Beirat hilft. In der heutigen Kolumne geht es darum, wie der Venture Capitalist das Jungunternehmen bei den folgenden Finanzierungsrunden unterstützen kann und welche Exit-Varianten es letztendlich gibt.
Weitere Finanzierungen durch den Venture Capital-Investor
Wenn ein Venture Capitalist sich entschlossen hat, in ein Unternehmen zu investieren, dann ist in den meisten Fällen von Anfang an klar, dass es nicht bei einer Finanzierungsrunde bleiben wird. Es wird zusätzliche Runden geben, um das Unternehmenswachstum zu beschleunigen. Deshalb rate ich jedem Unternehmen, einen Investor zu suchen, der auch im weiteren Verlauf in der Lage ist, finanziell zu unterstützen. Ein professioneller Venture Capitalist hat solche Reserven eingeplant. Diese setzt er ein, wenn die Geschäftsidee ein Erfolg ist und das Unternehmen sich am Markt behaupten kann.
Aktive Suche nach weiteren Investoren und Verhandlung bei Folgerunden
Ein Venture Capital-Investor pflegt Kontakte zu anderen potentiellen Investoren. Diese Kontakte helfen dem Start-up, weitere Kapitalgeber für die folgenden Finanzierungsrunden zu finden – gegebenenfalls auch im Ausland, wenn das Unternehmen vorhat zu internationalisieren. Sind weitere Partner gefunden und kommt es zu den eigentlichen Verhandlungen zwischen dem Unternehmer und den Investoren, steht ein erfahrener Venture Capitalist dem Start-up aktiv zur Seite.
Exit-Strategien: Trade-Sales oder Initial Public Offering (IPO)
Als junger Unternehmer, der gerade die erste Finanzierungsrunde vor sich oder bereits abgeschlossen hat, kümmert man sich natürlich in erster Linie um seine Kunden und sein Produkt. Nichtsdestotrotz stellt sich für ihn und seinen Investor irgendwann die Exit-Frage, das heißt, der Investor wird sich aus dem Unternehmen zurückziehen wollen. Generell gibt es zwei Exit-Varianten: Das Initial Public Offering (IPO), also der Börsengang, oder die Trade-Sales, das heißt der Verkauf an ein Industrie- beziehungsweise Großunternehmen. Die Kapitalmarktsituation der vergangenen Jahre schloss die IPO-Variante oftmals aus. So blieben die Trade-Sales. Dabei ist die Devise, einen maximalen Preis für das Unternehmen zu erzielen. Auch hier bringt der Venture Capitalist seine Erfahrungen aktiv in den Verkaufsprozess mit ein.
Mit dem Exit endet die Arbeit eines Venture Capital-Investors, die anfangs mit dem Screening der eingehenden Businesspläne begann.
Zur Person:
Olaf Jacobi ist Partner bei Target Partners in München und investierte in der Vergangenheit als Business Angel in junge Unternehmen im IT- und Internet-Bereich. 2005 gründete er Collax Inc. (Boston und München), die Linux-Serversysteme für den Mittelstand anbietet und leitete das Unternehmen bis Ende 2006 als CEO. Zuvor war Olaf Jacobi Investor und Vertriebsvorstand der Cobion AG (IT-Security Software), die 2004 erfolgreich an ISS Internet Security Systems Inc. (Atlanta) verkauft wurde.
Von 1999 bis 2002 gehörte er zum Vorstand der ACG AG (NEMAX 50). Von 1992 bis 1999 war Olaf Jacobi in verschiedenen Managementpositionen im IT-Sektor tätig, unter anderem als Senior VP Marketing und Mitglied der Geschäftsführung der Minolta GmbH.
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