3 Spannende Start-up-Konzepte aus den USA
Show, Kampfgeist und perfekte Arbeit am Produkt lernen wir heute von drei amerikanischen Start-ups. Doch nicht nur, dass sie uns ein gutes Beispiel geben, auch ist eine Freemium Software darunter, die ein versierter Internetgründer durchaus gebrauchen könnte. Viele Vergnügen!
The Show must go on
Demo.com - Demo.com ist ein perfektes Beispiel dafür, dass es sich lohnt, diese Artikelserie zu lesen. Und zwar, damit wir erkennen, dass ein Konzept und dessen Umsetzung sich von Land zu Land unterscheiden. Zuerst lernen wir die amerikanische Art kennen: Demo com ist eine Art Online-Elevator-Pitch für neue Produkte, Dienstleistungen und Ideen, kurz für Start-ups. Auf der Plattform bekommt jeder, der eingeladen wurde, die Möglichkeit, seinen Ansatz für einige Minuten vorzustellen. Doch dies geschieht nicht nur übers Web, sondern im Rahmen einer Veranstaltungsreihe. Auf einer angenehm gestalteten Bühne präsentiert der Pitcher nun vor einem interessierten Publikum, dieses reagiert mit Wohlwollen oder Unverständnis. Er spricht zum Publikum und wird von professionellen Kameraleuten dabei gefilmt. Diese Präsentationen kann man nun im Netz anschauen, Reaktionen auf die Vorträge werden per Twitter-Widget eingeblendet. Unternehmen, die am Event teilgenommen haben, bieten sich zusätzliche Möglichkeiten zum networken.
Potential: So und nicht anders muss ein Web-Event aufgezogen werden, nämlich wie eine Show. Weg vom Wort "Content" und hin zum Begriff 'Unterhaltung' bietet die Demo-Show einen kurzweiligen und amüsanten Einblick in aktuelle Start-up-Ideen, fast wie eine Art "Germanys Next Topmodel" für Gründer. Und wie würde man hierzulande an die Sache herangehen? Man würde einen übermotivierten Business-School-Absolventen vor eine wackelige Webcam setzen und ein peinliches Gemurkse improvisieren. Vielleicht schon allein aus der Tatsache heraus, dass sich kein Investor für das Format finden würde, da Web-TV noch keinen Ruf als Goldesel hat. Doch wer sich hier clever anstellt, kann mit dem Eintritt zur Show die Produktionskosten refinanzieren und verdient mit der Werbung online. Also Leute: Mehr Qualität kann sich durchaus bezahlt machen.
De bello Googleo
compete.com - Ja, Google-Analytics ist etwas feines! Es lässt uns genau erkennen, wer wie oft, wann und wie auf unserer Website war und ob er dann auch dort etwas gekauft hat. Es zeigt uns, ob sich unsere neue SEO-Kur bezahlt gemacht hat und ob die Anzeige funktioniert hat, die wir geschalten haben. Doch wir sind noch viel neugieriger, denn wir wollen auch wissen, was die Konkurrenz so treibt und wie sich deren Seite macht. Hierfür brauchen wir compete. Das zeigt uns nämlich minuziös an, welche Affiliate-Programme, Links und Werbemaßnahmen bei unseren Wettbewerbern ganz besonders viel Wirkung zeigen, wie der Traffic auf der anvisierten Seite verläuft und bei welchen Keywords unsere Konkurrenz stark ist. Nur um das Positive nachzumachen und das weniger Vorteilhafte zu meiden.
Potential: SEO ist Krieg. Google-Ads sind Krieg. Täglich werden tausende Schlachten um Zeiten, Cent und Klicks geführt, teils halbblind und noch mit Keulen. Durch compete bekommt der SEO-Stratege eine Waffe in die Hand, die ihn dazu befähigt, ohne große Recherche seine Taktik schnell anzupassen. Das spart Geld und verschafft dem Klienten einen Vorteil im Kapf um die Nutzer. Eine Waffe, die sich compete natürlich gut bezahlen lässt. Zwar ist der Grund-Service gratis, doch ein Pro-Account lockt mit den wirklich scharfen Sachen. Wie gesagt, es ist Krieg da draußen. Also wappnen Sie sich!
You don't know Jack?
magicjack.com - zugegeben, auf manche Gründungs-Ideen kann man nur kommen, wenn man ein Experte auf einem bestimmten Gebiet ist. So auch beim Magicjack, einem kleinen Gerät, was man zwischen Telefon und USB-Port des Computers klemmt. Als Ergebnis kann der Nutzer vollkommen gratis in den USA und Kanada anrufen. Na ja, nicht ganz umsonst, denn die Gebühr beträgt 19,95 Dollar im Jahr. Sie fragen sich sicher, wie das Start-up dann überhaupt Geld verdient? Ja, das sind die Feinheiten im Telekommunikations-Geschäft. Vocaltec, das Unternehmen hinter Magicjack ist nämlich auch eine Telefongesellschaft und verdient daran, immer dann, wenn jemand aus einem fremden Netz auf einen Magicjack-Anschluss anruft. Also durch ganz normale Netzgebühren.
Potential: Gleich vier Dinge sind es, die das Start-up beherzigt hat. Zum einen die einfache Handhabung des Geräts. Steck es rein - und es funktioniert. Das, was eigentlich mal Plug-and-Play werden sollte. Zum zweiten der eindeutige Kundenvorteil: Telefongespräche sind kostenlos. Zum dritten: Achte auf die Qualität Deines Produkts: Den Leitungen des Magicjack-Pakets wird eine konstante und hochqualitative Leistung bescheinigt. Sie sind so gut, dass reguläre Telefonkunden sogar mit einer Qualitätsverbesserung angeworben werden. Und zum vierten: Entwickle Dein Produkt weiter. Der neu entwickelte MagicTalk ist ein Tarif, mit dem man auch mit Smartphones und iPad umsonst im 'Sendegebiet' anrufen kann. Freilich mit Aufpreis. Internet-Telefonie ist weiß Gott kein Buzzword mehr, doch was die Burschen aus den Staaten daraus für ein Produkt entwickelt haben, ist beeindruckend. Best Practice.
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