Der Blick zurück
Bisher musste ich jedes Jahr mindestens einmal Abschied nehmen, von der jeweiligen Generation der Teilnehmer am MBPW, den Nominierten, Siegern und vielen weiteren guten Teams. Oft aber war der Abschied auch ein Anfang, wenn aus den Teilnehmern früher oder später Gründer und schließlich Geschäftsführer wachsender Unternehmen wurden. Mein Blick zurück zum Abschied geht deshalb nicht bloß in diese eine Richtung.
Start(-ups) mit Höhen und Tiefen
Als das Konzept Business Plan Wettbewerb vor 14 Jahren mit Unterstützung von McKinsey in Deutschland etabliert wurde, stieß man besonders im Wissenschaftsbereich auf einen starken Gründungswillen, der durch die neuen Angebote noch verstärkt wurde. In den späten neunziger Jahren packte vielleicht nicht das aktive Gründungsfieber, aber zumindest das Beteiligungs-und Aktien-Fieber die breite Bevölkerung. Alles was mit Start-ups zu tun hatte wurde bejubelt. Dann allerdings endete der Höhenflug, für manche Experten sicher weniger, für viele andere ganz überraschend. Mit den sinkenden - bzw. mit dem Neuen Markt verschwindenden - Aktienkursen ging es auch abwärts mit dem Image von Unternehmensgründern. Jetzt war allerdings auch die beste Gelegenheit, um ganz ohne Vorschuss-Lorbeeren zu zeigen, wer und was wirklich Potenzial hat, bezogen auf Start-ups, Investoren aber auch Gründer unterstützende Organisationen.
(Mit-)geteilter Erfolg
Der Erfolg des MBPW wird hauptsächlich am Erfolg der betreuten Unternehmen gemessen. Und so darf ich mich über Erfolge auf mehreren Ebenen freuen. Nicht nur wurden vor, während und nach der großen Krise nach der Jahrtausendwende viele Unternehmen gegründet, die heute etabliert sind und stabile schwarze Zahlen ausweisen. Auch das Vorgehen und die Persönlichkeit dieser Gründer strafen die allgemeine Unternehmer-Schelte, die mit der letzten Krise wieder verstärkt aufkommt, Lügen. Die Gier nach schnellem Profit spielt nur in den seltensten Fällen eine Rolle. Vielmehr geht es darum, eine tolle Idee tatsächlich umzusetzen, seinen Drang nach Selbstständigkeit zu verwirklichen und dabei etwas Nachhaltiges zu schaffen. Dass das persönliche Einkommen als Gründer erfolgsabhängig ist, wird vorausgesetzt. Ebenfalls im Vordergrund steht, den Stakeholdern des Unternehmens gerecht zu werden, vor allem den Kunden, Mitarbeitern und den Kapitalgebern, erst recht den Privat-Investoren. Besonders freue ich mich dabei, dass diese Gründer dann auch noch mit-teilsam sind und mir, - und vor allem auch dem "Gründer-Nachwuchs" -, bereitwillig von ihren Zielen und Ambitionen, aber auch ihren Fehlern erzählen.
Geradlinig war und ist der Weg für Gründer und Unternehmer eigentlich nie. Es gibt Meilensteine und Stolperfallen, Umwege und Abkürzungen, Ziele und schon wieder neue Wege. Mein Blick ging und geht deshalb immer in so viele Richtungen wie möglich. Nur aus den Augen verlieren werde ich die Gründerszene nicht, dafür gibt es noch viel zu viel zu entdecken!
Werner Arndt tritt als Geschäftsführer der MBPW GmbH zurück - und wird uns damit an dieser Stelle keine zweiwöchentlichen Kolumnen mehr bescheren. Deswegen ein dickes DANKESCHÖN vom ganzen förderland-Team. Bis hierhin! Denn Herr Arndt will den förderland-Lesern in der ein oder anderen Form treu bleiben! Seien wir gespannt ...
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