Studie
Sicherheitslücken bei Social Networks
Die Mitglieder von sozialen Netzwerken müssen meist schon bei der Registrierung viele persönliche Daten preisgeben. Während der Nutzung der Angebote kommen oft noch eine Menge zusätzlicher Informationen dazu. Die vor kurzem erschienene Studie "Privatsphärenschutz in Soziale-Netzwerke-Plattformen des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie (SIT) besagt jedoch, dass der Datenschutz bei den meisten Angeboten nicht genügend berücksichtigt wird.
"Von den getesteten Plattformen konnte keine vollständig überzeugen", heißt es zusammenfassend in der Studie. Am besten schnitt facebook ab, obwohl die Forscher auch hier noch einige Schwächen feststellten. "Bei den nutzerdefinierten Zugriffskontrollen bietet facebook die umfangreichsten Funktionen. Der Nutzer kann detailliert konfigurieren, welche Personen welche Daten lesen und schreiben dürfen. Für privatsphärenrelevante Daten, wie beispielsweise Hobbys, politische und religiöse Ausrichtungen ist in jedem Fall ein Schutz aktivierbar.", heißt es lobend in der Analyse. MySpace, studiVZ und wer-kennt-wen platzierten sich im Mittelfeld. Die Untersuchung attestiert diesen Angeboten "Lücken in der Zugriffskontrolle, Eigenheiten bei der Nutzerführung oder fehlende Verschlüsselung".
Bei der Anmeldung konnte kein Angebot überzeugen. "Bei den privaten Plattformen hielt sich der 'Datenhunger' jedoch insgesamt in Grenzen", so die Studie, "dennoch ist es im Grunde überflüssig, dass der Nutzer vollständige Geburtsdaten (facebook, studiVZ) oder die Postleitzahl des Wohnortes (MySpace) angeben muss." Auch bei den Business-Netzwerken Xing und LinkedIn wird kritisiert, dass sie bei der Registrierung zu viele Daten einforderten. Dafür konnte Xing beim Thema "Verschlüsselung" am besten abschneiden, da es das einzige Angebot mit einer vollständigen Verschlüsselung während der Nutzungsdauer war.
Als Schlusslicht schneiden in der Studie insgesamt die Lokalisten ab, "insbesondere weil viele notwendige Zugriffskontrollfunktionen schlichtweg fehlten", erläutern die Macher der Studie.
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