Kolumme von Werner Arndt - Läuft alles nach Business-Plan?
10.09.08 08:50

Kolumme von Werner Arndt

Läuft alles nach Business-Plan?

Ob die beim MBPW eingereichten Businesspläne tatsächlich umgesetzt werden und wie es den Gründern am Markt ergeht, das interessiert natürlich am meisten die Coaches, Juroren und Sponsoring-Partner. Sie wollen schließlich wissen, welche Früchte ihr Engagement trägt. Neulich meldete sich allerdings auch ein Uni-Absolvent bei uns, der seine Karriere plante und wissen wollte, ob denn auch Start-ups vielversprechende Arbeitgeber seien, und wenn ja, welche …

Beeindruckende Zahlen

Die Ergebnisse unserer aktuellen Umfrage unter den ehemaligen Teilnehmern am MBPW und heutigen Unternehmern gibt ganz klar eine positive Antwort. Nach dem 12. Wettbewerb haben unsere Alumni eine erfreuliche Marke geknackt und über 530 Unternehmen gegründet. Dadurch entstanden rund 4.250 neue Arbeitsplätze. Insgesamt konnten die Teams über eine halbe Milliarde Euro Kapital einwerben, rund 331 Mio. Euro für die Gründung und 221 Mio. Euro, um das Wachstum der Unternehmen zu finanzieren.

… und die Arbeit dahinter

Leicht ist die Suche nach Kapital aber nicht, sie wird sogar als größtes Hindernis bei der Unternehmensgründung empfunden. Knapp dahinter liegt die Akquise von Kunden. Auch einzuschätzen, ob die eigene Idee oder das Produkt wirklich markttauglich sind, fällt vielen Gründern nach eigenen Angaben schwer.

Obwohl in der Öffentlichkeit oft über die Rahmenbedingungen für Unternehmer in Deutschland geschimpft wird, scheinen rechtliche Bedingungen zumindest bei der Gründung ein geringes Problem zu sein. Die größte Unterstützung fanden die Befragten im Rahmen des Wettbewerbs – nicht überraschend – beim Schreiben des Businessplans. Auf Platz zwei und drei kommen "Kontakte knüpfen" und "Informationsaustausch". Auch für Unternehmer, die schon länger unterwegs sind, bleibt die Suche nach Investoren eine große Schwierigkeit. Davor liegt allerdings noch das Problem, sich Teile "seines Marktes zu erobern". Die dritt- und viertgrößten Herausforderungen sind es, "Gewinn zu machen" und, wie schon bei der Gründung, "Kunden zu gewinnen".

Branchentypisches

Wie die jährlichen Wettbewerbs-Statistiken der Teilnehmer erwarten lassen, werden besonders viele Unternehmen im Bereich Information und Kommunikation gegründet. Als besonders umsatzstark erwiesen sich die Branche Maschinenbau und der Bereich Nicht-Technisch mit Dienstleistung und Handel. Zu Chemie/Biologie/Life Science gehören, gemessen an den jährlichen Teilnehmerzahlen, relativ viele Unternehmen. Dies sind auch die Gründungen, die am meisten Kapital brauchen, dabei allerdings die niedrigsten Umsätze aufweisen – bisher zumindest. Die Life-Science-Unternehmen haben meistens lange Entwicklungszeiten, zum Beispiel für Medikamente, aber dafür viel Potenzial.

Für den unschlüssigen Absolventen waren das erstmal genügend Informationen, um sich tatsächlich bei ein paar Start-ups zu bewerben. Für mich hat die aktuelle Umfrage gezeigt, dass wir unsere Teilnehmer nicht nur beruhigt, sondern sogar mit großen Erwartungen auf den Markt loslassen können.

© 2009 förderland
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