NEU: Kolumne von Werner Arndt
Vom Wettbewerb in den Markt
Werner Arndt ist seit 1998 Geschäftsführer der MBPW GmbH und kann auf 30 Jahre Erfahrung in der High-Tech-Industrie zurückblicken. Bei der MBPW GmbH ist er für den nachhaltigen Aufbau der Gründerkultur und des Netzwerks in der Munich Area verantwortlich. Darüber hinaus unterstützt er innovative und schnell wachsende Technologie- und Dienstleistungsunternehmen. Im ersten Teil seiner neuen Kolumne berichtet Arndt darüber, in welchen Bereichen die aktuellen Wettbewerbsteilnehmer am häufigsten das Projekt "Unternehmensgründung" angehen.

Bild: MBPW
Der Münchener Business Plan Wettbewerb (MBPW) 2008 steckt mitten im Finale, der Excellence Stage (Stufe 3). Für unsere Juroren heißt es nun, 30 Seiten Businessplan zu lesen und zu bewerten. Viel Arbeit also für ein unbezahltes Engagement. Aber bei den Juroren ist die Stufe 3 besonders beliebt. Schließlich verlangt es auch den Teilnehmern einiges ab, den vollständigen Businessplan mitsamt Finanzplanung zu erstellen. Und wer diese Mühe auf sich nimmt, zeigt auf jeden Fall, dass er an seine Idee glaubt und ernsthaft an der erfolgreichen Umsetzung interessiert ist.
Community-Boom bleibt ungebrochen
80 Teams haben ihre Businesspläne in der Excellence Stage eingereicht. Ein besonders großer Anteil (rund 58 Prozent) kommt, wie schon seit einigen Jahren, aus dem Bereich Information und Kommunikation. Und die Ideen aus den Bereichen Internet-Community und Web 2.0 Ideen fließen nach wie vor. Auch wenn es oft heißt, damit lasse sich doch kein Geld verdienen. Für viele Konzepte lautet das Zauberwort aber offenbar "Individualisierung". Die Community-Plattformen richten sich an immer engere Nutzerkreise mit speziellen Interessen, egal ob Freizeit oder Business, und definieren somit stark homogene Zielgruppen für Content und Marketing. Auch die Anbieter von Services und Produkten, die online vertrieben werden, setzen immer stärker auf die Erfassung und Erfüllung individueller Kundenwünsche.
Alternative Energien im Aufwind
Ein klarer Trend zu alternativen Energien zeigt sich in der Maschinenbau-Branche (8 Prozent), seien es neuartige Technologien zur Erzeugung oder zur Unterstützung bestehender Anlagen. Breiter gestreut sind die Ideen der Branchen Elektronik (5 Prozent) und Nicht-Technisch (18 Prozent) mit Handel und Services.
Relativ wenig Masse (13 Prozent), aber fast schon garantierte Klasse, kommt aus dem Bereich Chemie/Biologie/Life Science. So gut wie in jeder Stufe und in jeder Saison waren diese Teams mit einem überproportionalen Anteil unter den Nominierten und Siegern vertreten. Das liegt sicherlich auch an den relativ hohen Barrieren - Know-how und Ausstattung - für die Ideenentwicklung in diesem Bereich.
Das Beste kommt zum Schluss?
Der Blick in die Statistik - und dahinter - zeigt, womit die Gründerszene und die Märkte demnächst rechnen können. Eigentlich heißt es bei uns also: Das Beste kommt NACH Schluss – wenn die Businesspläne verwirklicht werden. Und: "Der beste Schiedsrichter ist der Markt", wie es ein ehemaliger MBPW-Teilnehmer neulich so treffend formulierte.
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