Kein Ausverkauf der Deutschen Wirtschaft M&A-Report des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung Bureau van Dijk Electronic Publishing

M&A Report des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung

Kein Ausverkauf der deutschen Wirtschaft

Deutsche Unternehmen erfreuen sich bei ausländischen Investoren steigender Beliebtheit. Laut M&A Report des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung gehen seit 2002 durchschnittlich 200 deutsche Firmen pro Jahr in den Besitzer ausländischer Käufer über - das sind 50 Firmen mehr, als deutsche Unternehmen im Ausland übernehmen.   

"Damit übersteigt die Zahl ausländischer Übernahmen in Deutschland die Zahl der deutschen Zukäufe im Ausland um rund 50 Unternehmen jährlich", heißt es im M&A-Report, den die Mannheimer Wirtschaftsforscher in Zusammenarbeit mit dem Bureau van Dijk Electronic Publishing erstellt haben.

Trotz dieses Umstandes könne man aber nicht von einem Ausverkauf der deutschen Wirtschaft sprechen. Zu beachten seien nämlich neben der Anzahl der Übernahmen auch die Transaktionswerte – sprich, die gezahlten Kaufpreise. Seit 2002 hätten deutsche Firmen insgesamt 71 Millionen Euro in den Ankauf ausländischer Firmen gesteckt. Das seien rund neun Millionen Euro mehr, als ausländische Investoren im gleichen Zeitraum für deutsche Firmen bezahlt hätten.

Nach Aussage der Experten liege das an der unterschiedlichen Struktur der Transaktionstätigkeit. Während sich ausländische Investoren insbesondere für mittlere Unternehmen in Deutschland interessieren würden, würden sich deutsche Konzerne überwiegend auf die Übernahme von Großunternehmen konzentrieren. So strebe beispielsweise der Energiekonzern E.ON den milliardenschweren Kauf der spanischen Endesa an und habe 2002 auch schon die britische PowerGen für mehrere Milliarden Euro erworben. 

Weitere Informationen
Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW)
M&A Report - Berichte und Analysen zu weltweiten Fusionen und Übernahmen
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