Wenigstens 1,2 Millionen zusätzliche Jobs nötig IAB-Studie: "Rente mit 67: Neue Herausforderungen für die Beschäftigungspolitik" Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

IAB-Studie: "Rente mit 67"

Wenigstens 1,2 Millionen zusätzliche Jobs nötig

Ohne die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze droht mit der Erhöhung des Rentenalters auf 67 Jahre ein enormer Anstieg der Arbeitslosigkeit. Das zeigt die aktuelle Studie „Rente mit 67 - Neue Herausforderungen für die Beschäftigungspolitik“ des Institutes für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Nach Vorstellungen der Bundesregierung soll das gesetzliche Rentenalter von 2012 an bis 2029 schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben werden. Konsequenz daraus sei nach Aussagen der IAB-Experten, dass der vorhergesagte Abbau des Erwerbspersonenpotentials ins Stocken geraten werde. Im Jahr 2030 würden deshalb mindestens 1,2 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze benötigt werden, wolle man einen spürbaren Anstieg der Arbeitslosenzahlen vermeiden. Je nach Reaktion der Betroffenen könne es sich gar um rund drei Millionen erforderlicher neuer Jobs handeln.  

Erhebliches Erwerbspersonenpotential

Besonders unglücklich sei "das Zusammentreffen zweier Effekte". Wegen der schrittweisen Anhebung werde die Rente mit 67 im "Jahr 2030 voll zum Tragen kommen". Gleichzeitig wachse auch die Zahl der 60- bis 66-Jährigen enorm an. Insgesamt nehme also die Anzahl der älteren Arbeitskräfte stark zu. Dieses erhebliche Erwerbspersonenpotential müsse dann auf dem Arbeitsmarkt untergebracht werden.  

Höhere Qualifikation – länger im Beruf

Nach Aussagen der Fachleute steige mit höherem Qualifikationsniveau auch die Wahrscheinlichkeit des Verbleibs im Erwerbsleben. So stünden zwei Drittel der Akademiker und über 50 Prozent der Meister und Techniker im Alter von 60 bis 64 noch voll im Berufsleben. Bei Personen ohne Berufsabschluss seien es nicht einmal 25 Prozent.

In der Zukunft wirke sich dies auf zweierlei Arten aus. Einerseits könne man auf viele gut ausgebildete Arbeitnehmer zusätzlich zurückgegreifen und andererseits werde sich die Lage der schlechter Qualifizierten weiter zuspitzen. Viele fänden dann schon mit 50 keine Arbeitsstelle mehr. 

Problem: Ältere verdrängen Jüngere

Mit der Rente mit 67 müsse ein ganzer Maßnahmenkatalog zur Integration älterer Arbeitnehmer einhergehen. Neben Qualifizierungsmaßnahmen müsse dieser auch Gesundheitsförderung und Arbeitsplatzgestaltung beinhalten. Um die Verdrängung jüngerer Generationen von Arbeitnehmern zu vermeiden, käme man aber um die Schaffung neuer Arbeitsplätze nicht herum.

Weitere Informationen
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)
Studie: "Rente mit 67: Neue Herausforderungen für die Beschäftigungspolitik"
IAB Kurzbericht
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