Deutschlands neue Unterschicht? Studie "Gesellschaft im Reformprozess" des Instituts TNS Infratest Friedrich-Ebert-Stiftung Abgehängtes Prekariat

Studie "Gesellschaft im Reformprozess" des Instituts TNS Infratest

Deutschlands neue Unterschicht?

Die Studie "Gesellschaft im Reformprozess" des Instituts TNS Infratest, die im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung durchgeführt wurde, sorgt schon vor der offiziellen Veröffentlichung für Aufsehen. Laut Bild am Sonntag gehören demnach 6,5 Millionen Deutsche der "neuen Unterschicht" an.

Einem Bericht der BAMS zufolge seien 20 Prozent der Ost- und 4 Prozent der Westdeutschen davon betroffen. Bundesweit belaufe sich die Zahl auf 8 Prozent. Nach Angaben der Friedrich-Ebert-Stiftung werde der Begriff "Unterschicht" aber weder in den Studie noch in den ersten Analysen benutzt. Vielmehr habe die Befragung darauf abgezielt, herauszufinden, welche Wertepräferenzen in der Bevölkerung vorlägen und welche Zuordnungen zu "politischen Typen" diese Präferenzen erlauben würden.

Offiziell: Abgehängtes Prekariat

Der Studie zufolge gäbe es neun „Politische Typen“. Eine davon – das so genannte "Abgehängte Prekariat" – sei von sozialem Ausschluss und Abstiegserfahrungen geprägt. Diese Gruppe habe einen hohen Anteil berufsaktiver Altersgruppen, weise den höchsten Anteil an Arbeitslosen auf und sei zugleich ein stark ostdeutsch und männlich dominierter Typ. Mit der Großen Koalition sei sie in hohem Maße unzufrieden. Nichtwähler seien ebenso überproportional vertreten wie Wähler der Linkspartei und rechtsextremer Parteien. 

Für besagte Studie wurden im Frühjahr 2006 ca. 3.000 wahlberechtigte Deutsche zu den gesellschaftlichen Reformen in Deutschland befragt. Die vollständigen Untersuchungsergebnisse mit über 450 Tabellen sollen bis Ende dieses Jahres veröffentlicht werden.



Weitere Informationen
Friedrich Ebert Stiftung
"Gesellschaft im Reformprozess"
PDF|Download

© förderland, fes

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