Venture Capital
Begriffsdefinition - Was ist Venture Capital?
Allgemeines zum Thema Venture Capital
Der aus den USA stammende Begriff Venture Capital bezeichnet die Bereitstellung von haftendem Eigenkapital oder eigenkapitalähnlichen Mitteln. Die Bereitstellung des Kapitals ist zeitlich begrenzt, die Laufzeit beträgt in der Regel drei bis zehn Jahre und wird vertraglich fixiert. Auf die Stellung von Sicherheiten seitens des Kapitalnehmers wird im Gegenzug aber weitestgehend verzichtet. Eine Bereitstellung von Venture Capital wird in erster Linie von den Wachstumschancen des Unternehmens und der daraus resultierenden Rendite abhängig gemacht. Venture Capital wird zur Finanzierung früher Unternehmensphasen, Wachstumsphasen sowie zu besonderen Finanzierungsanlässen verwendet.Kapitalnehmer sind meist junge, innovative Unternehmen aus dem Technologiebereich, die nicht börsennotiert sind. Diese kleinen und mittleren Unternehmen haben ein sehr hohes Wachstumspotential, aber gleichzeitig auch ein sehr hohes Ausfallrisiko.
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Abgrenzung zu Private Equity
Abgrenzung zu Private Equity |
Andererseits wird Venture Capital als Teilmenge von Private Equity verstanden. Diese, in den USA verwendete, Auslegung hat sich auch im europäischen Raum durchgesetzt. Dabei stellt Private Equity den Oberbegriff für außerbörsliche Eigenkapitalbeteiligung dar, der mehrere Formen der Beteiligungsfinanzierung umfasst. Nach dieser Definition kommt Venture Capital in den frühen Lebensphasen und den Wachstumsphasen eines Unternehmens zum Einsatz. Neben Venture Capital umfasst Private Equity u.a. noch Mezzanine-Finanzierungsinstrumente und Buy Outs, wobei diese Instrumente in der Regel von etablierten Unternehmen beansprucht werden.
Die Schwierigkeit der Abgrenzung von Venture Capital zu Private Equity ist in Europa sicherlich auch darauf zurückzuführen, dass der Markt für Beteiligungskapital lange Zeit sehr klein und wenig strukturiert war.
Funktionsweise
Venture Capital wird als Eigenkapital oder als eigenkapitalähnliche Mittel zur Verfügung gestellt. Das Kapital nehmende Unternehmen wird dabei meist als Portfoliounternehmen bezeichnet.Neben dem Kapital stellt der Kapitalgeber auch ein Betreuungs- und Beratungsangebot zur Verfügung. Dieses Angebot kann aus der Unterstützung und Vermittlung von Management-Know-how, der Bereitstellung von Brancheninformationen sowie der Vermittlung von Kontakten und Kooperationspartnern bestehen. Weitere Elemente der Unterstützung können sein:
- Unterstützung im Tagesgeschäft
- Unterstützung bei der strategischen Ausrichtung
- Beratung beim Organisationsaufbau
- Vermittlung von Partnerschaften
- Funktion als "Türöffner": Zugang zum Netzwerk, Aufbau wichtiger Kontakte zu potentiellen Kunden oder Investoren
Als Gegenleistung für die Investition wird der Kapitalgeber am Unternehmen beteiligt, in der Regel wird er zum Minderheitsgesellschafter mit einer Beteiligungsquote von 20 bis 35 Prozent. Der Kapitalgeber beteiligt sich aktiv am Unternehmen und fordert meist Kontroll- und Mitspracherrechte für sich ein (Venture Management). Der Kapitalnehmer ist nicht vertraglich zur Rückzahlung oder Verzinsung des Betrages verpflichtet, auch kann er nicht für das investierte Kapital haftbar gemacht werden. Das Risiko der Investition liegt daher allein beim Kapital gebenden Unternehmen. Im Gegenzug kann der Kapitalgeber auch von den hohen Wachstumschancen des Unternehmens profitieren.
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Als Form der Beteiligung werden meist offene oder stille Beteiligungen am Portfoliounternehmen gewählt. Diese werden zum Teil mit Genussscheinen, Nachrangdarlehen, Gesellschafterdarlehen oder Wandelanleihen verknüpft.
Die Höhe des bereitgestellten Venture Capitals ist natürlich zum einen abhängig von den Bedürfnissen des Unternehmens und zum anderen vom Angebot des Investors bzw. der Beteiligungsgesellschaft selbst. Das Volumen des Beteiligungskapitals beginnt bereits bei 10.000 Euro und ist nach oben offen. Vor allem private Anbieter von Venture Capital, dazu zählen Familie und Freunde sowie Business Angels, können nur kleinere Beträge anbieten.
Die Rendite des Kapitalgebers ergibt sich nicht aus laufenden Zahlungen. Erträge durch Dividenden oder Zinszahlungen bilden bei Venture Capital Finanzierungen vielmehr die Ausnahme. Die Rendite des Kapitalgebers wird am Ende der Investitionsphase durch den Exit (die Veräußerung der Beteiligung) realisiert. Daher hat der Kapitalgeber ein großes Interesse am Wachstum und Wertzuwachs des Portfoliounternehmens.
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